Studierende lernen an einem Tisch mit Laprop und Skripten

Die HHN „coilt“! 

Johanna Malz|01.08.2021

Die Hochschule Heilbronn baut ihre internationalen kollaborativen Lernformate aus

Heute eine Fallstudie gemeinsam mit Kommiliton*innen einer US-Universität bearbeiten, morgen den Statistik-Kurs mit Studierenden einer israelischen Hochschule. — Die Welt rückt an der HHN jetzt noch enger zusammen. Die Internationalisierung und die Digitalisierung voranzutreiben geht dabei Hand in Hand: Nie war es leichter und selbstverständlicher auf digitalem Wege neue, insbesondere auch internationale Kontakte zu knüpfen und über Ländergrenzen hinweg zu lernen. „Corona hat den Trend zu digitalen Lernformaten ganz klar befeuert, aber solche virtuellen gemeinschaftliche Lernformate werden mit Sicherheit auch nach der Pandemie bleiben“, sagt Simone von Boddien. Sie koordiniert an der Hochschule Heilbronn internationale, kollaborative Lernprojekte im International Office.

Im Rahmen des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projekts „HHN IDEAL“ (Internationalisation through Digitally Enriched Active Study Preparation & Collaborative Learning) unterstützt sie den Ausbau von „Collaborative Online International Learning“-Formaten kurz COIL und treibt den Aufbau einer COIL-Community an der Hochschule voran. Angesiedelt ist das Projekt im Prorektorat Internationales und Diversität unter der Federführung von Prof. Dr. Ruth Fleuchaus. 

Die jüngsten Erfolge des Projekts: Die Mitgliedschaft der Hochschule Heilbronn im wichtigsten Netzwerk für Telekollaboration und virtuellen Austausch im Hochschulbereich auf europäischer Ebene, der „UNICollaboration“, die Mitgliedschaft als erste baden-württembergische und als zweite deutsche Hochschule im großen US-Netzwerk „SUNY COIL Global Network“, quasi der Mutter aller COIL-Netzwerke sowie im Virtual Exchange Directory „COIL Connect“, welches von Jon Rubin, dem Erfinder des COIL-Konzeptes, ins Leben gerufen wurde. „Partner durch Netzwerke finden ist nun mal der Schlüssel für die Umsetzung von gemeinschaftlichen Lernformaten“, betont von Boddien die Wichtigkeit der Mitgliedschaft in solchen Netzwerken.

Wie funktioniert das "COILen"?

In den USA ist „COILen“ bereits ein großer Trend. Wie funktionieren nun aber die Lernformate genau und was sind die Vorteile für alle Beteiligten? Ein COIL-Kurs ist ein gemeinsamer, virtueller Kurs mit einer anderen Hochschule oder Universität. Auch blended Formate sind möglich, also eine Mischung aus Präsenz und digitalem Lernen. Zunächst bilden 2 oder mehr Lehrende ein Tandem und organisieren eine gemeinsame Lehrveranstaltung – egal ob Vorlesung oder Praxisprojekt. Diese hat in der Regel dann folgende Bestandteile: Das Kennenlernen der Teilnehmenden, das Stellen einer Aufgabe, die Bearbeitung selbiger in Gruppenarbeit und zum Schluss die Präsentation der Ergebnisse durch die Teams und die Benotung durch die Dozent*innen. Abschließend folgt zudem immer noch eine Reflexion des Kurses in Bezug auf die digitale und gemeinschaftliche Umsetzung sowie die interkulturellen Aspekte der Zusammenarbeit, um Verbesserungspotential auszuloten.

Was sind die Vorteile?

„Neben dem fachlichen Austausch werden die Sprachkenntnisse, aber auch die internationalen Kompetenzen im Umgang mit anderen Kulturen gefördert und vor allem sind die Kontakte zu den Teilnehmenden der anderen Hochschule so wertvoll, um sich ein internationales Netzwerk auch bereits für die Zeit nach dem Studium aufzubauen“, beschreibt von Boddien die Vorteile. „Durch COIL konnte ich wertvolle Erfahrungen für das Arbeiten in internationalen Teams sammeln. Besonders der virtuelle, aber dennoch persönliche Austausch mit den österreichischen Studierenden war sehr spannend und hat unsere gemeinsame Projektarbeit bereichert“, ergänzt Laila Fischer, Studentin im 2. Semester des Masterstudiengangs Nachhaltige Tourismusentwicklung an der HHN. Sie nahm an der Vorlesung „Sustainable Tourism Management" teil, die Professorin Lauren Ugur in COIL-Kooperation mit der Fachhochschule Wien realisiert hatte.

Doch nicht nur für die Studierenden sind die gemeinsamen Formate bereichernd: „Auch die Lehrenden profitieren natürlich immens vom fachlichen und didaktischen Austausch mit den internationalen Kolleg*innen“ sagt von Boddien.

Weitere Infos

Fakultätsübergreifend sind deshalb im Rahmen des IDEAL-Projektes in 2021 und 2022 3 weitere COIL-Projekte als „Leuchtturmprojekte“ in Planung, bei denen auch Praxispartner miteinbezogen werden. Von den Erfahrungen sollen zukünftige COIL-Vorhaben profitieren. Das Interesse an der Hochschule für COIL ist groß - die COIL-Community wächst: Zum Informationsaustausch wurde mittlerweile eine eigene COIL-ILIAS-Gruppe eingerichtet und zur Weiterbildung sind COIL-Workshops für Anfänger und Fortgeschrittene im Herbst geplant. Weitere Telekollaborationsprojekte sind schon am Start und es werden sicherlich in den kommenden Semestern viele weitere folgen. Wer Interesse am COILen hat und noch nicht in der Coil Community ist, schreibt einfach eine kurze E-Mail an: coil-community@hs-heilbronn.de

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Studierende sitzen mit Getränken an einem Tisch und arbeiten gemeinsam an Laptops

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