
Die feierliche Verleihung der HHN Wissenschaftspreise zeigte eindrucksvoll das hohe Niveau von Lehre und Forschung der Hochschule Heilbronn. Die drei Preisträger*innen haben mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag für Forschung und Lehre an der HHN geleistet.
Heilbronn, Mai 2026. Professorin Juliane König-Birk, Dr. Kerstin Steimle und Professor Javier Villalba-Diez sind die drei Gewinner*innen des HHN Wissenschaftspreises 2026. Mit ihren Beiträgen zu fächerübergreifenden Lehrkonzepten für Studierende mit individuellem Vorwissen, frischen Ideen zum selbstständigen digitalen Lernen für den Mathematikgrundlagentest sowie einem Forschungsprogramm, das Quantum Computing, mathematische Physik der Informationsverarbeitung und Hochleistungsrechnen verbindet, konnten sie die Jury überzeugen (Titelbild: Die Gewinner*innen und Stifter der diesjährigen HHN-Wissenschaftspreise: Rektor Oliver Lenzen, Hilmar Weber, Vorstandsvorsitzender der Thomas Gessmann-Stiftung, Dr. Kerstin Steimle, Prof. Dr. Juliane König-Birk und Götz von Waldeyer-Hartz, Geschäftsführender Gesellschafter des Förderkreises der HHN (v.l.n.r.). Foto: Daniel Nasse)
Die Vorlesungen „Physik“ und „Grundlagen der Technik“ von Professorin Juliane König-Birk vermitteln elementares Grundwissen für Studierende verschiedener Studiengänge und beschreiten mit einer Kombination aus eher klassischer Frontallehre, Experimenten und Gruppenarbeit neue Wege bei der Wissensvermittlung, indem besondere Lehr- und Lernelemente eingebaut werden. Eine abwechslungsreiche Lehrveranstaltung motiviere die Studierenden, erklärt Professorin Juliane König-Birk: „Hat man Freude an der Thematik und ein Kompetenzerleben, so lernt es sich leichter. Dies versuche ich für die Studierenden beispielsweise durch Online-Escape-Rooms passend zu jedem Vorlesungskapitel oder forschende Fragestellungen, die man mit Haushaltsmaterialien durchführen kann, bereits im Grundstudium möglich zu machen.“ Das Ziel der Vorlesungen ist es, durch Freude am Lernen das Interesse an den wissenschaftlichen Grundlagen zu wecken und die Studierenden auf weiterführende Lehrveranstaltungen vorzubereiten. Die Vorlesungen sind darauf ausgelegt, Studierende mit unterschiedlichen Wissensständen aufzunehmen und auf einen einheitlichen Kenntnisstand zu bringen.
In ihrer Dissertation untersucht Kerstin Steimle den Einfluss von Motivation und Flow-Erleben auf das Übungsverhalten in digitalen Lernsettings sowie deren Wirkung auf den Lernerfolg. Mathematische Grundlagen sind heute eine zentrale Voraussetzung für den Studienerfolg angehender Fach- und Führungskräfte im MINT-Bereich. Anhand einer empirischen Untersuchung des an der Hochschule Heilbronn angebotenen Mathematikgrundlagentests zeigt die Arbeit, dass frühe Erfolgserlebnisse ein positives mathematisches Selbstkonzept fördern. Das begünstigt Motivation und Flow-Erleben, der entscheidende Faktor für bessere Leistungen liegt jedoch im aktiven Üben. Kerstin Steimle betont: „Digitale Lernsysteme können unterstützen, aber nachhaltiger Lernerfolg entsteht vor allem durch kontinuierliche Übung und positive Lernerfahrungen - dann kann ein Lernen im Flow entstehen.“ Die Dissertation liefert wichtige Impulse für die Gestaltung digitaler Lernsettings und macht deutlich, dass nachhaltiger Studienerfolg – insbesondere in der Mathematik – vor allem durch bestärkendes Lernen und kontinuierliche Übung erreicht wird.
In seinem Forschungsprogramm entwickelt Professor Javier Villalba-Diez geometrisch-topologische Modelle für Quanten- und hybridbeschleunigtes Hochleistungsrechnen: „Mich treibt die Frage an, welche geometrischen Invarianten die Grenzen des Rechnens bestimmen“, erklärt Professor Javier Villalba-Diez. „Daraus entstehen robuste, skalierbare Rechenmethoden – von der Theorie bis zum Prototyp.“ Als Forschungsprofessor für „Quantum Computing: Mathematische Physik der Informationsverarbeitung im Hochleistungsrechnen“ untersucht er, welche mathematischen Strukturen die Robustheit, Komplexität und Effizienz von Rechenprozessen bestimmen. Im Zentrum stehen Ressourcentheorien, diskrete Geometriemodelle, Quanten-Hardware-Simulationen und skalierbare Rechenbausteine, die von der theoretischen Modellierung bis zu prototypischen cyber-physischen Anwendungen reichen. Seine aktuellen Arbeiten verbinden die Grundlagen des Quantum Computing mit anwendungsnahen Fragestellungen, etwa in der der personalisierten Medizin, der Biomechanik, und der Gesundheitsüberwachung. Damit stärkt seine Forschung das Profil der Hochschule Heilbronn an der Schnittstelle von mathematischer Physik, Quantum Computing, Hochleistungsrechnen und angewandter Gesundheitsinnovation.
Die Thomas Gessmann-Stiftung nahm die Verleihung der HHN-Wissenschaftspreise im wunderbaren Ambiente des Literaturhaus Heilbronn zum Anlass, Professor Oliver Lenzen, Rektor der Hochschule Heilbronn, die "Keltische Rose" für sein besonderes Engagement rund um die Hochschule Heilbronn zu überreichen. Die "Keltische Rose" geht auf den Gründer der Thomas-Gessmann-Stiftung zurück. Es ist ein Schmuckstück das während der Keltenzeit etwa 500 v. Chr. entstanden ist und von Thomas Gessmann entdeckt wurde. Er stilisierte das Design und versah es mit einem Edelstein. Er verschenkte dieses an von ihm geschätzte Personen als Anerkennung für besondere Leistungen.
Die Hochschule Heilbronn (HHN) ist eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An ihren vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die HHN mehr als 60 zukunftsorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an, darunter auch berufsbegleitende Angebote. Die HHN bietet daneben noch weitere Studienmodelle an und pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region. Sie ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr gut vernetzt. Das hauseigene Gründungszentrum unterstützt Studierende sowie Forschende zudem beim Lebensziel Unternehmertum.

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