
KI im Sozialwesen verantwortungsvoll gestalten und erproben: Innovative KI-Anwendungen partizipativ entwickeln und Teilhabe stärken für einen nachhaltigen und sicheren Einsatz fairer KI-Lösungen in der sozialen Praxis
Projektleitung und Team:
- Prof. Dr. Nicola Marsden
- Dr. Annelie Rothe-Wulf
- Team Lab für Sozioinformatik

Projektlaufzeit:
01.07.2026-30.06.2028
Förderprogramm „Innovative Sonderprojekte“ an der HHN gefördert durch die Dieter-Schwarz-Stiftung


Projektziele
Das übergeordnete Ziel des Projektes ist die Co-Kreation von skalierbaren KI-Lösungen im Sozialwesen mit Heilbronn als Modellregion. Eingebettet in die regionale Initiative AI INSPIRE: KI und Sozialwesen möchten wir ein Reallabor aufbauen, in dem gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern der Sozialwirtschaft, KI-Anwendungen entwickelt und erprobt werden. Im Projekt richten wir partizipative Experimentierräume in den Organisationen ein, um KI-Prototypen zu testen und weiterzuentwickeln. Unter Nutzung sozialverantwortlicher KI-Gestaltungsprinzipien evaluieren wir die unmittelbaren Auswirkungen und Risiken der KI-Anwendungen und leiten Standards für Governance, Transfer und Skalierung ab. Dadurch stärkt das Vorhaben die KI-Kompetenz in der regionalen Sozialwirtschaft und erhöht die Sichtbarkeit sozialer Perspektiven innerhalb des Heilbronner KI-Innovationsökosystems und darüber hinaus.
Was steckt hinter dem Projekt?
Das Sozialwesen ist für die Region gesellschaftlich und wirtschaftlich hochrelevant, doch im Heilbronner KI-Innovationsökosystem ist der soziale Bereich bislang unterrepräsentiert. Zugleich entstehen gerade in diesem Feld hochsensible KI-Anwendungen, die mit Entscheidungen über Menschen einhergehen, besonders vulnerable Gruppen betreffen und mit unmittelbaren Folgen für gesellschaftliche Teilhabe verknüpft sind. Es fehlen bisher allerdings strukturierte Experimentierräume, in denen soziale Organisationen KI verantwortungsvoll, praxisnah und wissenschaftlich begleitet erproben, bewerten und für andere Kontexte nutzbar machen können. Diesen Raum bietet das Projekt R-KISO.
Unser Vorgehen: Forschung in der Praxis
Die Umsetzung der Reallaborforschung erfolgt partizipativ und iterativ: Erfahrungen aus der praktischen Anwendung und Erprobung der entwickelten KI-Prototypen in ihrem tatsächlichen sozialen Einsatzort fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Lösungen ein. Dabei ist die Arbeit zwischen Praxispartner*innen und Forschenden eng verzahnt und wird durch Workshops und Gespräche kontinuierlich begleitet. Die wissenschaftliche Forschung ist interdisziplinär und verbindet qualitative mit quantitativen Methoden, um Nutzung, Wirkung, Risiken und Bedingungen für einen erfolgreichen Einsatz systematisch zu untersuchen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Integration von Kommunikations- und Bias-Forschung: zum einen um sozialverantwortliche und faire KI-Lösungen zu entwickeln, und zum anderen um vorhandene soziale Expertisen in qualitativ hochwertigen KI-Anwendungen für verschiedene Einsatzfelder nutzbar zu machen. Dabei werden auch bestehende Forschungs- und Entwicklungsansätze weiterentwickelt, zum Beispiel die Nutzung von Large Language Models zur Analyse und Unterstützung individuellen Kommunikationsverhaltens.
Transfer in die Zukunft
Das Projekt schafft erprobte, anpassbare und offen zugängliche KI-Lösungen für die Sozialwirtschaft. Organisationen und Fachkräfte profitieren von praxisnahen, skalierbaren KI-Anwendungen, insbesondere für Beratung, Dokumentation und Fallreflexion. Die Initiative AI INSPIRE: KI und Sozialwesen in Heilbronn trägt die Ergebnisse über das Reallabor hinaus in die Praxis und die regionalen Netzwerke. Die entwickelten Lösungen werden als Open Source und Open Access bereitgestellt und können von weiteren Organisationen eigenständig genutzt, angepasst und weiterentwickelt werden. Das Projekt stärkt die Region Heilbronn als Modellregion für KI im Sozialwesen und schafft übertragbare Ansätze für weitere Regionen und Anwendungsfelder wie Verwaltung, Bildung und Gesundheit.