
LernCampusNextGen
Das Projekt reformiert die Lehr- und Lernarchitektur der Hochschule Heilbronn
Über das Projekt
Motivation
Die Hochschullandschaft befindet sich im Wandel: Globalisierung, Internationalisierung und migrationsbedingte Entwicklungen führen zu einer zunehmend vielfältigen Studierendenschaft. Die Hochschule Heilbronn begegnet diesen mit einer strukturierten Neuausrichtung von Studium und Lehre: einer Lehr- und Lernarchitektur, die flexibel auf unterschiedliche Lebenssituationen, Vorkenntnisse und Ziele reagiert. Das Projekt schafft dafür eine konsistente Ordnungsstruktur statt vieler Einzellösungen.
Projektidee
Mit dem hochschulweiten Projekt LernCampusNextGen steht die Vision einer Hochschule im Zentrum, die individuelle Bildungswege ermöglicht und die zunehmende Diversität ihrer Studierenden aktiv berücksichtigt.
Wir bauen ein Baukastensystem aus Studienbausteinen fester ECTS-Größe. Daraus entstehen kombinierbare Studienpfade, die sich anpassen lassen und mehrere Wege zum selben Abschluss eröffnen. Hierbei werden nicht nur digitale und analoge Lernräume integriert, sondern gleichsam auch nationale und internationale Partner, sowie Unternehmen.
Ziele
- Individuelle, veränderbare Studienpfade bis zum Abschluss
- Interfakultative Kombinationen als Regel
- Internationale Komponenten und Partnerschaften
- Anschlussfähigkeit für Weiterbildung
(Microdegrees) - Kooperationen mit Unternehmen / Organisationen
- Digitale und räumliche Lernumgebungen, die Flexibilität unterstützen
Wie kann der LernCampusNextGen aussehen?
Das Schaubild zeigt die mögliche Zielperspektive für LernCampusNextGen: Studierende starten mit gemeinsamen Grundbausteinen und können ihren weiteren Studienweg anschließend flexibler und individueller gestalten. Technik, Wirtschaft und Informatik werden dabei nicht mehr nur in getrennten Studiengängen gedacht, sondern als miteinander kombinierbare Studienbausteine. So entstehen unterschiedliche Wege durch das Studium, die je nach Interesse, Kompetenzprofil und beruflichem Ziel zu verschiedenen Abschlussprofilen führen können.
Der Weg dorthin wird im Projekt Schritt für Schritt entwickelt. Wir prüfen gemeinsam welche bestehenden Inhalte sich als Bausteine denken lassen, wo neue Verbindungen entstehen können und welche Strukturen Studierende brauchen, um sich gut zu orientieren. Dabei geht es nicht darum, bewährte Studiengänge aufzulösen, sondern neue Spielräume zu eröffnen: für individuelle Studienpfade, interdisziplinäre Kombinationen und mehr Durchlässigkeit zwischen Themenfeldern.
LernCampusNextGen versteht sich damit als Entwicklungsprozess. Das Ziel ist eine Lern- und Studienarchitektur, die flexibler auf unterschiedliche Bildungsbiografien, Interessen und Zukunftsanforderungen reagieren kann. Das Bild macht sichtbar, wohin die Reise gehen kann: hin zu einem Campus, auf dem Studierende nicht nur einem festen Pfad folgen, sondern ihren Weg aktiver mitgestalten.

Aktuelles
- Digitale Orientierung
- Umsetzung
- Workshops
- Praxis-Test
- Internationaler Austausch
- Rückblick

KI-Chatbot StudiAssist startet auf den Studienangebotsseiten der HHN
Juli 2026
Seit dem 21. Juli steht auf den Studienangebotsseiten der Hochschule Heilbronn der KI-gestützte Chatbot StudiAssist zur Verfügung. Studieninteressierte können damit Fragen rund um das Studienangebot der HHN schnell und unkompliziert stellen und erhalten eine erste Orientierung zu Studiengängen, Studienmöglichkeiten und weiteren studienbezogenen Themen.
Der Einsatz von StudiAssist ist Teil der Aktivitäten im Projekt LernCampusNextGen. Im Rahmen der Entwicklung eines flexiblen Studienangebots steigen die Anforderungen an eine verständliche und niedrigschwellige Orientierung. Vor diesem Hintergrund wird mit StudiAssist erprobt, wie ein KI-gestütztes Informationsangebot die Studienorientierung sinnvoll unterstützen kann.
Der Chatbot greift dabei ausschließlich auf ausgewählte und hinterlegte Informationen der Hochschule zurück. Auf diese Weise sollen verlässliche und nachvollziehbare Antworten auf studienspezifische Fragen ermöglicht werden. StudiAssist ersetzt keine persönliche Beratung, kann aber eine erste Anlaufstelle sein, um Informationen leichter zugänglich zu machen.
Die Einführung erfolgt zunächst im Rahmen einer Pilotphase. Dabei werden Erfahrungen gesammelt, wie das Angebot angenommen wird und welchen Beitrag ein KI-gestützter Chatbot zur Orientierung leisten kann. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung digitaler Unterstützungsangebote für Studieninteressierte und Studierende ein.

Hybridtechnik: Umsetzung an drei Standorten startet
Juli 2026
LernCampusNextGen erreicht einen weiteren wichtigen Umsetzungsschritt: In diesem Jahr kann in drei Räumen neue Hybridtechnik umgesetzt werden – jeweils ein Raum in Künzelsau, in Schwäbisch Hall und am Bildungscampus.
Die Bestellung wurde inzwischen ausgelöst, die Umsetzung ist für die vorlesungsfreien Zeiten geplant.
Damit wird ein ganz konkreter Mehrwert des Projekts sichtbar. Die neue Ausstattung soll es ermöglichen, hybride Lehr-, Beratungs- und Austauschformate einfacher zu erproben und weiterzuentwickeln. Gerade an einer Hochschule mit vier Standorten können solche technischen Möglichkeiten helfen, neue Verbindungen zu schaffen, Wege zu verkürzen und Zusammenarbeit flexibler zu gestalten.
Dabei geht es nicht darum, die Lehre grundsätzlich umzukrempeln oder Präsenzformate zu ersetzen. Vielmehr sollen zusätzliche Optionen entstehen: für Veranstaltungen mit zugeschalteten Teilnehmenden, für standortübergreifende Zusammenarbeit, für Informations- und Beratungsangebote oder für flexible Studienmodelle, die künftig stärker unterschiedliche Lebenssituationen und Studienwege berücksichtigen.
Mit dem Ausbau der Hybridtechnik können die beteiligten Bereiche nun direkt ausprobieren, welche Formate gut funktionieren, wo organisatorische oder technische Unterstützung gebraucht wird und welche Möglichkeiten sich daraus für Studium und Lehre ergeben. So wird der LernCampusNextGen Schritt für Schritt weiter praktisch erfahrbar.

Workshops in den Fakultäten: Gemeinsam auf dem Weg zu ersten FlexStudiengängen
Juni 2026
Aktuell finden in allen Fakultäten Workshops statt.
Moderiert werden die Termine vom Projektteam, das dort das Konzept des Baukastensystems und mögliche Wege hin zu ersten FlexStudiengängen vorstellt.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Information, sondern vor allem der gemeinsame Austausch: Welche Chancen bietet das Modell für die jeweilige Fakultät? Welche Fragen, Voraussetzungen und Rahmenbedingungen müssen geklärt werden? Und wo könnten erste Studiengänge entstehen, die sich für eine flexible Weiterentwicklung eignen?
Gemeinsam mit den Fakultäten wird ausgelotet, ob und wie sie sich an ersten FlexStudiengängen beteiligen möchten. Dabei geht es um einen realistischen Blick auf bestehende Strukturen, fachliche Profile und mögliche Entwicklungspfade.
Hybrider Proberaum am TechCampus: Technik im Praxistest
Mai/Juni 2026
In einem Seminarraum am TechCampus erproben wir derzeit technische Möglichkeiten für hybride Lehr-, Arbeits- und Austauschformate. Dafür wurden im Rahmen unseres Arbeitspakets "Campusleben Omnichannel" unter anderem ein Deckenmikrofon und eine Tracking-Kamera installiert, um die vorhandene Technik im laufenden Betrieb besser kennenzulernen.
Im Mittelpunkt steht dabei weniger die große Vision eines fertigen Modellraums, sondern ganz praktisch die Frage:
Was braucht es, damit hybride Situationen technisch zuverlässig funktionieren?
Der Proberaum hilft uns zu beobachten, welche Herausforderungen im Alltag entstehen können. Dazu gehören etwa Fragen der Bedienbarkeit, der Betreuung vor Ort, der schnellen Problemlösung und der Abstimmung mit externen Dienstleistern. Auch die Ansprechbarkeit bei technischen Schwierigkeiten spielt eine wichtige Rolle: Wer unterstützt wann, wie schnell und mit welchem Know-how?
G216 ist damit ein Lern- und Testraum im besten Sinne. Die Erfahrungen, die wir dort sammeln, fließen in die weitere Arbeit von LernCampusNextGen ein und helfen uns besser einzuschätzen, welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen für hybride Formate an der Hochschule Heilbronn notwendig sind.

Impulse aus Zwolle: LernCampusNextGen zu Besuch in Windesheim
19.-21. Mai 2026
Im Mai besuchten Veronica Quandt und Marcella Dillig aus dem Projektteam die Windesheim University of Applied Sciences in Zwolle.
Sie erhielten spannende Einblicke in ein Hochschulmodell, das flexible Studienstrukturen, projektbasiertes Lernen und persönliche Zusammenarbeit konsequent zusammendenkt.
Was besonders beeindruckte? Das modulare ICT-Curriculum sowie der transparente Umgang mit Feedback, Studienfortschritt und Künstlicher Intelligenz. Es wurde ungemein deutlich, wie praxisnah und kooperativ Lehre dort gestaltet wird.
Für unser Projekt gab der Besuch wertvolle Impulse, etwa für modulare Bausteine, Feedbackformate und die Gestaltung neuer Lernarchitekturen. Gleichzeitig konnten internationale Kontakte vertieft und mögliche Kooperationen angestoßen werden. Der Besuch in Zwolle hat gezeigt, wie inspirierend der Blick über Hochschul- und Landesgrenzen hinweg sein kann.
Intensiver Austausch in Schöntal: Das Projekt nimmt weiter Gestalt an
02.-03. März 2026
Im März kommt das Projektteam von LernCampusNextGen zu einem groß angelegten Workshop im Bildungshaus Kloster Schöntal zusammen. Zwei intensive Tage lang standen zentrale Fragen des Strukturprojekts im Mittelpunkt: Wie können Studienbausteine gedacht werden? Welche flexiblen Studienpfade sind möglich? Und welche Rahmenbedingungen braucht es, damit eine neue Lern- und Studienarchitektur an der Hochschule Heilbronn gelingen kann?
Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung wurde einmal mehr sichtbar, wie viele Menschen sich mit großem Engagement, fachlicher Tiefe und konstruktiver Offenheit in die Entwicklung einbringen.
In Arbeitsphasen, Diskussionen und gemeinsamen Reflexionen wurden Ideen geschärft, offene Fragen gesammelt und nächste Schritte konkretisiert. Neben dem inhaltlichen Austausch bot der Workshop auch Raum, um Schnittstellen zwischen Fakultäten, Arbeitspaketen und Projektbereichen besser kennenzulernen und das gemeinsame Verständnis für LernCampusNextGen weiter zu stärken.
Der Workshop hat deutlich gemacht, dass LernCampusNextGen nicht als fertige Lösung entsteht, sondern als gemeinsamer Entwicklungsprozess. Schöntal war dafür ein wichtiger Meilenstein.
Kontakt
Sie interessieren sich für LernCampusNextGen?
Ob Fragen zum Modell, zu Arbeitspaketen, Partizipationsformaten oder Kooperationsanfragen: wir leiten Ihr Anliegen an die richtige Stelle weiter.
Fördergeber

LernCampusNextGen ist ein Einzelprojekt der Hochschule Heilbronn, welches durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre im Förderprogramm „Lehrarchitektur“ gefördert wird.