Heilbronner Verkehrsgespräche: Neckar – Binnenwasserstraße mit Zukunft? 


Bei der diesjährigen Podiumsdiskussion der Heilbronner Verkehrsgespräche am Campus Sontheim, wurde wieder eifrig mit Experten und Publikum diskutiert. Diesmal ist die Zukunftsfähigkeit des Neckars Hauptgesprächsstoff gewesen.

Podiumsdiskussion Verkehrsgespräche 

Die Podiumsdiskussion mit Klaus Mandel, Verbandsdirektor des Regionalverbands Heilbronn-Franken (links), Prof. Dr. Tobias Bernecker, Hochschule Heilbronn (mitte) und Klaus Michels, Leiter des Amtes für Neckarausbau Heidelberg (rechts).

Schäden beheben

Eröffnet wurden die 7. Heilbronner Verkehrsgespräche von Herrn Prof. Dr. Ullrich Martin, Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft Bezirksvereinigung Württemberg (DVWG). Mit Prof. Dr. Tobias Bernecker als Gastgeber und der Vorstellung von Experte Klaus Michels, Leiter des Amtes für Neckarausbau Heidelberg, startete der Impulsvortrag für die anschließende Podiumsdiskussion.

Neben Eckdaten über den Neckar, wie die Länge von 203 Kilometern, oder der Bestand von 53 Schleusenkammern, kam Michels direkt zu einem Knackpunkt: „Alle Bauwerke am Neckar weisen Schäden auf“, sagt er. Dies betreffe Wehren, Schleusen und Dämme. Aber die gute Nachricht: Es wird daran gearbeitet. Die Instandsetzung läuft und dabei, wird auch an die Natur gedacht. Michels: „Die Bauarbeiten sind natürlich Eingriffe in die Natur, aber auf die, wird zum Beispiel durch eine Fischaufstiegsanlage Rücksicht genommen.“ Hierbei würde der Durchlass für die Flussbewohner problemlos gewährleistet werden.

Das 135-Meter-Schiff als Zielsetzung

Beim Stichwort Schleusen geht es dann noch tiefer ins Gespräch. Diese sollen verlängert werden, um auf dem Neckar mit 135-Meter-Schiffen fahren zu können, so der Zukunftsplan. Denn bislang gäbe es laut Michels, ein Sondermaß von lediglich 105-Meter-Schiffen. Geschätzte Gesamt-Investition: 2,5 Milliarden Euro.

Bei der Podiumsdiskussion im Anschluss, ist Klaus Mandel, Verbandsdirektor des Regionalverbands Heilbronn-Franken, mit von der Partie. Er sagt: „Wenn wir die Schleusen schon ausbauen, sollten wir auch schauen, dass wir neue und nachhaltige Transport-Ketten bilden.“ Die Unternehmen also – im wahrsten Sinne – mit ins Boot holen.

Hat der Neckar nun Zukunft?

Zahlreiche Experten und Interessierte klinken sich ein – es wird eifrig hinterfragt und mitgeredet. Am Ende sind sich alle einig: Der Neckar und sein Potential für Binnenschiffe wird unterschätzt. Er kostet zwar längere Transportzeit, ermöglicht aber einen verlässlichen und pünktlichen Transport. Die Infrastruktur des Neckars ist zwar etwas veraltet, sie funktioniert aber. Und laut Mandel, hätte der Neckar nicht nur in Heilbronn-Franken eine rosige Zukunft vor sich.