Der Erfolg der Heimatkennzeichen: 7 Millionen Mal ein kleines Glück
- HHN-Professor Ralf Bochert bestätigt Erfolg der Kennzeichen-Liberalisierung mit einer Studie
- Seit 2012 sind 336 Kennzeichen bundesweit reaktiviert und stark nachgefragt
- zweite Kennzeichen-Liberalisierung wird angestrebt
Heilbronn, August 2026. Im März 2026 beschloss der Bundesrat, eine weitere Liberalisierung der Zuordnung von Kfz-Kennzeichen zu Zulassungsbezirken in Deutschland anzustreben. Dies geht auf eine Initiative von Professor Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn (HHN) zurück. Dabei geht es insbesondere um eine Regelung, die Mittelstädten eine eigene Ortskennung als Kürzel auf den Nummernschildern ermöglichen soll. Der Entschließungsantrag Hessens und Niedersachsens wurde mit klarer Ländermehrheit verabschiedet. Er verweist ausdrücklich auf den Erfolg des ersten Liberalisierungsschritts, die Wiedereinführung der Altkennzeichen seit 2012, der aber nicht mit wissenschaftlichen Studien belegt wurde.
Um diese Erkenntnislücke zu schließen, hat Professor Ralf Bochert von der HHN jetzt eine Studie vorgelegt, in der die Folgen der ersten Reform dargestellt werden. Bochert hatte schon die Rechtsänderung von 2012 in einer ersten großen Studie begründet. Von 2010 bis 2012 wurden über 50.000 Menschen in ehemaligen Kreisstädten befragt – die damals erhobene Zustimmung von 73 % bewahrheitet sich jetzt. Für über 7 Millionen Fahrzeuge und Hänger sind seither ohne Zusatzaufwand sogenannte Heimatkennzeichen neu vergeben worden. Das übertrifft die als optimistisch angesehene Prognose Bocherts. Die Kennzeichen nutzen dem Stadtmarketing und überzeugen dabei mit einem hohen Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Mit diesen aktuellen Zahlen wird der zweite Liberalisierungsschritt, den Bochert 2024 vorschlug, zusätzlich gerechtfertigt. Professor Bochert betont das starke Identitätsgefühl, das Kennzeichen transportieren: „Wir dürfen nicht unterschätzen, dass individuelle Autokennzeichen einen Identitätsbezug herstellen, der vielen Menschen sehr wichtig ist. Da diese Lösung sehr simpel ist, sollte man sie unbedingt weiter ausbauen. Das kleine Glück, das bereits siebenmillionenfach besteht, lässt sich sehr leicht steigern, ohne dabei zusätzliche Kosten zu verursachen.“
Ansprechperson

Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik
Die Hochschule Heilbronn (HHN) ist eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An ihren vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die HHN mehr als 60 zukunftsorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an, darunter auch berufsbegleitende Angebote. Die HHN bietet daneben noch weitere Studienmodelle an und pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region. Sie ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr gut vernetzt. Das hauseigene Gründungszentrum unterstützt Studierende sowie Forschende zudem beim Lebensziel Unternehmertum.


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