Symbolische Darstellung einer Idee durch eine Glühbirne.

Pandemie: Wie Studierende mit ihren Ideen Großes schaffen

Vanessa Offermann|02.05.2021
  • Vier Master-Studis bieten ihre ganz persönliche "Corona-Hilfe" an


Heilbronn, April 2021. Dieses Mal sind es nicht die großen Unternehmen, Stiftungen oder VIP‘s, die mit Engagement und Solidarität in der Corona-Krise herausstechen. Mit Antonia, Anna, Fabienne und Maximilian kommt die Unterstützung von neben an: Die 4 machen gerade ihren Master in Unternehmensführung und wollen sich in der Krise den Menschen widmen, die auf Hilfe angewiesen sind. Aus Ideen sind klare Umsetzungen geworden, die diese vier zu wahren Underdog-Held*innen der Krise machen. 

Die "Bücherei-Notversorgung" von Antonia Emmert

Es anderen ermöglichen, durch Lesen in eine andere Welt einzutauchen – das ist Antonias größter Motor gewesen, sich im April 2020 für ihre Idee eines Buch-Notverleihs stark zu machen. "Meine Motivation ist es gewesen, anderen Menschen einen unbegrenzten Zugang zu Büchern in dieser Zeit zu ermöglichen, um für Ablenkung zu sorgen. Viele können beim Lesen für einen Augenblick den Alltag vergessen – das gibt Hoffnung und hilft durch die Krise."

Dreh- und Angelpunkt ist die Gemeindebücherei Neuhof im Kreis Fulda, die von ihrer Mutter und einer Freundin geleitet wird. Bereits als Kind ist Antonia dort ein und ausgegangen. Nachdem die Bücherei aufgrund der Corona-Maßnahmen schließen musste, ist es still geworden – zu still für Antonia, sodass sie die Bücher-Notversorgung ins Leben gerufen hat – die bringt wieder bunte Abenteuer in die Köpfe und das, ganz ohne Kontakt. Antonia erläutert: "Interessierte Leser*innen bekommen von uns Büchertüten, basierend auf vorliegende Informationen über bisher gelesene Bücher oder Präferenzen. Diese werden an festen Terminen im großen Flur der Bücherei kontaktlos übergeben oder auf Wunsch natürlich auch nach Hause gebracht."

Antonias Bücher-Notdienst wird bis heute dankend angenommen.

"Der Supermarkt-Service" von Anna Hummel


Masken hängen hier und da unter der Nase und auf Abstand wird auch nicht immer Wert gelegt – Einkaufen kann für Risikopatienten der reinste Horror sein. Doch nicht alle haben das Glück, dass Familie oder Freunde in der Nähe sind, um für einen weiteren Haushalt einkaufen zu gehen. Hier kommt Anna ins Spiel und erledigt genau diese Einkäufe: "Über Aushangzettel in den Supermärkten ist der erste Kontakt zustande gekommen. Die jeweiligen Einkaufslisten werden per Mail, Whatsapp oder einem Telefonat aufgenommen."

Mehl und Klopapier haben insbesondere zu Beginn ihrer Ideen-Umsetzung für reichlich Umwege gesorgt: "Vor allem die Regelung hinsichtlich der Einkaufsmengen für Mehl, Klopapier oder Hefe sind pro Einkauf oft schwierig gewesen … aus diesem Grund habe ich verschiedene Supermärkte hintereinander besucht, um auch echt alles für jede Familie besorgen zu können."

Anna sorgt mit Ihrem Einkaufsservice bis heute dafür, dass sich Risikopatienten zum Eigenschutz zurückziehen können, ohne die Sorge, um einen leeren Kühlschrank.  

"Masken für alle" von Fabienne Spreitzer

Fabiennes Herzensprojekt ist es gewesen, einkommensschwache Familien mit Schutz-Masken zu versorgen. Denn bereits zu Beginn der Pandemie hat sie reagiert und für sich und ihre Familie einen Vorrat an Schutz-Masken aus Stoff genäht – bis dann auch die Industrie damit gehandelt– und dadurch ihre Idee beflügelt hat: "Die ersten Hersteller von Textilprodukten reagierten zu Beginn der Pandemie auf die damalige Verknappung von Schutz-Masken und stiegen deshalb auf die Produktion von Mund- und Nasenmasken aus Stoff um. Da zu Beginn der Pandemie die Preise dafür sehr hoch angesetzt waren, wollte ich meine Masken-Herstellung für einkommensschwache Familien erweitern und ihnen umsonst anbieten."

Unterstützung hat es von Mama gegeben: "Ich entwickelte ein eigenes Design, das sowohl für Brillenträger als auch für alle Kopfgrößen geeignet war. Meine Mutter und ich planten 55 Masken und nähten diese. Nachdem die jedoch innerhalb wenigen Stunden vergriffen waren, verdoppelten wir kurzerhand unsere Produktion. Zusammen nähten wir in 53 Stunden über 100 Masken."

Dank Fabienne und ihrer Mutter, sind insgesamt 21 einkommensschwache Familien mit Stoff-Masken versorgt worden.

"Krisenkommunikation neu gedacht" von Maximilian Schuller

Ausgangssperre, Notbremse und Co. – was gilt jetzt eigentlich? Diesen Kerngedanken hat auch Maximilian so sehr beschäftigt, dass er es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen digitalen Service zu entwickeln, der "leicht verständlich und nachvollziehbar über alle geltenden Maßnahmen und Verordnungen informieren soll." Gesagt getan, Maximilian hat seine Vision umgesetzt: Mit 4 weiteren Studierenden der HHN konzipiert er eine App, die genau das kann – plus: "Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse soll erklärt werden, weshalb nun welches Regelwerk gilt, zusätzlich soll sie auch noch spezifische Hilfestellungen anbieten, wie etwa für die Beantragung der Wirtschaftshilfen." Zudem hat die Gruppe Wünsche potentieller Nutzer*innen durch Umfragen mitaufgenommen.

Das Konzept hat es bis zum Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg geschafft und dort das Bewusstsein für eine notwendige neue Art der Kommunikation angestoßen.


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Mit ca. 8.200 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis gut vernetzt. 

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