Das Siegerprodukt in Nahaufnahme

Das Runde muss in das Eckige

Johanna Malz |10.01.2022

Lausbuben-Challenge beim Konstruktionswettbewerb

Ein Surren und Murmeln liegt über der Aula der Hochschule Heilbronn am Campus Sontheim. Mal bricht ein Lachen durch, mal enttäuschtes Stöhnen. Verhaltener Jubel ist zu hören als sich ein kleines Gefährt namens „Window-Crusher“ langsam in Richtung eines gelben Tennisballs am Boden in Bewegung setzt. Unter erstauntem Raunen fährt es dünne metallene Greifarme aus und nimmt den Ball auf. Ein silberfarbenes Rohr kippt sich nach oben und schießt den Ball in den Fensterrahmen. Begeisterter Applaus! Ziel erreicht! Denn das ist die Aufgabe im Konstruktionswettbewerb der Erstsemester des Studiengangs Mechatronik und Robotik im Wintersemester 2021/22: Wie ein „Lausbub auf Kommando“ soll ein von den Studierenden entwickeltes Produkt einen Tennisball auf einer definierten Fläche aufnehmen und dann in eine Art Fensterrahmen katapultieren.

Welchem Lausbub oder frechem Mädchen ist das als Kind nicht mal passiert? Beim Ballspielen ging eine Fensterscheibe der Nachbarn zu Bruch. Früher hieß es da Rennen – beim Konstruktionswettbewerb ist es umgekehrt, das Treffen in den (Fenster-)Rahmen ist die Challenge, die gemeistert werden muss. „Unsere größte Herausforderung war die Zeit“, sagt Florentin Richter aus dem Team des „Window-Crusher“. „Von der ersten Skizze bis hin zum fertigen Produkt vergingen in etwa 6 Wochen, das war das Schwierigste.“ Und dennoch meisterte sein Team die Aufgabe in beiden Durchgängen am besten und erhielt dafür den ersten Platz im Wettbewerb.

Vorgegeben war auch die Energiequelle: „Die Spannungsversorgung hat uns Probleme bereitet, da diese durch die Aufgabenstellung auf 4 Stück AA Batterien limitiert ist. Den gesamten Roboter mit einer Ausgangspannung von 6 Volt zu versorgen war nicht ganz einfach“ berichtet Maximilian Becker.

Bei insgesamt 11 teilnehmenden Teams bestehend aus durchschnittlich 4 Studierenden gab es viele verschiedenen Lösungsansätze: Ein Team konstruierte eine Art Aufzug für den Tennisball, ein anderes arbeitet mit einer Art Steinschleuder ein anderes Team fertigte sein Fahrzeug fast komplett im 3-D-Ducker – hatte aber leider das Pech, dass beim Wettbewerb die Achse brach. „Das etwas nicht beim ersten Versuch klappt und stetig optimiert werden muss, diese Erfahrung gehört dazu, sie ist auch wichtig für das Bestehen im Berufsleben später“, bestätigt Michael Widmann, Professor im Studiengang Mechatronik und Robotik und Leiter des Konstruktionswettbewerbs. „Aber wer sich bei der Vorgehensweise an den Inhalten des begleitenden Theorieteils der Lehrveranstaltung orientiert, der ist in der Regel erfolgreich“.

Das bestätigt auch Student David Paulus „Immer wieder konnten wir Synergien zu den Vorlesungen erkennen. Beispielsweise konnten wir bei der Herstellung eins unserer Funktionsbauteile den 3D-Druck in Verbindung mit der Topologieoptimierung nutzen. Dabei wird ein Design entwickelt, das optimal für die Anforderungen des Bauteils, aber zugleich materialsparsam ist. Dieses innovative Fertigungsverfahren sowie das Konstruktionskonzept der Topologieoptimierung wurden vor nicht allzu langer Zeit in der Lehrveranstaltung besprochen.“

Siegerteam des Konstruktionswettbewerbs im WiSe21

Das Aufpassen in der Vorlesung zahlte sich aus – Maximilian Becker, Florentin Richter und David Paulus (v.l.) durften sich neben dem ersten Platz mit ihrem „Window-Crusher“ auch über ein Preisgeld in Höhe von 250 Euro freuen – gestiftet von der Kreissparkasse Heilbronn. Auch die anderen Teams erhielten gestaffelt ebenfalls Preisgeld als Anerkennung ihrer Wettbewerbsleistung.

Studierende sitzen mit Getränken an einem Tisch und arbeiten gemeinsam an Laptops

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