Nicht für Zuschauer unter 18 Jahren geeignet: Campus Künzelsau zeichnet Kurzfilme aus

|25.01.2022

Künzelsau, Januar 2022. Junge Filmemacher*innen und Filmbegeisterte aus ganz Deutschland kommen beim fünften kurz.film.fest des Campus Künzelsau virtuell zusammen. Nachdem sich das Online-Format schon im letzten Jahr bewährt hat, hat das studentische Organisationsteam des Studiengangs Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit-, Sportmanagement (BK) auch in diesem Jahr auf ein digitales Konzept gesetzt. Das Filmfest läuft unter der Leitung von Professorin Raphaela Henze, die im Studiengang BK lehrt.

Acht Filme der Sparten Animation, Spielfilm und Dokumentation sind im Rennen – zu gewinnen gibt es gleich zwei Auszeichnungen: Einen Preis vergeben die Filmexpert*innen, bestehend aus Dominik Kuhn, besser bekannt als Dodokay, Kulturjournalist Tobias Krone, Arthouse-Kinobetreiber Peter Zwingmann, Regisseur und Kameramann Tom Kimmig sowie Professorin Raphaela Henze. Den zweiten Preis vergibt das Publikum.
Nur volljährige Zuschauer*innen dürfen das Filmfest miterleben, da die Kurzfilme vor allem von schwierigeren Themen wie Suizid, Gewalt gegen Frauen und Rechtsextremismus erzählen.

Gewinnerfilme in Animation, Spielfilm und Dokumentation

Ihre Werke präsentieren die jungen Filmemacher*innen knapp 100 Teilnehmer*innen, die Fachjury lobt die Kurzfilme durchweg für ihre hohe Qualität. In der ersten Kategorie des Abends, Animation, landen gleich zwei Filme auf dem Siegerpodest der Jury: „Blessing in Disguise“ und „Obervogelgesang“. Beide schwarz-weiß-2D-Animationen stammen von Studierenden der Filmakademie Baden-Württemberg. Während sich „Obervogelgesang“ mit einer jungen Frau beschäftigt, die mit der problematischen politischen Lage in ihrer Heimat Sachsen konfrontiert wird, erzählt „Blessing in Disguise“ die bewegende Geschichte eines Suizidüberlebenden. Von letzterem Film ist auch das Publikum ganz besonders angetan. Die Nachwuchstalente Emma Holzapfel und Kevin Koch freuen sich sichtlich über beide Preise und sind an diesem Abend auch die Einzigen mit einer Doppelauszeichnung.

In Sachen Spielfilm sind Jury und Publikum unterschiedlicher Meinung: Die Fachjury findet in „Goldilocks“ ihren klaren Sieger. Ein Film über eine Frau, die nachts während ihrer Tätigkeit als Schlüssel-Dienst in einen absurden Einbruch verwickelt wird. Die Zuschauer*innen hingegen krönen „GRRRL“ als ihren Favoriten. Hier thematisiert Natascha Zink sexuelle Belästigung und zeigt eine durchaus gewaltbereite Frauengruppe, die andere Frauen nachts sicher nach Hause begleitet. Damit entscheiden Beiträge der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) München die Sparte Spielfilm für sich.

Auch beim Dokumentationsfilm gehen die Meinungen von Zuschauer*innen und Jury auseinander. Beim Publikum liegt „Zweisam“ knapp vorne, eine Dokumentation über ein lesbisches Paar, die mit stimmigen schwarz-weiß Aufnahmen die schönen, aber auch die herausfordernden Momente dieser Beziehung zeigt. Der erste Platz der Fachjury geht an die Macher des Kurzfilms „Sealand“, Studierende der HFF München. Hier geben sie nicht nur philippinischen Seemännern eine Stimme, die in Containerschiffen für wenig Geld rund um die Uhr arbeiten, sondern werfen auch einen Blick auf die Schattenseiten unserer globalisierten Welt.

„Die Filme in diesem Jahr waren durch die Bank eher düster. Vielleicht kann man nach einem Jahr wie 2021 auch nichts Anderes erwarten. Toll ist aber, das überhaupt gedreht wurde und wir diese Werke heute vor einem wirklich großen Publikum zeigen konnten. Der Hunger nach Filmen und Kultur im Allgemeinen ist da und wir hoffen, wie die ganze Kulturszene, darauf, dass wir bald wieder viel mehr davon sehen, hören und erleben können“, sagt Professorin Raphaela Henze abschließend.

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Ansicht Gebäude Campus Künzelsau

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