Projekt SAFES der HHN forscht zur Energieeffizienz von Künstlicher Intelligenz

red|09.02.2026
  • Das Hochschulprojekt SAFES entwickelt präzise Methoden zur Erfassung des Energieverbrauchs von KI-Systemen und liefert damit einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen, ressourcenschonenden „Green AI“.

Heilbronn, Februar 2026. Mit dem Forschungsprojekt Sustainable AI For Energy-efficient Systems, kurz SAFES, entwickelt die Hochschule Heilbronn neue Methoden, um den Energieverbrauch von Systemen der Künstlichen Intelligenz präzise zu erfassen und nachhaltiger zu gestalten. Das Vorhaben wird durch die Carl-Zeiss-Stiftung (CZS) im Programm CZS Forschungsstart gefördert und hat eine Laufzeit bis August 2027.

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sind heute zentrale Technologien für Industrie, Mobilität und weitere Bereiche. So beeindruckend die Leistungsfähigkeit moderner KI-Systeme auch ist, so kritisch muss ihr hoher Ressourcenverbrauch als ökologischer Preis betrachtet werden. Besonders während des Trainings und bei der Ausführung von Modellen entsteht ein hoher Energieverbrauch, der bisher nur unzureichend gemessen werden konnte. Derzeitige Studien zeigen, dass integrierte Messinstrumente großer Chiphersteller häufig ungenaue Werte liefern und daher keine verlässliche Grundlage für nachhaltige Entwicklung bieten.

Das Projekt SAFES setzt genau an diesem Punkt an. Geleitet von Professor Marco Wagner baut das Forschungsteam ein spezialisiertes Messlabor auf, welches die tatsächliche Leistungsaufnahme von KI-Hardware ermittelt. Gemessen werden Workstations und GPU-Server ebenso wie Edge-Geräte und Embedded-Systeme, die in der Industrie und im Automotive-Bereich zum Einsatz kommen. Dazu gehören beispielsweise Montageroboter, Kommunikationssysteme im Fahrzeug oder Anwendungen des autonomen Fahrens.

Die gewonnenen Messdaten bilden die Grundlage für realistische Energiemodelle, die als Open Source zur Verfügung gestellt werden. Unternehmen und Forschungseinrichtungen erhalten damit Werkzeuge, die eine nachhaltigere Entwicklung und Bewertung von KI-Systemen ermöglichen.

Professor Wagner betont: „Unsere Gesellschaft diskutiert intensiv über Chancen und Risiken von KI. Damit diese Technologie verantwortungsvoll genutzt werden kann, brauchen wir verlässliche Daten zum Energieverbrauch. Nur auf dieser Basis lassen sich Systeme entwickeln, die leistungsfähig und zugleich ressourcenschonend sind. Mit SAFES schaffen wir diese Grundlage.“

Ausblick

Mit SAFES wird ein Forschungs- und Transferprojekt aufgebaut, das Wissenschaft, Gesellschaft und Industrie zusammenführt. Die Ergebnisse tragen dazu bei, den Energieverbrauch von KI-Systemen transparenter zu machen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig macht das Projekt Zukunftstechnologien greifbar und zeigt, wie verantwortungsvolle Digitalisierung aussehen kann.

Über die Carl-Zeiss-Stiftung

Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert Wissenschaft und Lehre in den MINT-Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Als Partnerin exzellenter Wissenschaft ermöglicht sie Freiräume für Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung. Die Stiftung wurde 1889 von Ernst Abbe in Jena gegründet und ist heute eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und der SCHOTT AG. Ihre Fördertätigkeit wird aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.

Ansprechperson

Prof. Dr. rer. nat. Marco Wagner
Prof. Dr. rer. nat. Marco Wagner
Professor für künstliche Intelligenz in technischen Systemen
Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik

Die Hochschule Heilbronn (HHN) ist eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An ihren vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die HHN mehr als 60 zukunftsorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an, darunter auch berufsbegleitende Angebote. Die HHN bietet daneben noch weitere Studienmodelle an und pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region. Sie ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr gut vernetzt. Das hauseigene Gründungszentrum unterstützt Studierende sowie Forschende zudem beim Lebensziel Unternehmertum.