Tobias Fischer: Erfolge für das Automobil und die Umwelt

“Try and leave this world a little better than you found it.”

Tobias Fischer, Bachelor Absolvent an der HHN nutzt seinen Erfindergeist und die erlernten Qualifikationen, um unteranderem den Emissionsausstoß von Fahrzeugen zu reduzieren. Seine Abschlussarbeit trägt den Titel „Optimierung der Ablaufstabilität von On-Board Diagnosefunktionen durch geeignete Betriebsstrategien im hybridischen Motorgesamtsystem“. Übrigens überwacht eine On-Board-Diagnose während der Fahrt alle abgasrelevanten Bauteile und Funktionen. Im Endeffekt soll sichergestellt werden, dass die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Emissionen während der gesamten Fahrzeuglebensdauer eingehalten werden. Bei instationären Fahrsituationen, beispielsweise in urbanen Räumen ist es schwierig für einen Teil der laufenden On-Board-Diagnosefunktionen ein validiertes Messergebnis zu liefern. Der erzeugte Abgaseinfluss verschiedener Diagnosen soll aus Umweltsicht reduziert werden. Genau das wird durch die Optimierung der Ablaufstabilität erzielt. Tobias Fischer untersucht den Zusammenhang im hybridischen Motorsystem. Durch geschicktes Nutzen der Synergieeffekte zwischen Elektromotor und Verbrennungsmotor kann der Emissionsausstoß optimiert werden. 

In welchem Semester und Studiengang studieren Sie, oder was ist Ihr höchster Abschluss an der Hochschule Heilbronn?

An der HHN war ich Student im Studiengang Automotive Systems Engineering (ASE). Meinen Abschluss habe ich vor Kurzem im Sommer 2021 erhalten. Übrigens freue ich mich schon auf die kommende Graduierungsfeier, auch wenn diese leider online stattfinden wird.

Was ist Ihre derzeitige berufliche Situation, sind Sie bereits in das Berufsleben gestartet, wenn ja wo?

Studiert habe ich auf dem zweiten Bildungsweg. Nach meiner Ausbildung als Kfz-Mechatroniker bei der Audi AG in Neckarsulm und der begleiteten Fachhochschulreife in der Abendschule entschied ich mich für den Studiengang ASE an der HHN. Mein persönliches Ziel war es, ein Systemdenken zu entwickeln. Tatsächlich startete ich vor einem Monat in das Berufsleben und arbeite nun als Entwicklungsingenieur im Labor bei der Audi in Ingolstadt.

Woher kam die Begeisterung für die Wahl Ihres Studiums oder Ihre jetzige Arbeit?

Ehrlichgesagt entwickelte sich meine Begeisterung für die Technik relativ pragmatisch. In den Ferien habe ich einige Praktika absolviert, bei der Audi in Neckarsulm hat es mir dann am besten gefallen. Eine Affinität zur Technik besitze ich schon immer. 

Was war der Auslöser für das Projekt? Wie startete das Projekt?

Es hat sich im Laufe der Zeit ergeben, ich habe meine Praxisphase aufgrund des Auslandssemesters an das Ende des Studiums gehängt. Hierdurch entwickelte sich ein nahtloser Übergang von der Praxisphase zur Bachelorarbeit. Schon während meines sechsmonatigen Praktikums beschäftigte ich mich mit der On-Board-Diagnose und Strategien zur Ablaufstabilisierung. Mein Betreuer im Unternehmen und ich entwickelten zwei Strategien und so entstand während meines Praxissemesters die Idee für meine Bachelor Abschlussarbeit.

In welchem Fachbereich war das Projekt angesiedelt? Unter welchem Professor lief das Projekt?

Hauptsächlich beschäftigte ich mich mit der On-Board-Diagnose und Strategien zur Ablaufstabilisierung. Als Betreuer an der HHN entschied ich mich für Prof. Ansgar Meroth.

Wen würden Sie als Mentor*in für das Projekt benennen? Inwiefern hat die Person Sie unterstützt?

Mein Mentor war ein Applikationsingenieur aus dem Unternehmen, er unterstützte mich bei der Entwicklung der Strategien und stand mir tatenkräftig zur Seite.

Wer war an dem Projekt mit welchen Aufgaben beteiligt?

Im Unternehmen arbeiteten wir in einem Team von drei Personen, da meine Betreuer sehr stark mit den alltäglichen Arbeitsabläufen beschäftigt sind, übernahm ich die Vorentwicklung. Abschließend präsentierte ich meine Erkenntnisse vor der gesamten Abteilung der Motorenentwicklung. 

Auf welche Meilensteine sind Sie in Ihrem bisherigen Leben besonders stolz? Was kommt als nächstes, welche Ziele möchten Sie unbedingt erreichen?

Im Privaten bin ich stolz auf mein Team bei den Pfadfindern Heilbronn, übrigens trägt unser Pfadfinderstamm den Titel „Mahatma Gandhi“. Für mich ist dies bisher das Größte  in meinem Leben. Seit 2005 beteilige ich mich hier aktiv und seit dem Jahr 2017 bin ich als Vorstand tätig. Desweitern habe ich vor Kurzem die Nachricht erhalten, dass meine Entwicklung in Bezug auf die On-Board-Diagnose während meines Praxisaufenthaltes bei der Audi nun als Patent angemeldet wurde und die kommenden Motorengenerationen „V8“ und „V6“ vermutlich damit ausgestattet werden.

Welche Ziele verfolgen Sie privat sowohl aus auch beruflich?

In den nächsten Jahren möchte ich Urlaub machen, beispielsweise in Südamerika oder sonst wohin wo es warm und tropisch ist. Am besten mit dem Camper Van. Beruflich bin ich erst am Anfang angekommen, ich würde mich freuen, wenn ich so schnell wie möglich einen nachhaltigen Benefit generieren kann. 

Welche Vorteile bzw. welcher Nutzen entstand aus Ihrer Sicht durch dieses Projekt?

Zu Anfang habe ich das Potenzial, wie viel Einfluss die Kombination des hybridischen Antriebes auf die On-Board-Diagnose hat unterschätzt. Die Diagnoseanläufe und schließlich die damit verbundenen Emissionen konnten reduziert werden. Überwiegend bezieht sich der Nutzen auf die Fahrt in instationären Räumen, wie beispielsweise der Innenstadt.

Nutzten Sie bestimmte Räumlichkeiten/ Labore der Hochschule?

Die Arbeit lief komplett bei der Audi AG ab, hier hatte ich die besten Grundvoraussetzungen und Umgebungsbedingungen.

Warum ist ein Studium bei T1 genau die richtige Entscheidung? 

Die HHN besitz eine gute Lage, viele Unternehmen im direkten Umfeld. Die Laborausstattung ist super und die Professor*innen sind klasse.

Tipps für die angehenden Ingenieur*innen der HHN.

Ad hoc würde ich allen ASE Student*innen empfehlen, macht euere Mathehausaufgaben bei Prof. Stahl, das ist essenziell. Gerne würde ich auch Prof. Meroth zitieren, dass man sich im Grundstudium auf die Zähne beißen muss, aber sobald dies geschafft ist, wird es richtig gut.

Beeindruckende Bilder von Tobias Fischer fotografiert während vergangener Reisen 
Logo des Audits familiengerechte Hochschule. Die HHN ist seit 2005 zertifiziert.
Logo der weltoffenen Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit
Logo der Charta der Vielfalt mit Stempel unterzeichnet
Logo der Hochschulföderation Süd-West (HfSW)