07.04.2025, 3 Min. Lesezeit

HKMU–HUGS Joint Symposium zu KI, Ethik und Governance in Hongkong

Symposium HKMU HUGS

Zum zweiten Mal fand in Hongkong das HKMU–HUGS Joint Symposium statt - ein gemeinsames internationales Symposium der Hong Kong Metropolitan University (HKMU) und der Heilbronn University Graduate School (HUGS). Das Symposium bildete zugleich den inhaltlichen Höhepunkt einer zweiwöchigen Study Tour der MBA-Studierenden der Würth Akademie, die über die HUGS akkreditiert sind und gemeinsam mit der HKMU organisiert wurde.

Unter dem Thema „Navigating the Future: AI, Ethics, and Governance in the Age of Innovation“ brachte das Symposium Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aus Deutschland und Hongkong zusammen, um über die Chancen, Herausforderungen und Verantwortung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu diskutieren.

Die Keynote-Vorträge hielten Prof. Matthew Lee, Acting Dean der Business School der HKMU, sowie Prof. Dr. Ralf Dillerup, Dekan der Fakultät Wirtschaft der Hochschule Heilbronn. Prof. Lee beleuchtete in seinem Vortrag „AI Ethics and Governance – Emerging Consensus and Future Challenges“ aktuelle internationale Entwicklungen und bestehende Herausforderungen der KI-Governance, wie z.B. die Gegensätze Ethik als Werte versus Governance als institutionelle Praxis; technologische Dynamik versus rechtliche Fixierung und globaler Konsens versus lokale Verantwortlichkeit. Prof. Dillerup stellte mit seiner Keynote „Responsible Artificial Intelligence in Higher Education: A European Framework for Innovation, Disruption, and Governance“ europäische Perspektiven auf verantwortungsvolle KI in der Hochschulbildung vor und präsentierte das europäische Hochschulnetzwerk EuonAir, das sich auf Human-Centric und Responsible AI spezialisiert hat.

In zwei anschließenden Paneldiskussionen, „AI in Business Education: Bridging Challenges and Opportunities“ sowie „The Future of Work: Human–AI Co-Creation and Automation in the Digital Age“ wurde das Thema aus unterschiedlichen internationalen Blickwinkeln vertieft. Die Hochschule Heilbronn war dabei stark vertreten. Daniel Nill, Perspektivprofessor für AI und Digitalisierung, betonte, dass KI weniger an fehlenden Technologien scheitere als an Organisationen, die strukturell und kulturell nicht lern- und anpassungsfähig seien. Prof. Dr. Ulrike Weingart, Professorin für Familienunternehmen und Ethik, sprach über normative Traditionen im europäischen Kontext und stellte die Frage, wessen Ethik KI prägt: lässt sich ein universelles Modell begründen, oder ist ethischer Pluralismus auf globaler Ebene die realistischere Perspektive? Cherilyn Hehl, Research Assistant Entrepreneurship an der HUGS, eröffnete die zweite Paneldiskussion mit einem praxisnahen Beitrag zur Human-AI Co-Creation und zeigte anhand eines Musikproduktionsbeispiels, wie KI kreative Prozesse unterstützen kann, ohne menschliche Kreativität zu ersetzen.

Internationale Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Forschung ergänzten die Diskussionen, darunter Dr. Anthony Lai (VX Research Limited), der über Cybersecurity-Risiken im Zuge zunehmender KI-Nutzung sprach und deren Bewältigung z.B. durch proaktive Maßnahmen wie ethische Leitlinien. Interessant auch sein Ansatz, wie Hacker sich KI zunutze machen können. Kevin Pereira (Blu Artificial Intelligence), referierte über die Auswirkungen von KI auf Arbeitsplätze und zukünftige Karrieren. Zukunftsfähigkeit verband er mit Fähigkeiten wie Beziehungen und Vertrauen aufbauen, Empathie, kritisches Denken, Storytelling und Kreativität.

Ein besonderer Höhepunkt des Symposiums war die Eröffnung durch die deutsche Generalkonsulin in Hongkong, Dr. Annika Bolten-Drutschmann. In ihrem Grußwort hob sie die strategische Bedeutung Hongkongs für Deutschland hervor und betonte die zentrale Rolle von Bildung und angewandter Wissenschaft für die deutsch-hongkongische Zusammenarbeit. Im Anschluss fand ein vertraulicher Austausch zwischen der Hochschulleitung der HKMU, dem Dekan der Fakultät Wirtschaft der Hochschule Heilbronn und der Generalkonsulin statt, um zukünftige Kooperationsmöglichkeiten im Bildungsbereich zu vertiefen.

Parallel zum Symposium nahmen die MBA-Studierenden der Würth Akademie an einer zweiwöchigen Study Tour teil, die neben akademischen Lehrveranstaltungen auch zahlreiche Company Visits umfasste. Dazu gehörten Besuche im Innovation Hub im Hong Kong Science Park, beim internationalen Hafenbetreiber Hutchison Ports, beim internationalen Partner Würth Electronics Hong Kong sowie ein Ausflug nach Shenzhen (Mainland China) zur Shenzhen Technology University (SZTU). Ziel der Study Tour war es, den Studierenden Einblicke in die asiatische Bildungs- und Businesslandschaft sowie in internationale Innovationsökosysteme zu ermöglichen.

Die enge Zusammenarbeit zwischen HKMU und Hochschule Heilbronn trägt inzwischen konkrete Früchte. Im Rahmen des Aufenthalts wurden die Double-Degree-Vereinbarungen im Master Business Management final unterzeichnet. Mit Jakob Niemeyer (MuE) absolviert bereits der erste Studierende sein Austauschsemester an der HKMU und wird den ersten Double Degree abschließen. Zudem wurde ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das die HKMU als strategischen internationalen Partner im EuonAir-Projekt einbindet.

Bereits im kommenden Sommer wird eine zweiwöchige Summer School in Heilbronn stattfinden, bei der rund 30 Studierende der HKMU die Fakultät Wirtschaft besuchen. Eine Woche davon wird gemeinsam mit der EuonAir Summer School durchgeführt, sodass Studierende aus ganz Europa und Hongkong gemeinsam lernen, arbeiten und die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken kennenlernen. Weitere Kooperationen, darunter ein Double Degree im Bachelorbereich Business Engineering Logistics, befinden sich bereits in Vorbereitung.

Das HKMU-HUGS Joint Symposium und die begleitende Study Tour zeigen eindrucksvoll, wie internationale Hochschulkooperationen, angewandte Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam zur Gestaltung einer verantwortungsvollen, innovationsgetriebenen und globalen Zukunft beitragen können.