Ein Entwurf der Ballwurfmaschine

Lernfabrik goes online

|27.04.2020

Vor der Corona-Krise war das 6. Semester im Studiengang Produktion und Prozessmanagement (PPM) klar getaktet: In der realitätsgetreuen Produktionshalle wird in 15 Wochen ein versandfertiges Serienprodukt zu konkurrenzfähigen Kosten hergestellt, das von der PPM-Crew bei der traditionellen Abschlussveranstaltung präsentiert wird.

Doch wegen COVID-19 müssen die Studiengangverantwortlichen handeln. Fest steht: In diesem Semester wird es kein Produkt geben, da die Präsenz von Studierenden und Betreuenden vor Ort nicht möglich ist. Dafür gibt es aber eine ganz neue Prüfungsleistung, wie PPM-Student Thomas Klumpp erzählt: "Die Prüfungsleistung erfolgt durch die Abgabe von 3 aufeinander aufbauenden Sprint-Berichten mit jeweils 12 bis 15 Seiten pro Studierender.“

Inhaltlich geht es in den Berichten um eine Wurfmaschine. Diese ist das Produkt aus der Aufgabenstellung der digitalen Lernfabrik. Die Studierenden sollen nämlich innerhalb von 15 Wochen eine kompakte Wurfmaschine entwickeln, die ein Objekt mit einem Durchmesser von 40 Millimeter so weit katapultieren soll, dass eine Strecke von bis 2 bis 4 Meter zurückgelegt wird.

Produziert wird am Rechner

Kommilitonin Jana Keicher verrät, dass von dem PPM-Team hierfür gleich 2 verschiedene Modelle ausgearbeitet werden. "Zum einen eine Ballwurf-Maschine und zum anderen, eine Pinball-Maschine. Produzieren können wir aber in dem Sinn nicht, das läuft alles nur in CAD, wir konstruieren also rein virtuell am Computer. Eventuell gibt es aber Prototypen.“

Kein echter Kontakt – die größte Krise

Über den PC laufen auch die Gruppen-Meetings ab, was zu Beginn eine große Herausforderung war: "Die größte Krise war bisher die fehlende Kommunikation, da viele Treffen durch fehlenden Kontakt wegfielen. Aber wir haben uns gut organisiert und einen Kommunikationsplan erstellt. Wir treffen uns jetzt zu festen Terminen online."

Ein paar Sachen erinnern an die bisherige Lernfabrik

Die Aufteilung in die 5 verschiedenen Abteilungen ist nach wie vor Standard. Thomas: "Es gibt die IT, das Projekt- und Qualitätsmanagement, die Konstruktion, die Physik und Kostenrechnung sowie das Montage- und Fertigungsteam. Die gewöhnliche Auftaktveranstaltung mit Teambuilding-Maßnahmen musste natürlich entfallen und so wurden die Teams einfach eingeteilt, auch wenn sich einige untereinander nicht persönlich kannten."

Froh über die Online-Version

Patrick Balve, Professor im Studiengang, zieht positive Bilanz: "Zunächst war die Enttäuschung bei allen Studierenden und Betreuenden groß, dass wir nicht in unsere gut ausgestattete Lernfabrik-Halle und in die Gruppenarbeitsräume dürfen. So musste binnen weniger Tage das komplette Veranstaltungskonzept, das ja auf einer realen Team-Interaktion und der Herstellung von physischen Erzeugnissen basiert, auf neue Beine gestellt werden. Mittlerweile habe ich aber den Eindruck, der Draht zum Betreuer ist sogar ein Stück direkter geworden, und wöchentliche Rücksprachen mit den Teams haben eine erstaunlich hohe inhaltliche Qualität – dauern allerdings etwas länger, als im gewohnten Face-to-Face-Modus."

Jana ist richtig erleichtert. Sie sagt: "Ich bin froh, dass es möglich war, die Lernfabrik online durchzuführen. Die Alternative wäre ansonsten nur gewesen, dass wir diese erst im nächsten Semester durchführen können und das hätte bedeutet, dass sich unsere Studienzeit verlängert hätte.“

Auch Thomas findet klare Worte: "Bisher lässt sich sagen, dass für die Lernfabrik die beste Lösung im Rahmen der geforderten Prüfungsleistungen gesucht und umgesetzt wurde."

Und einen Mini-Hoffnungsschimmer lassen die beiden dann auch noch durchsickern: Es könne gut möglich sein, dass die traditionelle Abschlussfeier dennoch stattfindet, da eine virtuelle Feier bereits im Gespräch ist.


Studierende sitzen mit Getränken an einem Tisch und arbeiten gemeinsam an Laptops

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