Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Technik
Grundstudium
Im Grundstudium in den ersten beiden Semestern werden die
Grundkenntnisse für die späteren Vertiefungs- und Wahlfächer erworben.
Für den Studiengang UP! bedeutet das natürlich auch: Grundlagen für
Umweltschutz und Nachhaltigkeit von Anfang an.
Beispielsweise lernen wir in der Vorlesung Werkstoffkunde nicht nur die unterschiedlichen Eigenschaften, sondern auch die Voraussetzungen und Eignung für das Recycling von Kunststoffen, Metallen, Glas und Keramik kennen.
- Vorlesung "Nachhaltigkeit Live!"
- Week UP! - Projektwoche Nachhaltigkeit
- Vorlesung Umweltprozesse
Vorlesung "Nachhaltigkeit Live!"

Was bedeutet Nachhaltigkeit wirklich – und was nicht? Nach dieser Vorlesung können Sie diese Frage fundiert beantworten. Sie verstehen, wie Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft zusammenhängen, und können einschätzen, welchen Einfluss Konsum, Wachstum und Ressourcenverbrauch auf unser Ökosystem haben. Außerdem lernen Sie erste Werkzeuge kennen, die im Studium noch eine zentrale Rolle spielen werden: das Konzept der Ökobilanz und die Grundlagen nachhaltiger Prozessentwicklung.
Week UP! - Projektwoche Nachhaltigkeit
Im ersten Semester reservieren wir eine ganze Woche, ohne sonstige Vorlesungen, für ein Thema, das den Studiengang prägt: Nachhaltigkeit.
In dieser Projektwoche „Week UP!" arbeiten Studierende in Projektteams an echten Umweltfragen: in Laboren, an gut ausgestatteten Arbeitsplätzen und begleitet von Impulsvorträgen aus der Praxis sowie Exkursionen. Die Ergebnisse werden am Ende der Woche präsentiert und prämiert. Themen der vergangenen Jahre waren unter anderem Feinstaubbelastung, Abwasserreinigung, die Entwicklung eines Campusmessnetzes und vieles mehr.
Vorlesung Umweltprozesse

Wie verändert menschliches Handeln unsere Umwelt – und welche Rolle spielen dabei technische Prozesse? Diesen Fragen geht die Vorlesung Umweltprozesse auf den Grund. Am Ende wissen Sie, wie Schadstoffe in die Umwelt gelangen, sich in Luft, Boden und Wasser verteilen und welche Reaktionen dabei ablaufen – und Sie können ihr Gefährdungspotenzial realistisch einschätzen. Dafür vermittelt die Vorlesung die chemischen und physikalischen Grundlagen, die Sie brauchen, um Umweltprozesse wirklich zu verstehen.
Themen der Projektwoche Week UP!
Im Mittelpunkt der Week UP! stehen vier Themenfelder, die sich über die Jahre als Kern der Projektwoche etabliert haben. Und die zeigen, wo Umwelt- und Prozessingenieurwesen heute gebraucht wird.
- Luft
- Wasser
- Boden
- Prozesse und Ressourcen
Fokusthema Luft
Luftqualität ist messbar, bewertbar und ingenieurwissenschaftlich gestaltbar. Im Themenfeld Luft beschäftigen Sie sich mit der Entstehung, Ausbreitung und Messung von Luftschadstoffen sowie mit technischen Ansätzen zur Überwachung und Verbesserung der Luftqualität. In der Projektwoche stellen Sie sich einer konkreten Forschungsfrage: Mit welchen Methoden lässt sich Luftqualität zuverlässig erfassen? Welche Faktoren beeinflussen die Schadstoffbelastung in urbanen Räumen? Wie werden Messsysteme aufgebaut, betrieben und kalibriert? Die praktische Arbeit umfasst Laborversuche, Feldmessungen und Datenauswertung. Fachvorträge und Exkursionen zu Unternehmen und Forschungseinrichtungen stellen den Bezug zur Berufspraxis her.
Fokusthema Wasser

Wasser durchläuft vielfältige natürliche und technische Kreisläufe und ist dabei zahlreichen Belastungen ausgesetzt. Im Themenfeld Wasser beschäftigen Sie sich mit Analysemethoden, Reinigungsverfahren und der Bewertung des Wasserverbrauchs in industriellen Prozessen. In der Projektwoche stellen Sie sich einer konkreten Forschungsfrage: Welche Verfahren eignen sich zur Aufbereitung belasteter Wässer? Wie wird der Wasserfußabdruck eines Prozesses ermittelt und bewertet? Welche analytischen Methoden liefern verlässliche Ergebnisse? Im Mittelpunkt stehen der Aufbau und Betrieb von Versuchsanlagen sowie die Durchführung und Auswertung von Wasseranalysen. Betriebsbesichtigungen und Expertengespräche ergänzen die Laborarbeit.
Fokusthema Boden

Boden ist eine endliche Ressource mit komplexen physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften. Im Themenfeld Boden untersuchen Sie die Auswirkungen menschlicher Nutzung auf Böden und angrenzende Ökosysteme sowie Möglichkeiten zum Schutz und zur Verbesserung der Bodenqualität. In der Projektwoche stellen Sie sich einer konkreten Forschungsfrage: Wie wirkt sich landwirtschaftliche Nutzung auf Boden- und Wasserqualität aus? Welche Bodeneigenschaften sind für Resilienz und Nährstoffspeicherung entscheidend? Wie lassen sich Einträge von Schad- und Nährstoffen kontrollieren? Laboranalysen, Substratentwicklung und Feldversuche bilden die praktische Grundlage. Fachvorträge und Exkursionen stellen den Bezug zu landwirtschaftlicher und kommunaler Praxis her.
Übergreifende Themen : Prozesse und Ressourcen

Umweltrelevante Fragestellungen betreffen häufig mehrere Umweltmedien gleichzeitig. Dieses Themenfeld widmet sich komplexen industriellen und technischen Prozessen, bei denen Ressourcenverbrauch, Stoffkreisläufe und Umweltauswirkungen gemeinsam bewertet werden. In der Projektwoche stellen Sie sich einer konkreten Forschungsfrage: Wie wird die Nachhaltigkeit eines industriellen Prozesses ganzheitlich bewertet? Welche Potenziale zur Kreislaufführung von Stoffen und zur Reduktion von Abfällen bestehen? Mit welchen Kennzahlen lässt sich Nachhaltigkeit in der Prozessentwicklung operationalisieren? Die Studierenden erarbeiten Prozessanalysen, entwickeln Optimierungsansätze und dokumentieren ihre Ergebnisse. Das Themenfeld eignet sich besonders für Fragestellungen an der Schnittstelle von Verfahrenstechnik, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit.
Vertiefungsstudium
Das Vertiefungsstudium ab dem dritten Semester baut auf den Grundkenntnissen auf. Es gibt Vorlesungen aus einem "klassischen" Ingenieursstudium wie z.B. Strömungslehre, Thermodynamik, Verfahrens- oder Regelungstechnik. Themen aus Umweltschutz und Nachhaltigkeit finden sich in Umwelt- und Prozessanalytik, Industrial Ecology und selbstverständlich auch in Thermischer oder Mechanischer Verfahrenstechnik.
Neben Vorlesungen gibt es auch Veranstaltungen in den Hochschullaboren, sei es z.B. das Umweltlabor, Digitalisierungslabor oder Verfahrenstechniklabor.
- Profilbildung mit Wahlfächern
- Seminarprojekt „Nachhaltige Prozesse“
Eigenes Profil entwickeln: Wahlfächer der Fakultät Technik

Ab dem sechsten Semester gestalten Sie Ihr Studium aktiv mit. Ergänzend zu den Pflichtveranstaltungen wählen Sie aus einem breiten Angebot der gesamten Fakultät Technik die Themen, die zu Ihren Interessen und Zielen passen. Ob Nachhaltigkeit, Energie, Digitalisierung, klassisches Ingenieurwesen oder Kommunikation: Die Wahlfächer reichen von Abgasreinigung und Wasserstofftechnologie über Biotechnologie und Recyclingseminar bis hin zu Betriebswirtschaftslehre und Technikfolgenabschätzung. Besonders hervorzuheben sind die Wahllabore – zum Beispiel Technische Sauberkeit oder Chemische Reaktionstechnik – in denen Sie Ihre praktischen Fähigkeiten in spezialisierten Bereichen gezielt vertiefen. So schärfen Sie Ihr fachliches Profil und legen gezielt die Grundlage für Ihren späteren Berufsweg.
Im Fokus: Seminarprojekt "Nachhaltige Prozesse"

Im sechsten Semester läuft alles zusammen. Im Seminarprojekt „Nachhaltige Prozesse" planen und projektieren Sie in kleinen Teams eine vollständige verfahrenstechnische Anlage: von der ersten Idee über Auslegung und Kostenschätzung bis zur Übergabe an den Kunden. Das ist kein Übungsprojekt. Sie tragen echte Verantwortung für Termine, Ergebnisse und die Qualität Ihrer Arbeit, gegenüber den betreuenden Professorinnen und Professoren als Projektträger, aber vor allem gegenüber Ihrem Team. Am Ende können Sie eine Anlage nicht nur technisch konzipieren und wirtschaftlich bewerten, sondern auch sicherheitstechnisch beurteilen und konsequent unter Nachhaltigkeitsaspekten entwickeln. Projektmanagement, Fließbilder, Mess- und Regelungstechnik, Rentabilitätsbetrachtung: Sie durchlaufen den vollständigen Zyklus, den Ingenieurinnen und Ingenieure im Berufsalltag täglich meistern müssen. Wer dieses Projekt abschließt, hat nicht nur Fachwissen, sondern auch bewiesen, dass er es anwenden kann.

