Blick auf einen Referent beim Tag der Lehre im Vordergrund das Publikum sitzend in Stuhlreihen

Tag der Lehre 2026: KI - zwischen Fortschritt und Verantwortung

Wie setzt man Künstliche Intelligenz gewinnbringend in der Lehre ein? Und welche Risiken und Möglichkeiten gibt es dabei?

Kai Hartmann|24.04.2026

Tag der Lehre 2026: KI - zwischen Fortschritt und Verantwortung

Wie setzt man Künstliche Intelligenz gewinnbringend in der Lehre ein? Und welche Risiken und Möglichkeiten gibt es dabei? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich rund 50 Teilnehmer*innen am Tag der Lehre der Hochschule Heilbronn, der kürzlich mit dem Schwerpunkt „KI trifft Didaktik“ am Heilbronner Techcampus stattfand.

Die Lehrenden, die alle an der HHN tätig sind, widmeten sich einen Tag lang der Frage, wie Künstliche Intelligenz das Lehren und Lernen verändert. Die Veranstaltung bot eine ausgewogene Mischung aus Fachvorträgen, Diskussionen und Workshops und regte einen lebendigen Austausch und Wissenstransfer zwischen den Teilnehmer*innen an. Zu Beginn skizzierte Prof. Ulrich Brecht, Prorektor für Studium und Lehre die Chancen und Herausforderungen von KI in der akademischen Lehre. Die KI wird nicht nur das „Wie wir Lehre gestalten“ beeinflussen, sondern auch das „Was wir vermitteln“ beeinflussen. Durch KI erleben wir aktuell eine sehr große Veränderung der Lehrinhalte.

Rollenwechsel der Professor*innen

Ein Vortrag veranschaulichte dies eindrucksvoll. Professor Patrick Balve untersuchte im Gespräch mit Dr. Alexis Neuberg den Rollenwandel der Professor*innen im KI-Zeitalter. Bei Dr. Neuberg handelte es sich nicht um einen realen Menschen, sondern um ein KI-Modell, das von Professor Balve auf die Rolle einer KI-Expertin trainiert wurde. Das KI-Modell plauderte über einen Lautsprecher auf eloquente Art mit dem Referenten und dem Publikum. Es prognostizierte, dass sich die Rolle der Professor*innen durch KI von der Bereitstellung von Fakten zur Vermittlung von Lernkompetenzen verschieben wird. Dabei bot es einen optimistischen Ausblick auf die Zukunft der Lehre mit KI.

Hoher Praxisnutzen

In den anschließenden Workshops lernten die Lehrenden, welche Möglichkeiten Künstliche Intelligenz für Dozent*innen und Studierende im Studienalltag bietet: Die Einsatzmöglichkeiten reichen vom virtuellen Nachhilfecoach bis zur personalisierten Prüfungsvorbereitung. Diese praxisbezogene Vermittlung gefiel den Besucher*innen sehr gut. 

Monika Zellner von der Fakultät für Technik lobte den hohen Alltagsnutzen: „Besonders gelungen finde ich den starken Praxisbezug der Veranstaltung. An der Hochschule betreiben wir keine Frontallehre, sondern binden KI direkt in den Lehrbetrieb ein. Das ist eine große Stärke der HHN“. In der Mittagspause nutzten die Anwesenden die Gelegenheit, ihr neues Wissen im Dialog zu vertiefen und sich über Fachbereiche hinweg auszutauschen.

Monika Zellner steht vor einer Schautafel und blickt direkt in die Kamera

Monika Zellner lobt den Praxisnutzen des Tags der Lehre. Foto: HHN

Interdisziplinär und interaktiv  

Am Nachmittag beleuchtete eine Reihe von Kurzvorträgen die Herausforderungen der Didaktik im KI-Zeitalter. Die Referent*innen thematisierten Fragestellungen wie die Erstellung von Prüfungsaufgaben, die nicht mit KI gelöst werden können oder individueller Lernbegleitung durch KI. Das Fazit der Mitwirkenden war, dass Künstliche Intelligenz in der Lehre viele Möglichkeiten für Dozenzt*innen und Studierende bietet, wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt wird.

Der Tag der Lehre zeigte den Lehrenden das breite Fachwissen, das an der HHN zum Thema Künstliche Intelligenz vorhanden ist und förderte den Austausch und Wissenstransfer unter Kolleg*innen. Dabei wurde deutlich, dass sich die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz in einem Spannungsfeld von Fortschritt und Verantwortung bewegt, den die HHN aktiv gestalten muss.