"Als ich das erste Mal auf dem Eis stand, war ich begeistert"
Wie sind Sie zu Ihrer Sportart gekommen, und was hat Sie damals motiviert, anzufangen?
Ich habe schon als kleiner Junge mit Eishockey angefangen. Meine Eltern haben mich damals zum Probetraining mitgenommen, und ab dem Moment, in dem ich das erste Mal auf dem Eis stand, war ich begeistert. Die Mischung aus Geschwindigkeit, Teamgefühl und dieser besonderen Atmosphäre in der Eishalle hat mich sofort gepackt. Es hat mir von Anfang an Spaß gemacht, und genau dieses Gefühl hat mich bis heute nicht losgelassen.
Was fasziniert Sie heute noch genauso wie am ersten Tag?
Mich faszinieren bis heute die Schnelligkeit, die Härte und das hohe individuelle Skilllevel im Eishockey. Das Spiel ist extrem dynamisch und fordert einen in jeder Situation – körperlich wie mental. Man muss ständig Entscheidungen in Sekundenbruchteilen treffen, und genau diese Kombination aus Technik, Athletik und Spielintelligenz macht den Sport für mich so besonders.
Gibt es Sportlerinnen, die für Sie ein Vorbild sind?
Ja, mein Vorbild ist Sidney Crosby, ein kanadischer Spieler, der in der nordamerikanischen National Hockey League (NHL) spielt. Er ist für mich ein kompletter Eishockeyspieler und beherrscht alle Bereiche des Spiels auf höchstem Niveau. Besonders beeindruckt mich, wie konstant er seine Leistungen über viele Jahre hinweg abruft und wie professionell er mit Drucksituationen umgeht. Seine Spielweise zeigt, was möglich ist, wenn Talent, Disziplin und Leidenschaft zusammenkommen.
Was sind für Sie die größten Herausforderungen bei dieser Sportart?
Die größte Herausforderung ist es, sich im Profibereich durchzusetzen und jeden Tag sein Bestes zu geben. Die Konkurrenz ist groß, und man muss ständig an sich arbeiten – körperlich, technisch und mental. Es gibt keine Phase, in der man sich zurücklehnen kann. Gleichzeitig ist genau das auch der Reiz: Man wächst an den Herausforderungen.
Auf welchen Moment in Ihrer Karriere sind Sie besonders stolz?
Besonders stolz bin ich auf mein Debüt bei den Bietigheim Steelers in der DEL2. Das war ein Moment, auf den ich lange hingearbeitet habe. Als ich das erste Mal das Trikot übergezogen habe und aufs Eis gefahren bin, war das ein unvergessliches Gefühl. Es hat mir gezeigt, dass sich harte Arbeit auszahlt.
Über welche Eigenschaften sollte man für diese Sportart Ihrer Meinung nach unbedingt verfügen?
Eine gute Spielübersicht ist extrem wichtig. Man muss Situationen schnell erkennen, das Spiel lesen können und antizipieren, was als Nächstes passiert. Das ist auch eine meiner Stärken. Ich spiele gerne den letzten Pass und freue mich genauso über eine Vorlage wie über ein eigenes Tor. Außerdem braucht man Ehrgeiz, Disziplin und Teamgeist – ohne diese Eigenschaften kommt man im Eishockey nicht weit.
Wie sieht eine typische Trainingswoche bei Ihnen aus?
Ich habe jeden Tag Kraft- und Eistraining. Dazu kommen meistens zwei Spiele pro Woche, sodass eigentlich immer etwas ansteht. Die Belastung ist hoch, aber man gewöhnt sich daran, und der Rhythmus gibt Struktur. Regeneration spielt dabei eine große Rolle, damit man dauerhaft auf einem guten Niveau bleibt.
Was hat Sie an der HHN besonders überzeugt – und wie passt das Studium zu Ihren beruflichen Zielen?
Der Studiengang IBIS hat mich überzeugt, weil er viele Möglichkeiten für die Zukunft eröffnet und international ausgerichtet ist. Die HHN passt außerdem sehr gut zu meiner sportlichen Situation, da ich nächste Saison in Heilbronn für die HEC Falken spielen werde. Besonders praktisch ist, dass der Bildungscampus und die Eishalle direkt nebeneinander liegen. So kann ich Studium und Sport optimal miteinander verbinden.
Gab es konkrete Situationen, in denen Ihnen das Stipendium besonders geholfen hat?
Ja, vor kurzem war ich häufiger bei der Profimannschaft im Einsatz und habe dadurch einige Anwesenheitspflichtstunden verpasst. Da war es hilfreich, mit Jan Willner einen Ansprechpartner zu haben, der mit mir eine Lösung erarbeitet hat. Das hat mir viel Stress genommen und mir gezeigt, wie wertvoll die Unterstützung wirklich ist.
Welches Essen gibt Ihnen nach dem Training am meisten Energie?
Nach dem Training esse ich am liebsten Nudeln oder andere Pastagerichte. Damit bekomme ich am schnellsten wieder Energie und fühle mich gut für die nächste Einheit vorbereitet.
Wo verbringen Sie auf dem Campus am liebsten Zeit – und warum gerade dort?
Am liebsten halte ich mich in den Glasräumen beim N‑Gebäude auf. Dort kann man gut mit Freunden zusammensitzen, lernen oder einfach die Zeit zwischen den Vorlesungen überbrücken. Die Atmosphäre ist entspannt, und man hat alles in der Nähe.
Gibt es ein Ritual oder eine Routine, die Ihnen hilft, mental in den Wettkampfmodus zu kommen?
Ja, ich habe einige feste Routinen vor Spielen. Zusammen mit einem Teamkollegen habe ich bestimmte Handschläge und Abläufe, die wir immer gleich machen. Außerdem gehe ich immer als Erster aufs Eis, ziehe die linken Ausrüstungsteile zuerst an und wasche mir vor jedem Drittel das Gesicht. Diese kleinen Gewohnheiten helfen mir dabei, in den Spielmodus zu kommen und mich voll zu fokussieren.
Sportlicher Lebenslauf
Philipp Nuss war im U20-Team der Bietigheim Steelers in der Deutschen Nachwuchs Liga aktiv, der höchsten Spielklasse im Juniorenbereich, und sammelte zudem bereits erste Spielminuten bei den Profis der Steelers in der DEL2. Außerdem durchlief er ein Jahr am College in Kanada sowie ein Jahr im Sportinternat der Kölner Haie. Er wird in der kommenden Saison für die Heilbronner Falken spielen.

