Forschung an der Hochschule Heilbronn

Promovieren an der HHN

Die Hochschule Heilbronn (HHN) besitzt wie alle Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) in Deutschland grundsätzlich kein eigenständiges Promotionsrecht, allerdings sehen alle 16 Ländergesetze vor, besonders befähigte HAW-Absolventen im Zuge eines kooperativen Promotionsverfahrens, d.h. in Kooperation mit einer promotionsberechtigten Institution (Universität), zur Promotion zuzulassen. Hierbei wird das formale Promotionsverfahren an der kooperierenden Universität durchlaufen und der Doktorand erhält sowohl von Seiten der Universität als auch von der HHN Betreuung.

Zu beachten ist, dass die Kriterien für promotionswillige HAW-Absolventen bundesweit unterschiedlich geregelt sind. Daher sollten zuvor die Zulassungsvoraussetzungen, z.B. das eventuelle Durchlaufen einer sogenannten Qualifizierungsphase sowie die Dauer und der Inhalt dieser, der entsprechenden Promotionsordnung der Fakultät der kooperierenden Universität entnommen werden.

Die Vorgehensweise kann bei Erfüllung der Zulassungsvoraussetzungen wie folgt aussehen:

  • Klärung der Finanzierung der Promotion
    • Private Finanzierung
    • Beschäftigung in der freien Wirtschaft
    • Anstellung als Mitarbeiter an der HHN
    • Anstellung als Mitarbeiter an einer anderen Hochschule, Universität oder Forschungseinrichtung
    • Bewerbung um ein Promotionsstipendium
  • Exposé zum Promotionsthema: Entwurf einer Idee für eine wissenschaftliche Arbeit
  • Suche nach einer HHN- sowie Universitätsbetreuung
  • Antragsstellung zur und offizielle Annahme als Doktorand an der Fakultät der kooperierenden Universität
  • Eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten, Verfassen und Fertigstellen der Dissertation
  • Antrag auf Eröffnung des Promotionsverfahrens beim Promotionsausschuss der kooperierenden Universität und Zulassung zur Promotionsprüfung
  • Bildung der Prüfungskommission, bestehend aus Vorsitzenden und Gutachtern
  • Begutachtung der Dissertation durch die Gutachter
  • Durchführung der mündlichen Prüfung (Disputation, Rigorosum)
  • Veröffentlichung der Dissertation (Universitätsserver, Verlag etc.)
  • Offizielle Verleihung des Dr.-Grades durch Übergabe der Promotionsurkunde

Universitäten haben oftmals Graduierten- oder Promotionsakademien oder -kollegs eingerichtet, die den Doktoranden fachübergreifende Informations-, Beratungs-, Förder- und Weiterbildungsangebote anbieten. Diese Funktion übernimmt an der Hochschule Heilbronn (HHN) das Doktorandenkolleg, das als Anlaufstelle für Promotionsinteressenten, -anwärter und -studenten fungiert.

Frequently Asked Questions (FAQs)

1) Was ist eigentlich ein „kooperatives Promotionsverfahren“?

Da die HHN als Hochschule der angewandten Wissenschaften nicht wie eine Universität über ein eigenes Promotionsrecht verfügt, können unsere Absolventen an der HHN ihren Doktortitel nach erfolgreichem Durchlaufen eines kooperativen Promotionsverfahrens erhalten. Dies bedeutet, dass das Promotionsverfahren in Kooperation mit einer promotionsberechtigten Institution (Universität) durchgeführt wird. Bei diesem Modell durchläuft der Promotionsstudent folglich das formale Promotionsverfahren an der kooperierenden Universität und erhält von zwei Seiten Betreuung: ein Professor dieser Universität fungiert als Erstgutachter, ein Professor der HHN übernimmt dabei die Zweitbegutachtung. Der HHN-Professor leistet dabei in der Regel eine intensivere Betreuungsleistung.

2) Ich möchte promovieren, welche Voraussetzungen muss ich hierfür erfüllen?

Die promotionsberechtigte Universität gibt in der Promotionsordnung der jeweiligen Fakultät Auskunft darüber, welche Formalien vorausgesetzt werden. Neben diesen Vorgaben sollten erfahrungsgemäß die folgenden Kriterien erfüllt werden: Ein sehr gut und zügig abgeschlossenes Hochschulstudium, große Forschungsaffinität und idealerweise erste Erfahrungen im wissenschaftlichen Arbeiten. Forschungsinteresse und Qualifikationen sollten sich mit dem Forschungsbereich des Betreuers decken, müssen jedoch nicht zu 100% deckungsgleich sein. Zusätzlich sollte ein hohes Maß an Selbstdisziplin und gutes Durchhaltevermögen vorhanden sein, um die arbeitsintensive und zeitaufwändige Promotionsphase erfolgreich durchlaufen zu können.

3) Mit welchen Universitäten sind Kooperationen diesbezüglich möglich?

Das kooperative Promotionsverfahren kann mit nationalen als auch internationalen, promotionsberechtigten Universitäten durchgeführt werden.

4) Was ist der Unterschied zwischen einer kumulativen und monographischen Dissertation?

Eine kumulative Dissertation ist durch mehrere Publikationen (papers) in Fachzeitschriften (journals) zu einem gemeinsamen Oberthema gekennzeichnet. Oftmals sollen diese Publikationen ein Begutachtungsverfahren (peer-review) durchlaufen, bevor sie zur Veröffentlichung akzeptiert werden. Eine monographische Dissertation bezeichnet dagegen ein einzelnes, sehr umfangreiches Werk zu einer konkreten wissenschaftlichen Fragestellung. Die Form der Dissertation ist vorab mit den Betreuern abzuklären.

5) Kann ich berufsbegleitend promovieren?

Ja. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass eine berufsbegleitende Promotion gut überlegt und abgewägt sein möchte. Erfahrungsgemäß ist eine „Promotion nach Feierabend“ oder eine „Promotion am Wochenende“ nicht über die Dauer des gesamten Promotionsverfahrens durchzuhalten. Eine Reduzierung des Beschäftigungsumfangs z.B. von Vollzeit auf 60% Teilzeit bringt zwar einerseits finanzielle Einbußen, andererseits erlaubt sie auch, sich zwei Tage pro Woche vollends auf das Promotionsvorhaben zu konzentrieren.

6) Wie finde ich eine Betreuung?

Die Betreuung einer kooperativen Promotion kann grundsätzlich von jedem Professor der HHN durchgeführt werden. Vor der Kontaktaufnahme bietet es sich an, einen maximal zwei A4-Seiten umfassenden Entwurf (Exposé) auszuarbeiten, in dem bereits konkrete Vorstellungen skizziert werden, zu welchem Forschungsthema und in welchem Fachgebiet die Dissertation entstehen soll. Dieses Exposé kann z.B. neben den allgemeinen Angaben des Kandidaten (Name, Hochschulabschluss) den möglichen Arbeitstitel, eine kurze Einleitung, die Zielsetzung, den Stand der Forschung, die anzuwendende Methodik sowie zu erwartende Ergebnisse enthalten. Dieses Exposé kann dann bei dem ersten Treffen mit dem potenziellen Promotionsbetreuer vorgelegt haben. Die Kontaktaufnahme sollte dabei prinzipiell vom Promotionsinteressierten ausgehen.

Bei der Betreuungssuche an der jeweiligen Kooperationsuniversität wird der HHN-Betreuer in der Regel unterstützend tätig und nutzt die eigenen Kontakte.

7) Muss ich mich an der HHN und/oder der kooperierenden Universität immatrikulieren?

An der HHN erfolgt keine Immatrikulation als Promotionsstudierender, d.h. anders als Bachelor- und Masterstudierende erhalten Promotionsstudierende keine Matrikelnummer. Sehr wohl kann man dem Doktorandenkolleg der HHN als Anwärter oder Doktorand beitreten. Die kooperierende Universität kann eine Immatrikulation als Promotionsstudent fordern. Dies ist jedoch von Universität zu Universität unterschiedlich.

8) Welchen Zeitrahmen muss ich für eine Promotion einplanen?

Eine Vollzeit-Promotion kann in der Regel zwischen 3.5 und 5 Jahren abgeschlossen werden. Ist eine Teilzeit-Promotion vorgesehen, d.h. können zum Beispiel 50% der Woche für die Promotion verwendet werden, so verlängert sich die Promotionsdauer.

9) Wie läuft die Promotionsphase ab?

Nach dem schriftlichen Antrag auf Aufnahme als Doktorand und mit der offiziellen Annahme dieses Antrages durch die Fakultät der kooperierenden Universität beginnt die Promotionsphase. Der Kandidat ist folglich offiziell zum Promotionsverfahren zugelassen. Der Kern der Promotionsphase ist das eigenständige wissenschaftliche Arbeiten an der und das Verfassen der Dissertationsschrift. Ist die Dissertation fertiggestellt, so muss der Doktorand einen schriftlichen Antrag auf Eröffnung des Promotionsverfahrens bzw. auf Zulassung zur Promotionsprüfung beim Promotionsausschuss der kooperierenden Universität stellen. Nach erteilter Zulassung wird eine Prüfungskommission gebildet, die aus einem Vorsitzenden und den Gutachtern (Erst-, Zweit-, evtl. Drittgutachter) besteht. Die Gutachter legen dem Promotionsausschuss innerhalb einer gegebenen Frist ihre Gutachten vor. Unmittelbar nach der mündlichen Prüfung (Disputation/Verteidigung, Rigorosum) wird dem Kandidaten das Ergebnis dieser Prüfung mitgeteilt und ein vorläufiges Zeugnis ausgestellt. Die Promotionsleistung gilt somit als bestanden. In der Regel muss die Dissertation abschließend veröffentlicht werden; erst dann wird die Promotionsurkunde übergeben.

10) Was kostet eine Promotion?

In erster Linie ist die Promotionsphase eine arbeitsintensive und zeitaufwändige Phase, die jedoch auch mit finanziellen Kosten einhergehen kann. Dabei sind diese Kosten vorab nicht zu explizit beziffern. Folgende Kosten sollten jedoch beachtet werden: (1) Semesterbeitrag der kooperierenden Universität, sofern eine Immatrikulation gefordert ist; dieser Semesterbeitrag wird von den Universitäten individuell gestaltet, (2) Fachliteratur, Software etc., (3) Reisekosten zu Tagungen und Konferenzen oder Treffen mit den Betreuern, (4) Lektoratskosten der Dissertation.

11) Kann ich finanzielle Zuschüsse von Seiten der HHN oder anderen erwarten?

Reisekostenzuschüsse können vom Institut für angewandte Forschung (IaF) und dem Doktorandenkolleg der HHN nur für aktive Konferenz- und Tagungsbeiträge von Doktoranden gewährt werden. Hierfür muss ein formloser Antrag mit einer Anmeldebestätigung und eine Übersicht der entstehenden Kosten an forschungsreferat@hs-heilbronn.de geschickt werden. Von den zugehörigen Fakultäten wird erwartet, dass sie sich finanziell beteiligen.

Das DAAD bietet u.a. Doktoranden mit dem Kongress- und Vortragsreisenprogramm die Möglichkeit der Finanzierung von Reisen zu internationalen wissenschaftlichen Veranstaltungen an.

12) Wie kann ich meine Promotion finanzieren?

Die finanzielle Absicherung für die Dauer der Promotion ist ein nicht unwesentlicher Faktor für den erfolgreichen Abschluss des Promotionsverfahrens. Die HHN bietet dabei grundsätzlich keine Promotionsstellen und -finanzierungen an, so dass sich der Promotionsinteressierte vorab eigenständig um eine Finanzierungsmöglichkeit kümmern muss. Zur Auswahl stehen dabei:

  • private Finanzierung oder finanzielle Unterstützung durch Familienangehörige
  • Beschäftigung in der freien Wirtschaft
  • Anstellung als Mitarbeiter an der HHN (siehe Stellenangebote der HHN)
  • Anstellung als Mitarbeiter an einer anderen Hochschule (siehe www.hochschulstellenmarkt.de)
  • Bewerbung um ein Promotionsstipendium

13) Ich habe weitere Fragen, die hier nicht beantwortet worden sind. An wen wende ich mich?

Soll ein Beratungstermin vereinbart werden und/oder weiteren Fragen beantwortet werden, steht Julia Roskosch (julia.roskosch@hs-heilbronn.de; Tel.: 07131 504-6936) gern zur Verfügung.

Weiterführende und nützliche Links

Links zu Stipendien und Stipendiensuchmaschinen

Jennifer Prucha

Assistentin Prorektorat

Tel.: +49 7131 504 558

jennifer.prucha@hs-heilbronn.de