Die Preisverleihung des HHN Wissenschaftspreises 2022.

HHN Wissenschaftspreise für ausgezeichnete Leistungen in Forschung und Lehre vergeben

Torsten Robert|05.04.2022
  • HHN Wissenschaftspreis für exzellente Dissertation
  • HHN Wissenschaftspreis für herausragende anwendungsorientierte Forschung
  • HHN Wissenschaftspreis für hervorragende Leistungen in der Lehre


Heilbronn, April 2022. Erstmals wurden in diesem Jahr drei Wissenschaftspreise an der Hochschule Heilbronn (HHN) vergeben. Als größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg leistet die HHN einen zentralen Beitrag zur Verbindung von Forschung, Lehre und Praxis in der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken. Ihr wichtigstes Ziel ist es, junge Menschen mit hervorragender Lehre und anwendungsorientierter Forschung auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten und damit aktiv und nachhaltig die Zukunft von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten. Mit Forschung, Lehre und wissenschaftlicher Weiterbildung erfüllt die Hochschule Heilbronn eine wichtige Funktion bei der Bewältigung der sozialen, politischen, ökonomischen, ökologischen und kulturellen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Damit kann sie neue Perspektiven eröffnen und wesentliche Beiträge zu einer demokratischen und humanen Entwicklung der Gesellschaft leisten.

Die Thomas Gessmann-Stiftung und der Förderkreis der Hochschule Heilbronn e. V. würdigen die ausgezeichneten Leistungen von Lehrenden, Forschenden und Nachwuchswissenschaftler*innen an der Hochschule Heilbronn mit insgesamt drei Wissenschaftspreisen.

Die HHN Wissenschaftspreise wurden erstmals im Herbst 2021 an der Hochschule Heilbronn ausgeschrieben und am 31.03.2022 im Rahmen einer gemeinsamen Vergabefeier am Campus Sontheim übergeben. Die HHN Wissenschaftspreise wurden in drei Kategorien vergeben und sollen damit die Einheit von Forschung und Lehre symbolisieren. In seiner Eingangsrede betonte Rektor Prof. Dr.-Ing. Oliver Lenzen, dass sich die Forschung nur in und mit der Lehre entwickeln und die Lehre sich nur durch die Teilnahme an der Forschung vollziehen kann. Durch das forschende Lernen, die Partizipation der Student*innen an der Forschung wird die Wissenschaftlichkeit des Studiums und die Qualität der Ausbildung gewährleistet.

„Die Anzahl von promovierenden Wissenschaftler*innen an der HHN steigt stetig an und ebenso die Themen, die facettenreich und interdisziplinär erforscht werden und letztlich exzellente Arbeiten hervorbringen. Die strukturelle Unterstützung der Forschenden, von Professoren*innen bis Mitarbeiter*innen, deren Vernetzung zu einer Forschungscommunity sowie wachsende Forschungsmittel stellen gute Bedingungen für wissenschaftliches Arbeiten an unserer Hochschule dar und versorgen gleichzeitig auch die Lehre mit spannenden neuen Themen,“ sagt Prof. Dr.-Ing. Raoul Daniel Zöllner

Die Thomas Gessmann-Stiftung würdigt alle zwei Jahre die Leistungen junger Wissenschaftler*innen, die im Rahmen eines kooperativen Promotionsverfahrens an der HHN, im Bereich der MINT-Fächer betreutet wurden und einen beachtenswerten wissenschaftlichen Beitrag in der Forschung geleistet haben mit dem HHN Wissenschaftspreis für exzellente Dissertation in Höhe von 5.000 €. Der erste Preisträger in dieser Kategorie ist Herr Dr.-Ing. Mihai Kocsis, akademischer Mitarbeiter an der Fakultät „Mechanik und Elektronik“. Seine Dissertation zum Thema – „Beiträge zur Konzeption, Entwicklung und Implementierung von autonomen Gütertransportfahrzeugen in Fußgängerumgebungen” wurde erfolgreich verteidigt und mit magna cum laude an der Universität TRANSILVANIA in Brasov, Rumänien ausgezeichnet.

Die Promotion behandelt das hochaktuelle Thema des autonomen Fahrens in städtischen Umgebungen und zeigt gesellschaftlich und wirtschaftlich relevante Lösungen für eine nachhaltige Mobilität der „letzte Meile“ auf. Im Ergebnis wird eine Lösung für den emissionslosen Güterverkehr im öffentlichen, städtischen Raum vorgeschlagen, welche die Innenstädte wieder lebenswerter macht, indem für Verkehr freigehaltener Raum für Fuß- und Radverkehr wieder nutzbar gemacht wird.

Prof. Dr.-Ing. Raoul Daniel Zöllner schrieb als Zweitbetreuer dieser kooperativen Promotion in seinem Empfehlungsschreiben für den Preis:
„Neben dem exzellenten wissenschaftlichen Beitrag und der hochaktuellen und relevanten Fragestellung zeichnet sich die Promotion von Herrn Kocsis durch den partizipativen und interaktiven Ansatz aus. Damit hebt sie sich von vielen exzellenten technologisch oder theoretisch getriebenen Arbeiten deutlich ab. Herauszustellen ist hierbei auch die Wirkung hinsichtlich der Steigerung der Akzeptanz in der Gesellschaft für zukünftige Technologien, die durch die Erlebbarkeit des Systems auf der BUGA in Heilbronn hervorgerufen wurde. Letztlich ist der Erfolg der Arbeit dem unermüdlichen Einsatz von Herrn Kocsis zu verdanken, der mehr als 50 Studierende innerhalb des Zeitraums betreut und in das wissenschaftliche Arbeiten eingeführt hat, der

persönlich innerhalb der 6 Monate täglich auf der BUGA nicht nur technologisch die Arbeit vorangebracht hat, sondern nie müde wurde den Bürger*innen zu erklären warum die Technologie „Autonomes Fahren & Digitalisierung“ mehr Vorzüge als Nachteile hat und aufzeigte, wie diese unsere Gesellschaft voranbringt.

[…] Die Arbeit übertrifft in allen Punkten sehr deutlich die Erwartungen an eine exzellente Promotion und zeigt, dass es sich um eine Herzensangelegenheit des Kandidaten handelt.“

Zur Förderung von Wissenschaft und Forschung würdigt die Thomas Gessmann-Stiftung jährlich herausragende wissenschaftliche Arbeiten und innovative Leistungen der Professor*innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen an der HHN im Bereich der MINT-Fächer, ihr Engagement bei der Einwerbung und erfolgreichen Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftler*innen mit dem HHN Wissenschaftspreis für herausragende anwendungsorientierte Forschung in Höhe von 5.000 €.

In diesem Jahr geht der Preis an Frau Prof. Dr.-Ing. Jennifer Niessner, aus der Fakultät „Mechanik und Elektronik“ und ihr Forschungsteam, die gemeinsam an dem Forschungsthema „Untersuchung der Ausbreitung und Abscheidung von luftgetragenen Erregern durch Masken und Raumluftreiniger“ gearbeitet haben.

Im Zuge der COVID-19-Pandemie ist die große Bedeutung von Aerosolen bei der Übertragung von Infektionskrankheiten deutlich geworden. Das ausgezeichnete Forschungsthema leistet einen Beitrag zur Verbesserung des Verständnisses der Ausbreitung und Abscheidung von potenziell virenhaltigen Aerosolen und hat eine gezielte Verbesserung von Methoden zum Infektionsschutz (Masken, Raumluftreiniger) zum Ziel. Durch experimentelle Untersuchungen und Strömungssimulation sowie die interdisziplinäre Kooperation mit Pneumologen, Virologen, Aerosolforschern, Raumluftspezialisten und Filterherstellern werden Aerosolbelastungen quantifiziert und im Hinblick auf das Infektionsrisiko beurteilt.

„Ich freue mich sehr, dass mit dem Wissenschaftspreis der Thomas Gessmann-Stiftung die Forschungsarbeit des Teams ausgezeichnet wurde. Die Auslobung der Wissenschaftspreise und die feierliche Preisverleihung zeigen schön, dass die Forschung einen großen Stellenwert an der Hochschule Heilbronn hat. Es ist ein wunderbares Gefühl, dass wir zu den ersten Preisträgern gehören dürfen“, so die Preisträgerin im Anschluss.

Hilmar Weber, Vorstandsvorsitzender der Thomas Gessmann-Stiftung betonte in seiner Rede, dass es für beide Preise „zahlreiche hervorragende Anträge gab, weshalb die Evaluierung nicht einfach war.“

Mit dem HHN Wissenschaftspreis für hervorragende Leistungen in der Lehre werden Lehrende gewürdigt, die durch besonderes Engagement und beispielhafte Leistungen herausragen. Vergeben wird er vom Förderkreis der Hochschule Heilbronn, auch er ist mit 5.000 € dotiert.
Bei der Beurteilung beachtet werden unterschiedliche methodisch-didaktische Schwerpunktsetzungen, wie beispielsweise ansprechende Vermittlung von aktuellen Lehrinhalten, neue Lehrmethoden etc. sowie gleichberechtigt weitere individuelle Akzente der oder des Lehrenden.

Im akademischen Jahr 2021/22 wurde der HHN Wissenschaftspreis für hervorragende Leistungen in der Lehre an Prof. Dr.-Ing. Thomas Pospiech und seinen wissenschaftlichen Mitarbeiter Michael Gysin vergeben, die gemeinsam eine IDEA-Box für die Lehre entwickelt haben. Ein Zauberkoffer voller Zukunftstechnologien – das beschreibt die IDEA-Box von HHN-Professor Thomas Pospiech wohl am besten. Sie steht für "Industrial Digitalization in Education of Automation“ und kommt in der Fakultät Technische Prozesse zum Einsatz. Die Auswahlkommission war sich einig: gerade vor dem Hintergrund der Pandemie erfüllen Pospiech/Gysin die Kriterien der Ausschreibung des HHN Wissenschaftspreises für hervorragende Leistungen in der Lehre mit ihrer vielfältigen, praxisnahen und neuen Lehrmethode am überzeugendsten.

"Eine praxisnahe und vielfältige Lehre ist ein wesentlicher Baustein für ein erfolgreiches Studium. Der Förderkreis der Hochschule Heilbronn möchte diesem Bereich der studentischen Ausbildung ein besonderes Augenmerk widmen. Das attraktive Preisgeld soll die Bedeutung der Lehre für das Studium zusätzlich deutlich machen." - Erhard Steffen, Vorstandsvorsitzender Förderkreis der Hochschule Heilbronn e. V.

„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, da es sehr viele hervorragende Lehrprojekte an der HHN gibt. Lehrende erbringen keine Lehrleistung, die man messen kann oder die beliebig oft wiederholbar ist. Die Lehrleistung ist das ständige Nachdenken darüber, wie bringe ich den Stoff am besten rüber. Ich bin stolz darauf, dass heute der HHN Wissenschaftspreis für hervorragende Leistungen in der Lehre- verliehen wird“, so der Prorektor für Studium und Lehre – Herr Prof. Dr. Ulrich Brecht.

Der Preisträger – Herr Prof. Dr.-Ing. Thomas Pospiech äußerte sich nach der Preisverleihung – „Die erhaltene Auszeichnung ist für mich eine Wertschätzung dafür, dass wir mit der Entwicklung der IDEA-Box ein Gesamtkonzept realisiert haben, welches sämtliche neuen Technologien im Bereich der industriellen Digitalisierung in die Lehre unserer Studierenden integriert. Wir bilden unsere Studierenden damit so aus, dass sie später selbst auf diesem Gebiet entwickeln und forschen können. Es freut mich riesig dieses Ziel gemeinsam mit den Studierenden verfolgen zu können.“

Wir bedanken uns bei der Thomas Gessmann-Stiftung und dem Förderkreis der Hochschule Heilbronn e. V. für ihr immerwährendes Engagement innerhalb der Hochschule Heilbronn – ohne sie wären diese Auszeichnung nicht möglich gewesen.

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Mit ca. 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis stark vernetzt. 

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