25 Jahre Wirtschaftsinformatik in Heilbronn: Symposium verbindet Lehre, Forschung und Praxis

Wie verändert Künstliche Intelligenz die Wirtschaft? Welche Bedeutung haben digitale Souveränität, verantwortungsvoller Umgang mit Daten und die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Technologie? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des Symposiums „25 Jahre Wirtschaftsinformatik“, zu dem Mitte Oktober auf den Bildungscampus eingeladen wurde. Die Veranstaltung verband den Rückblick auf ein Vierteljahrhundert Wirtschaftsinformatik in Heilbronn mit aktuellen Forschungsergebnissen und Erfahrungswerten aus der Praxis in Unternehmen.

Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität im Fokus

Das Programm verdeutlichte die thematische Breite der modernen Wirtschaftsinformatik. Zum Auftakt gab Professor Jochen Günther, Leiter des Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsinformatik, einen Einblick in die Geschichte der Wirtschaftsinformatik in Heilbronn.

Im weiteren Verlauf rückten aktuelle Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt. Die vorgestellten Forschungsarbeiten verschiedener Wissenschaftler*innen beschäftigten sich unter anderem mit der Belastbarkeit großer Sprachmodelle, dem Einsatz von KI-Agenten in Unternehmen und der Nutzung von KI zur Unterstützung betrieblicher Prozesse. Auch die Frage, wie sich der europäische AI Act auf Unternehmen auswirkt und warum dafür eine ganzheitliche Betrachtung notwendig ist, wurde im Programm aufgegriffen.

Darüber hinaus widmete sich das Symposium grundlegenden Herausforderungen der digitalen Transformation. Themen wie Datenschutz und datenbasierte Geschäftsmodelle, digitale Souveränität, Data Governance, Barrierefreiheit digitaler Anwendungen und der verantwortungsvolle Einsatz von KI zeigten, dass wirtschaftsinformatische Forschung weit über technische Innovationen hinausgeht.

3 Männer in dunklen Jackets stehen neben einer Präsentation mit der Folie mit der Frage "Zukunft der Wirtschaftsinformatik?"

Professor Jochen Günther, Professor Sven Dittes und Professor Jochen Günther (v.l.) diskutieren über die Zukunft der Wirtschaftsinformatik. Foto: HHN

Wissenschaft trifft Unternehmenspraxis

„Ein wesentliches Anliegen der Veranstaltung war es, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Herausforderungen miteinander ins Gespräch zu bringen.“ Resümiert Professor Sascha Alpers, Leiter der Veranstaltung. Beiträge aus der Unternehmenspraxis der Sponsorenunternehmen vom Bechtle IT-Systemhaus, BOC Information Technologies Consulting GmbH, Schwarz Digits IT KG und Ziehl-Abegg SE, ergänzten die wissenschaftlichen Präsentationen.

In mehreren parallelen Sessions erhielten die knapp 50 Teilnehmenden Einblicke in unterschiedliche Forschungsfelder und aktuelle Projekte. Die Vielfalt der Beiträge spiegelte das Selbstverständnis der Wirtschaftsinformatik wider: Sie verbindet Informationstechnologie mit betriebswirtschaftlichen Fragestellungen und betrachtet zugleich die organisatorischen und gesellschaftlichen Auswirkungen digitaler Innovationen.

Gemeinsam die Zukunft der Wirtschaftsinformatik gestalten

Den Abschluss bildete eine gemeinsame Auseinandersetzung mit der Zukunft des Fachgebiets. Dabei stand die Frage im Raum, wie sich die Wirtschaftsinformatik angesichts rasanter technologischer Entwicklungen, neuer Anforderungen an Unternehmen und wachsender gesellschaftlicher Verantwortung weiterentwickeln wird. Hier diskutierten alle Teilnehmenden auf Augenhöhe miteinander.

Master-Studentin Ann-Kathrin Holaj, die selbst ihr Paper auf dem Symposium präsentieren durfte, zieht folgende Schlüsse: „Für mich war es besonders interessant, wie unterschiedlich die aktuellen Herausforderungen der Wirtschaftsinformatik betrachtet werden. Der Austausch mit Forschenden sowie Vertreter*innen aus Unternehmen hat neue Perspektiven eröffnet und wertvolle Impulse für die eigene wissenschaftliche Arbeit gegeben. Besonders spannend ist für uns Studierende auch der Blick in die Zukunft: Wir stehen vor einer Zeit großer technologischer Veränderungen, die wir nicht nur miterleben, sondern auch aktiv mitgestalten können.“

Die Forschungsbeiträge des Symposiums werden in Kürze im Tagungsband der LNI veröffentlicht. Die LNI (GI-Edition: Lecture Notes in Informatics) ist eine eigene Publikationsreihe der Gesellschaft für Informatik, der größten Fachgesellschaft für Informatik im deutschsprachigen Raum. 

Das Symposium ergänzte die diesjährigen Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Wirtschaftsinformatik in Heilbronn, welches [nach einem Einblick in Lebensläufe ausgewählter Alumni im Rahmen der bald stattfindenden Firmenkontaktmesse MeetIT] den Höhepunkt im Festakt des Jubiläums am 26. November 2026 findet.

Ein Raum mit vielen Stehtischen an denen jeweils 2 bis 3 Personen ins Gespräch vertieft stehen.

Rege Diskussionen gab es beim Symposium "25 Jahre Wirtschaftsinformatik" auch zwischen den Vortrag-Sessions. Foto: HHN

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