Ein Professor und mehrere Studenten präsentieren eine Maschine.

Drei Projekte, ein Ziel: Technische Exzellenz im Maschinenbau

Von der Idee zur Innovation: Im Maschinenbau-Labor der HHN entstehen echte Ingenieur-Projekte. Studierende des vierten Semesters verwandeln ihre Visionen in nur drei Monaten in funktionierende technische Lösungen – vom ersten Gedanken bis zur Live-Präsentation. 
Kai Hartmann|29.06.2026

Drei Projekte, ein Ziel: Technische Exzellenz im Maschinenbau

Im Bachelorstudiengang Maschinenbau an der Hochschule Heilbronn (HHN) arbeiten Studierende an eigenen Ingenieur-Projekten und lernen dabei, wie aus einer ersten Idee eine technische Lösung entsteht. Im Labor Messtechnik unter der Leitung von Professor Nikolaj Stache hatten die Studierenden des vierten Semesters die Aufgabe, innerhalb von drei Monaten ein eigenes Projekt zu planen, umzusetzen und am Ende live vorzuführen.

Das Ziel der Aufgabe war es, erste Erfahrungen im ingenieursmäßigen Arbeiten zu sammeln. Dazu gehören nicht nur technisches Verständnis und Problemlösungskompetenz, sondern ebenso Teamarbeit, effiziente Organisation und das Einhalten eines Zeitplans. Am Schluss sollten die Gruppen eine technisch ausgereifte Lösung präsentieren. Für die Studierenden war das ein großer Schritt, denn zwischen kreativem „Basteln“ und methodischer Ingenieurarbeit liegt ein großer Unterschied.  In diesem Semester stellten sich drei Teams von Studierenden diesen Herausforderungen und präsentierten ihre Projekte erfolgreich bei der Abschlusspräsentation.

Ein Professor und mehrere Studenten präsentieren eine Maschine.

Professor Stache mit den Entwicklungsteams. Fotos: HHN.

Das erste Team entwickelte einen dreiachsigen Balancier‑Roboter, der eine Kugel selbstständig im Gleichgewicht hält und Auslenkungen aktiv ausregelt. Um diese komplexe Konstruktion zu realisieren setzten sich die Studierenden intensiv mit Regelungstechnik sowie der Abstimmung auseinander. Zusätzlich programmierten die Studierenden eine eigene App, mit welcher der Roboter komfortabel gesteuert wird.

Das zweite Team entwickelte ein Plotter‑Display zur dynamischen Darstellung von Texten und Grafiken. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das Texte und Grafiken mechanisch zeichnet, statt sie digital anzuzeigen. Dafür mussten die Studierenden mehrere technische Disziplinen meistern: Sie entwickelten eine komplette Kinematik, also die Mechanik, die den Stift präzise bewegt, und gestalteten zudem die passende Schreiboberfläche, auf der gezeichnet wird. Darüber hinaus programmierten sie die Benutzeroberfläche zur Bedienung des Systems und die Anbindung an einen Computer, über die die zu zeichnenden Daten übertragen und ausgeführt werden.

Dass diese komplexe Konstruktion dem Praxistest standhält, bewiesen die Studierenden umgehend: Sie präsentierten ein Holztableau, auf dem ihre Maschine ein präzises HHN‑Logo gezeichnet hatte – ein attraktives Anschauungsobjekt, dass in Zukunft bei Veranstaltungen ausgestellt werden soll.

Ein Professor und mehrere Studenten stehen vor einem Rennwagen

Professor Nikolaj Stache mit dem Rennwagen-Team.

Das dritte Projekt entstand im Umfeld des Rennsports: In Zusammenarbeit mit dem Formula‑Student‑Team der Hochschule hatten die Studierenden ihre eigene Idee realisiert. Sie entwickelten ein Messsystem zur Schwerpunktbestimmung von Rennfahrzeugen – besonders relevant bei schnellen Kurvenfahrten auf der Rennstrecke. Denn der Schwerpunkt ist wichtig, wenn es darum geht, wo Komponenten wie Motor, Batterie oder Kraftstofftank platziert werden. Ist das Auto optimal austariert, erzielt es schnellere Rundenzeiten auf der Strecke. Mithilfe von vier Wägezellen Einheiten kann künftig der Schwerpunkt eines Fahrzeugs präzise gemessen werden – eine wichtige Hilfe bei der Fahrzeugauslegung. Dieses Wissen hilft dem Rennteam, ihr Auto schneller und stabiler zu machen.

„Die Studierenden haben mit ihren Projekten einmal mehr eindrucksvoll gezeigt, welches Maß an Kreativität, technischem Können und Durchhaltevermögen in ihnen steckt“ sagt Professor Nikolaj Stache. „Das Labor Messtechnik ist für uns als Hochschule für Angewandte Wissenschaften ein ideales Format, um genau das zu fördern: In echten, praxisnahen Projekten lernen die Studierenden, komplexe Aufgaben im Team zu planen, ingenieurmäßig zu bearbeiten und unter realistischen Rahmenbedingungen zum Laufen zu bringen – so, wie es später im Beruf von ihnen erwartet wird. “

Alle drei Projekte haben eindrucksvoll gezeigt, mit wie viel Kreativität, Experimentierfreude und Fachwissen die Studierenden des Studiengangs Maschinenbau ihrer Tätigkeit nachgehen. Ob Balancier-Roboter, Plotter-Display oder Sensoren für einen Rennwagen – jedes Team hat auf seine Weise ein komplexes technisches Problem durch methodische Ingenieurarbeit gelöst und ist damit dem großen Ziel eines erfolgreichen Abschlusses nähergekommen.

Prof. Dr.-Ing. Nicolaj Stache
Prof. Dr.-Ing. Nicolaj Stache
Professor für Messtechnik und Sensorik im Kfz, Forschungsprofessor für Künstliche Intelligenz, Studiengangleiter Automotive Systems Engineering (ASE), Direktor Zentrum für Maschinelles Lernen (ZML), Prodekan Fakultät Technik