Open Models Laboratory
Das OMiLAB Heilbronn bietet Studierenden und Forschenden einen praxisnahen Zugang zur konzeptionellen Modellierung, insbesondere im Kontext von Geschäftsmodellen, Prozessen und digitalen Lösungen. Im Zentrum stehen drei methodische Bausteine: die papierbasierte Modellierung mit Kreativitätstechniken, die digitale Überführung dieser Modelle mittels Kameratechnologie sowie deren Automatisierung durch Low-Code-Plattformen. Diese Elemente können einzeln oder kombiniert eingesetzt werden.
Darüber hinaus ermöglicht das Labor die direkte Verbindung von Modellen mit physischen Systemen wie Roboterarmen oder autonomen Fahrzeugen, um Konzepte unmittelbar zu testen und weiterzuentwickeln. Das OMiLAB ist in den Studiengang Wirtschaftsinformatik eingebunden und wird in Lehrveranstaltungen zu Themen wie Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und Modellierung eingesetzt.
Neben der Lehre unterstützt das Labor auch anwendungsorientierte Forschung und die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen, insbesondere bei der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle. Als Teil des internationalen OMiLAB-Netzwerks trägt das Labor zur Förderung von Innovation, Wissenstransfer und der digitalen Weiterentwicklung der Region Heilbronn-Franken bei.

Schwerpunkte
Zentrale Themen in Forschung und Lehre sind:
- Geschäftsmodelle und ihre Rolle in digitalen Wertschöpfungsnetzwerken und Ökosystemen
- Unternehmensübergreifende Enterprise-Architekturen und Systemgestaltung
- Cybersicherheit, Risikomanagement und Resilienz in digitalen Infrastrukturen
- KI-gestützte Prozessoptimierung in Handel, Dienstleistung und Industrie
Ausstattung des OMiLAB Heilbronn
Die Modellierungsumgebung des OMiLAB Heilbronn basiert auf einer Open-Source-Lösung und steht für Forschung und Lehre frei zur Verfügung. Sie unterstützt die Entwicklung, Visualisierung und Umsetzung konzeptioneller Modelle in verschiedenen Anwendungskontexten. Die technische Ausstattung ermöglicht sowohl digitale als auch physische Interaktionen im Rahmen von Proof-of-Concept-Szenarien.
Zentrale Komponenten der Ausstattung:
Scene2Model mit SAP Scenes
Open-Source-Modellierungsumgebung zur digitalen Erfassung papierbasierter ModelleDobot Magician
Roboterarm zur Anbindung physischer Systeme im Proof-of-Concept-Layer (Cyber-Physical Systems)mBot
Programmierbarer Roboter zur Modellvalidierung und Demonstration im Bereich autonomer Systeme
Aktivitäten & Resultate
Die folgenden ausgewählten Aktivitäten wurden vom OMiLAB@HHN organisiert. Sie geben einen Einblick in die bisherigen Leistungen und Beiträge dieses OMiLAB-Knotens zur globalen Community.

Network Business Model Architecture (NBMA) ist ein Modellierungswerkzeug zur Analyse komplexer Geschäftsökosysteme. Es basiert auf bestehenden Frameworks wie der Business Model Ontology, e3value und dem Business Objectives Compliance Architecture Framework und wurde auf der ADOxx-Plattform implementiert.
NBMA bietet verschiedene Perspektiven:
- Value Network Map: Überblick über Wertschöpfungsnetzwerke
- Value Network Model: Darstellung von Netzwerkstrukturen und Akteursbeziehungen
- Business Model Architecture: Visualisierung interner Geschäftsstrukturen mit dem Business Model Canvas
- Capability Maps: Abbildung von Geschäfts- und IT-Fähigkeiten
Die Methode wurde gemeinsam mit der TU München und der HS Reutlingen entwickelt. Weitere Informationen sowie ein kostenloser Download sind auf der Webseite des OMiLAB verfügbar.
Veröffentlichungen
Die folgenden Veröffentlichungen spiegeln die wissenschaftlichen Beiträge des OMiLABs im Bereich der konzeptionellen Modellierung wider und zeigen aktuelle Entwicklungen, Methoden und Anwendungsbeispiele.
- Küller, P., Hertweck, D., Fauser, J., & Krcmar, H. (2025). Integrating Modeling Approaches for the Extended Enterprise: A Tailored Method for a Case Study Research. In X. Boucher, R. A. Buchmann, H.-G. Fill, D. Kiritsis, & W. Utz (Hrsg.), Domain-Specific Conceptual Modelling: The OMiLAB Community of Practice. Springer (unveröffentlicht).
- Küller, Philipp. “Geschäftsmodelle und IT-Services für Unternehmen und Organisationen in der dezentralen Energiewirtschaft”. Dissertation, Technische Universität München, TUM School of Computation, Information and Technology, 2022. Download.
Ansprechpartner
Für weitere Informationen und Rückfragen stehen Ihnen die folgenden Ansprechpartner gerne zur Verfügung.
