Sormas Schulung DITCH Projekt

HHN erarbeitet digitales Covid 19-Fall-Management

|20.07.2020

Seit April 2020 unterstützen die Forschungsprofessoren Christian Fegeler, Martin Haag und Wendelin Schramm der Hochschule Heilbronn (HHN) das Gesundheitsamt des Landratsamtes Heilbronn, um neue lokale Ausbrücke des Covid-19-Virus effizient und schnell eindämmen zu können. Bereits seit Juni greifen in Baden-Württemberg weitreichende Lockerungen der Corona Schutzmaßnahmen, die im Juli nochmals ausgedehnt wurden: Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nun genau wie im privaten Raum mit 20 Personen möglich. Die neue Verordnung unterscheidet dann nicht mehr zwischen privaten und öffentlichen Räumen. Mit der wieder gewonnenen Nähe steigt jedoch auch das Risiko von Neuinfektionen. Infizierte zu identifizieren und Kontaktpersonen möglichst schnell zu informieren ist Ziel des Gesundheitsamtes des Landratsamtes Heilbronn. Die Mitarbeiter verbessern fortlaufend das sogenannte Fallmanagement und setzen dabei zunehmend digitale Werkzeuge ein.

Digitaler Infektionsschutz Heilbronn (DITCH)

Das GECKO Institut der Hochschule Heilbronn, das MOLIT Institut Heilbronn und das Landratsamt Heilbronn arbeiten dabei im Rahmen des Projektes „Digitaler Infektionsschutz Heilbronn“ (DITCH) zusammen.

Zielsetzung des DITCH-Projektes ist es, das COVID-19 Fall- und Kontaktpersonen-Management im Landkreis Heilbronn so weit wie möglich zu digitalisieren und so das gesamte Verfahren schneller und effizienter zu gestalten. Durch Vermeidung von Medienbrüchen, beispielsweise bei Daten aus Papierfaxen, die händisch in Software eingegeben werden müssen sowie die Vernetzung von Datenquellen wie Fallakten und Labordaten soll der Fallbearbeitungsvorgang wirkungsvoll unterstützt werden.

In Abstimmung mit dem Landesgesundheitsamt in Stuttgart wird die bereits bundesweit und international mehrfach im Einsatz erprobte SORMAS-Software des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) auch im Landkreis Heilbronn als zentrales Tool für das COVID-19 Management eingesetzt. 30 Fallmanager des Gesundheitsamts wurden bereits auf die Software geschult. Auf diese Weise bereitet sich das Kreisgesundheitsamt auf einen möglichen Großausbruch beispielsweise in einem Unternehmen vor.

Bundesweite Übertragbarkeit

Die Umstellung des COVID-19 Fall- und Kontaktpersonenmanagements auf SORMAS erfolgte Anfang Juli. Seitdem unterstützt das Gesundheitsamt des Landkreises Heilbronn andere Gesundheitsämter in Baden-Württemberg aktiv durch Schulungsunterlagen bei der SORMAS-Einführung. „Es freut mich wirklich, dass das Gesundheitsamt des Landkreises Heilbronn, die Hochschule Heilbronn und das Helmholtz Zentrum so effektiv zusammenarbeiten und Synergien nutzen. Das SORMAS-System kann durch die erfolgreiche Kooperation für ganz Baden-Württemberg – letztlich wahrscheinlich für ganz Deutschland – weiter verbessert und optimiert werden“, erklärt Frau Dr. Karlin Stark, Abteilungspräsidentin des Landesgesundheitsamtes in Stuttgart.

Neue Module geplant

Weiter hat die Hochschule Heilbronn neue Module für SORMAS spezifiziert. Dazu gehören ein Meldeportal und eine Handy-App, welche die einfache Meldung von eventuell gefährdeten Kontaktpersonen an das Gesundheitsamt ermöglichen soll. Darüber hinaus wurde ein Meldeportal für Meldungen nach dem Infektionsschutzgesetz für niedergelassene Ärzte beschrieben und sich mit der automatisierten Übernahme von Labordaten beschäftigt. Mit diesen Heilbronner Vorarbeiten kann die Weiterentwicklung der SORMAS-Software durch das HZI unterstützt werden. Erste Kontakte diesbezüglich sind bereits geknüpft.

Ansprechpartner

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Mit ca. 8.200 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis gut vernetzt.

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