
Die Heilbronn University Graduate School (HUGS) der Hochschule Heilbronn (HHN) und die Hong Kong Metropolitan University (HKMU) verbindet eine ganz besondere akademische Freundschaft. Bereits zum zweiten Mal fand im Januar in Hongkong das HKMU–HUGS Joint Symposium statt – ein gemeinsames internationales Fachsymposium der beiden Einrichtungen.
Unter dem Thema „Navigating the Future: AI, Ethics, and Governance in the Age of Innovation“ brachte das Symposium Vertreter*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aus Deutschland und Hongkong zusammen, um über Chancen, Herausforderungen und Verantwortung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu diskutieren. Das Symposium wurde in monatelanger gemeinsamer Vorbereitung von Vertreter*innen der HUGS und der HKMU konzipiert und organisiert. Rund 70 Teilnehmende freuten sich über den fachlichen Input und die Vernetzungsmöglichkeiten.
Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die Eröffnung durch die deutsche Generalkonsulin in Hongkong, Dr. Annika Bolten-Drutschmann. In ihrem Grußwort hob sie die strategische Bedeutung Hongkongs für Deutschland hervor und betonte die zentrale Rolle von Bildung und angewandter Wissenschaft für die deutsch-hongkongische Zusammenarbeit.
Die Keynote-Vorträge des Symposiums hielten Professor Matthew Lee, Acting Dean der Business School der HKMU, sowie Professor Ralf Dillerup, Dekan der Fakultät Wirtschaft der HHN.
Professor Lee beleuchtete in seinem Vortrag „AI Ethics and Governance – Emerging Consensus and Future Challenges“ aktuelle internationale Entwicklungen und bestehende Herausforderungen der KI-Governance. Darunter wie beispielsweise die Gegensätze Ethik als Werte versus Governance als institutionelle Praxis, technologische Dynamik versus rechtliche Fixierung und globaler Konsens versus lokale Verantwortlichkeit.
Professor Dillerup stellte mit seiner Keynote „Responsible Artificial Intelligence in Higher Education: A European Framework for Innovation, Disruption, and Governance“ europäische Perspektiven auf verantwortungsvolle KI in der Hochschulbildung vor und präsentierte das europäische Hochschulnetzwerk EuonAir, das sich auf Human-Centric und Responsible AI spezialisiert hat.
In zwei anschließenden Paneldiskussionen – „AI in Business Education: Bridging Challenges and Opportunities“ sowie „The Future of Work: Human–AI Co-Creation and Automation in the Digital Age“ – wurde das Thema aus unterschiedlichen internationalen Blickwinkeln vertieft. Die Hochschule Heilbronn war dabei stark vertreten.












Impressionen des HKMU–HUGS Joint Symposiums und der Studienfahrt nach Hongkong. Fots: HHN
Daniel Nill, Perspektivprofessor für AI und Digitalisierung, betonte, dass KI weniger an fehlenden Technologien scheitere als an Organisationen, die strukturell und kulturell nicht lern- und anpassungsfähig seien.
Professorin Ulrike Weingart, Professorin für Familienunternehmen und Ethik, sprach über normative Traditionen im europäischen Kontext und stellte die Frage, wessen Ethik KI prägt: Lässt sich ein universelles Modell begründen, oder ist ethischer Pluralismus auf globaler Ebene die realistischere Perspektive?
Cherilyn Hehl, Research Assistant Entrepreneurship an der HUGS, eröffnete die zweite Paneldiskussion mit einem praxisnahen Beitrag zur Human–AI Co-Creation und zeigte anhand eines Musikproduktionsbeispiels, wie KI kreative Prozesse unterstützen kann, ohne menschliche Kreativität zu ersetzen. Internationale Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Forschung ergänzten die Diskussionen
Auch Studierende der HUGS kamen in den Genuss der Teilnahme am renommierten Symposium. Es bildete den inhaltlichen Höhepunkt einer zweiwöchigen Study Tour von zehn MBA-Studierenden der Würth Akademie, die über die HUGS akkreditiert sind. Auch die Studytour wurde gemeinsam mit der HKMU geplant und organisiert.
Sie umfasste neben akademischen Lehrveranstaltungen auch zahlreiche Company Visits. Dazu gehörten Besuche im Innovation Hub im Hong Kong Science Park, beim internationalen Hafenbetreiber Hutchison Ports, beim internationalen Partner Würth Electronics Hong Kong sowie ein Ausflug nach Shenzhen (Mainland China) zur Shenzhen Technology University (SZTU). Ziel der Study Tour war es, den Studierenden Einblicke in die asiatische Bildungs- und Businesslandschaft sowie in internationale Innovationsökosysteme zu ermöglichen.
Die enge Zusammenarbeit zwischen HKMU und Hochschule Heilbronn trägt inzwischen konkrete Früchte. Im Rahmen des Aufenthalts wurden die Double-Degree-Vereinbarungen im Master Business Management final unterzeichnet. Zudem wurde ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das die HKMU als strategischen internationalen Partner im EuonAir-Projekt einbindet.
Bereits im kommenden Sommer wird eine zweiwöchige Summer School in Heilbronn stattfinden, bei der rund 30 Studierende der HKMU die Fakultät Wirtschaft der HHN besuchen. Eine Woche davon wird gemeinsam mit der EuonAir Summer School durchgeführt, sodass Studierende aus ganz Europa und Hongkong gemeinsam lernen, arbeiten und die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken kennenlernen. Weitere Kooperationen, darunter ein Double Degree im Bachelorbereich Business Engineering Logistics, befinden sich bereits in Vorbereitung.
„Das HKMU–HUGS Joint Symposium und die begleitende Study Tour zeigen eindrucksvoll, wie internationale Hochschulkooperationen, angewandte Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam zur Gestaltung einer verantwortungsvollen, innovationsgetriebenen und globalen Zukunft beitragen können“, sagt Professor Ralf Dillerup, Dekan der Fakultät Wirtschaft der HHN und Gründungsmitglied der HUGS.

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