Eine ältere Frau berät eine jüngere.

Sexuelle Belästigung: Hochschulen unterzeichnen gemeinsame Resolution

red|26.08.2020
Ruth Fleuchaus, Prorektorin Internationales und Diversität
Die Hochschule soll ein sicherer Ort für alle sein. Deswegen positionieren wir uns klar gegen sexuelle Belästigung.
Ruth Fleuchaus, Prorektorin Internationales und Diversität

Das Land und die Hochschulen des Landes Baden-Württemberg setzen ein deutliches Zeichen gegen sexualisierte Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Gewalt: Gemeinsam unterzeichneten Vertreterinnen und Vertreter aller Hochschularten und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer eine Resolution. Als weitere Maßnahme zum Schutz Betroffener finanziert und bestellt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst eine Vertrauensanwältin bzw. einen Vertrauensanwalt für Fragen im Zusammenhang mit sexualisierter Diskriminierung, sexueller Belästigung und Gewalt für die Einrichtungen im Geschäftsbereich des Ministeriums. 

„Es ist mir ein sehr großes Anliegen, deutlich zu machen, dass wir keine Form von sexueller Belästigung oder sexualisierter Diskriminierung in unseren Einrichtungen tolerieren“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

„Die gemeinsame Resolution ist wichtig, um klar zu machen, dass wir uns als Hochschulen eindeutig positionieren und Betroffenen zur Seite stehen. Sie soll deutlich machen, dass wir mit dem Thema sexuelle Belästigung proaktiv umgehen und es weder bagatellisieren noch tabuisieren. Die HHN hat deshalb bereits 2017 eine Satzung zum Schutz vor Diskriminierung, Belästigung und Gewalt verabschiedet, Beschwerdewege geklärt und Anlaufstellen benannt", sagt Ruth Fleuchaus, Prorektorin Internationales und Diversität der Hochschule Heilbronn.

Anlaufstellen für Betroffene an der Hochschule Heilbronn

Ansprechpersonen gegen sexuelle Belästigung und Stalking an der HHN sind Wolfgang Albrecht, Tanja Kugler und Miriam Münch. Sie stehen Betroffenen zur Seite und überlegen gemeinsam mit ihnen, welche Auswege es gibt. Das kann eine förmliche Beschwerde bei der Hochschule, natürlich auch eine Strafanzeige sein. Abhängig von der jeweiligen Situation unterstützen die Anlaufstellen aber auch bei kleineren Schritten, die es ermöglichen, Grenzen zu ziehen oder die Situation auf andere Art zu beenden. Diese Gespräche sind absolut vertraulich. Die Anlaufstellen unternehmen keine Schritte ohne Zustimmung der Person, die bei ihnen Rat gesucht hat.

Sehr bewusst weist die HHN auch auf externe Anlaufstellen hin, die Betroffene professionell unterstützen und begleiten, etwa den Frauennotruf oder die Beratungsstellen in der Stadt.

Resolution und spezifische Ansprechpersonen an Hochschulen

In der Gesellschaft würden nach wie vor Menschen sexuell belästigt und diskriminiert, so die Ministerin. Vor allem Frauen seien davon betroffen. Auch an Hochschulen könne es zu sexueller Belästigung und Diskriminierung kommen. Abhängigkeits- und Konkurrenzverhältnisse im Studium, während der Qualifikationsphase oder am Arbeitsplatz könnten zu unterschiedlichen Formen der sexualisierten Diskriminierung, der sexuellen Belästigung oder Gewalt führen.

„Deshalb haben wir im Landeshochschulgesetz geregelt, dass alle Hochschulen Ansprechpersonen für Fragen im Zusammenhang mit sexueller Belästigung bestellen und dass klare Verfahrensregelungen definiert werden“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Maßnahmen zum Schutz Betroffener und zur Prävention werden an jeder Hoch-schule umgesetzt. Um das Thema noch stärker ins Bewusstsein zu rücken, haben die Hochschulen gemeinsam mit den Landeskonferenzen der Gleichstellungsbeauftragten die nun unterzeichnete Resolution erarbeitet, mit der sie sich gegen diskriminierende und belästigende Verhaltensweisen positionieren. „Ich unterstütze die Resolution und begrüße sie sehr“, betonte die Ministerin.

Vertrauensanwältin /-anwalt für Kunsteinrichtungen und Hochschulen

Die Einrichtung einer Vertrauensanwältin bzw. eines Vertrauensanwalts ist ein weiterer Baustein der Aktivitäten des Ministeriums zur Bekämpfung von sexualisierter Diskriminierung, sexueller Belästigung und Gewalt. Diese Maßnahme nimmt auch einen Wunsch aus Hochschulen und Einrichtungen auf, denn insbesondere an kleineren Einrichtungen fehlen mitunter Ressourcen für eine fundierte Rechtsberatung in diesem sensiblen Themenkomplex. Aufgrund der besonderen Abhängigkeitsverhältnisse im Wissenschafts- und Kunstbetrieb ist auch von Bedeutung, sich anonym an eine externe Person wenden zu können. Daher soll nun eine unabhängige Vertrauensanwältin bzw. ein Vertrauensanwalt bestellt werden, an den bzw. die sich Betroffene selbst wie auch die bestellten Ansprechpersonen für eine qualifizierte Erstberatung wenden können. Die Maßnahme soll auch dazu beitragen, das Dunkelfeld im Bereich sexueller Belästigung besser quantifizieren zu können. 

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