#bchn22 Crashkurs Theory-U auf dem Barcamp

Annja Huber und Patrick Hanselmann|23.05.2022

Gemeinsam mit der connect.IT fand im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des Studiengangs Software Engineering am 13. und 14. Mai 2022 das Barcamp Heilbronn am Campus Sontheim statt.  
Als ein Programmpunkt im Sessionplan habe ich "Einführung in Theory U, speziell 3D-Mapping-Workshop" angeboten und war gespannt, ob sich Interessierte dafür finden.

Seit Januar 2022 nehmen wir an der HHN mit einem Team am u.lab 2x 2022 teil. Im Rahmen dieser 5-monatigen Lernreise werden die weltweit teilnehmenden Teams vom Presencing Institute in der Anwendung von "Theory U" gecoacht und begleitet.

Eine Methode innerhalb dieses Prozesses ist das 3D-Mapping. Das Format des Barcamp wollte ich daher nutzen auszuprobieren, ob

  • in einem Crashkurs in Theory U der Grundgedanke vermittelt werden kann,
  • die 3D-Mapping-Methode auch ohne jegliche Vorbereitung funktionieren kann.


Da insgesamt nur 40 Minuten inklusive Ankommen und Check-out für eine Session zur Verfügung standen, legte ich mehr Wert auf den praktischen Teil. Um den Grundgedanken und das Ziel von Theory U gut rüberzubringen braucht es etwas mehr Zeit. Das 3D-Mapping widerum lässt sich in knapp 25 Minuten sehr gut praktizieren. 

Es fanden sich 16 Interessierte, so dass sich 2 Gruppen gebildet haben, die jeweils zum Thema "Welche Faktoren beeinflussen die Fähigkeiten und den Willen zum Lernen?" das 3D-Mapping durchführten.

3D-Mapping-Methode

Kurz und knapp es geht bei dem 3D-Mapping darum, das Thema und das von uns wahrgenommene bestehende System mit Gegenständen jeglicher Art abzubilden.

Anschließend wird diese "Map" von allen 4 Himmelsrichtungen betrachtet. Reflexionsfragen helfen dabei, das System aus unterschiedlichen Blickwinkeln wahrzunehmen um so ggfs. Blockaden im System auszumachen.

Im zweiten Durchgang wird die Map so verändert, wie das System sein sollte. Ein Ziel dieser Methode ist es, Stellschrauben zu erkennen, an denen gearbeitet werden kann. Mit dem 3D-Mapping werden Perspektiven aufgezeigt.

Zurück zum Barcamp: Zwei Gruppen mit 8 Personen, die sich nur zum Teil bereits persönlich kannten, machten sich an die Aufgabe, eine erste Map zu erstellen.

"Welche Faktoren beeinflussen die Fähigkeiten und den Willen zum Lernen?" 

Map 1

Map 1 war geprägt durch eine Zweiteilung. Auf der einen Seite war die Lernwelt mit Dozent:in, Lernstoff und den eigenen Zielen, auf der anderen Seite war die "private" Welt mit der studierenden Person, Eltern, Freunden, etc. Beide Weilten waren durch einen Graben voneinander getrennt. Die studierende Person schaute in Richtung der eigenen Ziele, wobei der Blick verstellt wurde durch das Smartphone, Alkohol und Medien. Der Lernstoff war wiederum weit außerhalb dieser Sichtachse und wurde auch noch von der Lehrperson verdeckt. Werkzeuge bildeten eine Brücke über den "Welten"-Graben waren aber weit von der studierenden Person entfernt. Dazu waren schoben die Eltern die Person in Richtung des Abgrundes und standen zwischen der Person und ihren Freunden. Weiterhin stand auch das Geld zwischen der Person und ihren Freunden.

Mit den Reflexionsfragen ändert sich 4 mal die Sicht auf die Map. Diese wurde anschließend bearbeitet:

Zuerst haben wir die Trennung zwischen den Welten aufgehoben. Anschließend wurden Ziele und Lernstoff in eine Linie gebracht und der Blick auf diese Linie ausgerichtet. Zur studierenden Person wurden Lehrperson und Freunde gestellt die von den Eltern den Rücken gestärkt bekommen. Das Geld wurde soweit wie möglich vom ganzen Szenario entfernt, ebenso wie Alkohol, der allerdings hinter das Ziel gestellt wurde als eine Art Belohnung. Weiterhin wurden die Werkzeuge, Smartphone und Medien (leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern wofür die Banane stand) so arrangiert, dass sie auf die Lernstoff-Ziel-Achse zeigen und in gewisser Weise fokussierend wirken.

Map 2

Während Map 1 von Dissonanzen und Ablenkungen geprägt ist versucht Map 2 einen fokussierenden Ansatz. Die studierende Person soll durch ihr privates, lernendes und lehrendes Umfeld gestärkt werden. Diverse Werkzeuge sollen helfen den Blick auf die eigenen Ziele zu fokussieren statt abzulenken. Lernstoff und Ziele ergeben eine Einheit anstatt dass sich die übliche Frage stellt "Wofür brauche ich das später mal?".

Ist der Dialog zwischen den Teilnehmern und die daraus resultierende Map nicht richtig gut geworden? Insbesondere auch dafür, dass die Teilnehmenden ganz spontan sich zu diesem Thema eingebracht haben?

Fazit

Die 3D-Mapping-Methode ist eine geeignete Herangehensweise an Themen unterschiedlicher Art und fördert den Dialog und damit den Austausch der verschiedenen Perspektiven.

Danke an Patrick für die tolle Beschreibung der beiden Maps.

Studierende arbeiten im Team

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