Eine junge Frau im Gespräch mit HHN-Profs.

Folge 1 – Kaffeesensorik

Frisch gerösteter Kaffee gilt als besonders aromatisch. Aber stimmt das wirklich? In dieser Folge mit Professor Yves Zimmermann geht es um Lebensmittelsensorik. Er bewertet Reifungsprozesse nach der Röstung und nutzt wissenschaftliche Methoden, mit denen Geschmack objektiv untersucht wird. Studierende lernen bei ihm, wie man Aromen bewertet, Präferenztests durchführt und Qualität messbar macht.
red|08.06.2026

Folge 1 – Kaffeesensorik

Das Video wird Ihnen nicht angezeigt, da Sie nicht der Verwendung von Cookies zugestimmt haben.

Yves Zimmermann ist seit 2023 an der Hochschule Heilbronn Professor für Systemgastronomie und Wirtschaftsrecht an der Fakultät International Business.
Er lehrt und forscht schwerpunktmäßig zu betriebswirtschaftlichen Fragen der Systemgastronomie. Ein besonderes Interesse gilt dabei Kaffee und Sensorik.

Bei Sensorik geht es um die wissenschaftliche Disziplin, die Geschmack, Aroma und Wahrnehmung mit standardisierten Verfahren messbar macht. Für die Lebensmittel- und Getränkebranche ist sie ein zentrales Werkzeug, denn Produktentwicklung entsteht im Zusammenspiel mehrerer Ebenen. Sachkunde über Anbau und Herstellung gehört dazu, beim Kaffee etwa Wissen über Bohnensorten, Aufbereitung und Röstung. Ebenso entscheidend ist die sensorische Wahrnehmung durch die Konsument*innen. Hinzu kommt die betriebswirtschaftliche Perspektive mit Preiskalkulation, Preiserwartung am Markt und Markenpositionierung. Wer diese Ebenen zusammendenkt, kann Produkte, Qualitätsversprechen, Herstellungsverfahren und Preise aufeinander abstimmen.

Wie das wissenschaftlich aussehen kann, zeigt beispielsweise eine 2025 in der Fachzeitschrift European Food Research and Technology (Springer Nature) erschienene Studie von Zimmermann, Schwarz und Lachenmeier. Sie prüft den verbreiteten Mythos „Frisch gerösteter Kaffee schmeckt besser“. Verglichen wurden zwei Varianten desselben Kaffees. Eine wurde einen Tag nach der Röstung verkostet („frisch geröstet“), die andere nach 145 Tagen Reifezeit. Rund 70 Prozent der Tester*innen erkannten zwar einen sensorischen Unterschied, die Präferenz teilte sich aber nahezu gleich auf. Frische allein reicht damit als Qualitätskriterium nicht aus, belastbare Aussagen über Produktqualität gelingen nur mit sensorischen Methoden.

An der Hochschule Heilbronn wird dieses Wissen im Studiengang Hotel- und Restaurantmanagement an der Fakultät International Business vermittelt, konkret im Modul Contemporary Food and Beverage Development. Studierende lernen, sensorische Tests selbst durchzuführen und auszuwerten und nachzuvollziehen, wie Produktqualität im Herstellungsprozess entsteht und wie sie auf Konsumentenseite wahrgenommen wird. Daran schließen sich die betriebswirtschaftlichen Fragen an. Welches Konzept passt zu welcher Zielgruppe? Welche Produktionsentscheidung schlägt sensorisch wie durch? Wo liegen die Stellschrauben für Qualität, Marge und Markenversprechen? Eingebunden sind dabei Praxispartner wie u. a. das Coffee-Consulate Mannheim.

Das ist besonders wichtig, weil F&B-Produktentwicklung heute betriebswirtschaftliches Denken mit Sachkunde zu Herstellungsprozessen und einem methodischen Verständnis sensorischer Wahrnehmung erfordert. Die Methodik lässt sich vom Kaffee auf nahezu alle Produktkategorien übertragen, etwa Bäckereiprodukte, Convenience-Sortimente, Getränke und gastronomische Speisenangebote. Die Karrierewege reichen von operativen Aufgaben in Hotellerie, Systemgastronomie und Gemeinschaftsverpflegung bis zu industriellen Funktionen in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion sowie in der Geräte-, Maschinen- und Zulieferindustrie. Hinzu kommen Querschnittsfunktionen in Produktentwicklung und -management, Qualitätsmanagement, Konzeptarbeit, Beratung und Marketing rund um Sensorik, Produktdesign und Pricing. Charakteristisch für diese Branchen sind dabei frühe Führungsverantwortung, zeitgemäße Arbeitszeitmodelle und ein Vergütungsniveau, das zu den Erwartungen einer neuen Generation passt.

Weitere Informationen

Der Experte

Prof. Dr. Yves Zimmermann
Prof. Dr. Yves Zimmermann
Professor für Systemgastronomie und Wirtschaftsrecht

Professor Yves Zimmermann studierte Wirtschaftsrecht in Heidelberg und Saarbrücken (LL.M) und Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Logistik in Ludwigshafen (MBA). Er promovierte mit Auszeichnung (Ph.D.) in Wirtschaftswissenschaften an der Andrassy Universität für Nationale Exzellenz Budapest. Seine Affinität zu Tourismus, Hospitality und Gastronomie entwickelte er über 15 Jahre als Geschäftsführer in der Branche. Seine Arbeiten dazu sind unter anderem bei Springer Gabler, Springer Nature, Emerald und Elsevier erschienen. Er engagiert sich als Reviewer für npj Science of Food (Nature/Springer) sowie Journal of Tourism Futures und Tourism Review (beide Emerald) und gehört dem Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB) sowie dem Academic Advisory Board der International Coffee Convention an.

Studierende sitzen mit Getränken an einem Tisch und arbeiten gemeinsam an Laptops

News for Students

  • Praxisnah
  • Forschungsstark
  • Vielfältig

Hier erfahren Sie, was an der HHN alles los ist.

Zur News

Aktuelle Artikel

Ein junger Mann in einem Fußballtrikot.
"In einer Mannschaft motiviert und pusht man sich gegenseitig"
Marlon Seeburger ist Fußballer mit Profi-Ausrichtung und hat gleichzeitig dabei sein Maschinenbau-Studium an der HHN gemeistert. Im Interview erzählt er, wie seine Leidenschaft begann, was ihn am Teamgeist so fesselt und wie ihn das Stipendium dabei unterstützt, Sport und Studium im Gleichgewicht zu halten. (Titelbild: Marlon Seeburger Foto: Spitzensport-Stipendium). 
Ein Student und eine Studentin sitzen an einem Laptop. Im Vordergrund steht eine weitere Studentin.
Jetzt noch Studienplatz sichern: Freie Plätze zum Wintersemester verfügbar
Wer seine Studienentscheidung noch nicht getroffen hat, kann sich jetzt noch einen Platz zum Wintersemester 2026/2027 sichern. Die Hochschule Heilbronn bietet in zahlreichen Studiengängen einen unkomplizierten Einstieg ins Studium und damit die Chance, schon Ende September durchzustarten.
Drei Männer in Anzügen vor einem Quantencomputer in einer Halle
Hochschule Heilbronn erste Hochschule für angewandte Wissenschaften mit Quantencomputer
Ein Quantencomputer für Lehre und Forschung: Die Hochschule Heilbronn setzt als erste Hochschule für angewandte Wissenschaften in Deutschland auf die Zukunftstechnologie Quantencomputing. Nach der Anlieferung des Systems am TechCampus startet nun die technische Integration. Studierende werden künftig direkt mit der Technologie arbeiten können, während bereits zum Wintersemester ein neuer Studienschwerpunkt zu Quantencomputing und Kryptografie startet.