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Andreas Kurtz ist seit September 2022 Professor für Cybersicherheit an der Fakultät Informatik der Hochschule Heilbronn.Er lehrt und forscht schwerpunktmäßig zur Sicherheit von Software und IT-Systemen. Dabei betrachtet er zwei Seiten derselben Medaille: Wie entstehen Schwachstellen in digitalen Systemen, wie können Angreifer sie ausnutzen, und wie lassen sich Anwendungen, Netzwerke und ganze IT-Umgebungen so gestalten, dass sie möglichst robust gegen Angriffe sind? Genau dieses Verständnis ist entscheidend, denn nur wer Angriffsmethoden kennt, kann wirksame Schutzmaßnahmen entwickeln.
Cybersicherheit betrifft heute längst nicht mehr nur einzelne Computer. Unser Alltag hängt in nahezu allen Bereichen von digitalen Systemen ab: Kommunikation, Energieversorgung, Gesundheitswesen, Finanzwesen, Verwaltung, Mobilität und viele weitere Bereiche unseres Zusammenlebens funktionieren nur, wenn IT-Systeme zuverlässig und sicher arbeiten. Werden solche Systeme angegriffen, können Daten gestohlen, Abläufe gestört oder ganze Organisationen lahmgelegt werden. Cybersicherheit schützt deshalb nicht nur Informationen, sondern auch das Fundament unserer zunehmend digitalisierten Gesellschaft.
Ein konkretes Beispiel zeigt, worum es dabei geht: Eine App, ein Webdienst oder ein Login-System kann auf den ersten Blick zuverlässig funktionieren und trotzdem unsichere Stellen enthalten, etwa eine fehlerhafte Berechtigungsprüfung, eine unsichere Datenspeicherung oder eine schlecht abgesicherte Schnittstelle. In der Cybersicherheit geht es darum, solche Schwachstellen systematisch zu erkennen, ihre Auswirkungen zu verstehen und daraus geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten. Dazu gehört technisches Wissen ebenso wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Angriffswerkzeugen und realistischen Testszenarien.
An der Hochschule Heilbronn wird dieses Wissen im Schwerpunkt Cybersecurity des Bachelorstudiengangs Angewandte Informatik vermittelt. Studierende bauen ihre Fähigkeiten Schritt für Schritt auf: von den Grundlagen der Informationssicherheit über Netzwerk-, System- und Applikationssicherheit bis hin zu fortgeschrittenen Themen wie Hacking, digitaler Forensik, Kryptografie und Reverse Engineering. Besonders wichtig ist dabei der hohe Praxisanteil. Sicherheit lässt sich nicht allein aus Büchern lernen, sondern muss an realen oder realitätsnahen Systemen ausprobiert, analysiert und verstanden werden.
So werden Studierende darauf vorbereitet, digitale Systeme sicher zu gestalten, Angriffe zu erkennen und Organisationen beim Schutz ihrer IT-Infrastruktur zu unterstützen. Damit stehen ihnen vielfältige Karrierewege offen, zum Beispiel in der IT-Sicherheit, der Softwareentwicklung, der Sicherheitsberatung, der digitalen Forensik, im Security Monitoring oder im Schutz kritischer Infrastrukturen.
Professor Andreas Kurtz studierte Medizinische Informatik (Dipl.-Inform. Med.) an der Hochschule Heilbronn und der Universität Heidelberg. Er promovierte als Dr.-Ing. am Lehrstuhl für IT-Sicherheitsinfrastrukturen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Zu seinen vorherigen Arbeits- und Forschungsfeldern zählt seine Tätigkeit als geschäftsführender Gesellschafter einer Beratungsfirma für Sicherheitsanalysen. Im Laufe seiner Karriere deckte er zahlreiche Schwachstellen in weitverbreiteter Software auf und behob diese gemeinsam mit den Herstellern. Diese Praxiserfahrung gibt er heute an seine Studierenden weiter.

Hier erfahren Sie, was an der HHN alles los ist.
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