Frauen in der Wissenschaft

Interview mit Prof. Dr. oec. Jana Heimel

Steckbrief

Name:

Jana Heimel

Alter:

43

Akademischer Grad:

Dr. oec.

Aktuelle berufliche Position:

Professorin in der Fakultät für International Business an der Hochschule Heilbronn, Vorständin am DINE e.V., Unternehmensberaterin

Fachbereich und Forschungsgebiet:

Management Accounting / Controlling bzw. Nachhaltige Entwicklung mit Fokus auf Fahrradmobilität

Forschungsschwerpunkte und Veröffentlichungen:

Mitgliedschaft in wissenschaftlichen Vereinigungen oder Organisationen:

Mitglied im Arbeitskreis „Green Controlling“ des Internationalen Controller Vereins (ICV), Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft (DGT e.V.), Kommissionsmitglied im Fachkreis Weintourismus/Kulinarik der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft (DGT e.V.), Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC)

Inspirierende Personen oder Vorbilder:

Für mich als Atheistin sind die Lebensweisheiten des Dalai Lamas durchaus sehr inspirierend.

Foto von Prof. Dr. oec. Jana Heimel

Interview

Würden Sie sich bitte kurz in eigenen Worten beschreiben?

Agile und umtriebige Person, die ihre „Überenergie“ gern in Herzensprojekte steckt. Ansonsten gesellig, die es liebt mit Menschen/Freunden zu sein und bekannt für ihre Passion zum Fahrradfahren.

Was ist Ihr akademischer/beruflicher Hintergrund?

Einst Internationale BWL in Frankfurt an der Oder mit Doppeldiplomabschluss an der ESC Montpellier studiert. Knapp 10 Jahre bei Horváth, einer Managementberatung, gearbeitet und dort das CFO-Panel verantwortet. Parallel dazu meinen Dr. oec. an der Uni Zürich absolviert. Zudem längere Zeit in Atlanta (USA) und Brüssel (Belgien) gelebt und gearbeitet.

Was hat Sie motiviert, sich für eine Karriere in der Wissenschaft/Forschung zu entscheiden?

Tatsächlich hat sich das so ergeben. Es war gar nicht mein Ziel, dort Fuß zu fassen. Allerdings hat sich damit der Kreis geschlossen, denn nach dem Abi war ich einst auch für Lehramt Mathe, Englisch in Potsdam immatrikuliert, habe mich dann aber doch für BWL/das Wirtschaftsstudium in FFO entschieden, um erst einmal Karriere zu machen nach dem Motto „sozial sein“ kann ich auch nebenbei. So habe ich eigentlich stets Ehrenämter (Nachhilfe Studienkreis, Lehrerin für alleinerziehende Mütter bei der Caritas etc.) neben meinem Beruf ausgeübt Bei Horváth hatte ich die Möglihckeit neben meiner Arbeit zum promovieren und diese Gelegenheit habe ich genutzt, damals zu einem Thema „Controlling“, welches ich heute in der Lehre betreibe. In der Forschung beschäftige ich mich eher/mehr mit Themen, die mich auch privat umtreiben und das sind v.a. Nachhaltigkeitsthemen, wie bspw. das Projekt „PendlerRatD“.

Was inspiriert Sie, in Ihrem Fachbereich zu bleiben und weiterzumachen?

Auf die Forschung bezogen, ist es ja klar, da es sich mit nachhatligigter Mobiltiät um ein Thema handelt, welches mich persönlich umtreibt. Mittel-/Langfristig möchte ich die Nische Radfahren verlassen und mich breiter aufstellen und diverse Nachhaltigkeitsthemen so wie bspw. das neue Projekt „StuttgartAirLeben“ bedienen. Diese finden auch zunehmend Eingang in meine Lehre. Mit Entwicklungen wie ESG und CRSD-Richtlinien lassen sich beide Strenge „Controlling“ und „Nachhaltigkeit“ vorzüglich kombinieren. 

Was empfinden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bisher? Worauf sind Sie stolz?

Da wo ich jetzt stehe, denn dorthin zukommen, verlangt (weniger Können als vielmehr) viel Disziplin. Und die Popularität, die ich mit einem so banalen Thema wie Radfahren erreicht habe. Das zeigt, dass wenn man für etwas brennt also eine Leidenschaft hat, alles erreichen kann.

Was sind Ihre Zukunftspläne für Ihre Karriere? ? Haben Sie bereits Projekte in der Pipeline und welchen Impact sollen sie haben?

Zunächst einmal heißt es, das Projekt „PendlerRatD“ erfolgreich abzuschließen und alles daran zu setzen, dass es insbes. die App „weiterlebt“. Denn ich produziere/arbeite ungern für die Tonne. Konkret wollen wir die App bei Arbeitgebern und ihren Arbeitnehmern an den Mann bringen und damit einen wesentlichen Beitrag zum Deutschland wir PendlerNation leisten. Mittel-/langfristig möchte ich meinen Themenschwerpunkt Fahrrad auf Nachhaltigkeit ausweiten und andere v.a. grüne (Umwelt)Projekte ins Leben rufen. Kürzlich habe ich erst ein neues Klimabildungs- und –aktionsrpojekt  „StuttgartAirLeben“ bei der Stadt Stuttgart im Rahmen des Klima-Innovationsfonds gewonnen. Hierbei geht es um ... Das Projekt birgt viel Potenzial, überregional ausgerollt zu werden. Schlussendlich ist es mein persönliches Ziel, dem Planet Erde etwas zurückzugeben, dafür dass ich hier sein/leben darf.

Was ist eine Fähigkeit oder Eigenschaft, die Sie erst später in Ihrer Karriere erkannt haben und die Sie für wichtig halten?

Begeisterungsfähigkeit und damit andere in den Bann zu ziehen. Mir fällt es durchaus leicht, mit Themen, für die ich mich selbst begeistern kann, andere zu(m Mitmachen) motivieren.

Was ist Ihr Rat an Frauen, die mit dem Gedanken spielen, eine Karriere in der Wissenschaft zu beginnen?

Zu erkennen, was man selbst will und (gut) kann, sich selbst treu bleiben, sich der Männerwelt sich nicht zu sehr anzupassen. Meine knapp 10 Jahre in der Beraterwelt haben mir gezeigt bzw. Erkenntnis kam erst danach, dass man also Frau weniger assimilieren als vielmehr eigenen Waffen nutzen sollte.