Das IDA-Team am Campus Künzelsau

2 Jahre IDA: Neue Meilensteine für die Region

Vanessa Offermann|03.03.2022
  • Das Forschungsinstitut für Digitalisierung und elektrische Antriebe (IDA) feiert sein 2-jähriges Bestehen mit einer Infoveranstaltung.


Heilbronn/Künzelsau, März 2022. Den kleinen und mittelständischen Firmen Zugang zur Forschung ermöglichen – das war eines der gesteckten Ziele des Instituts für Digitalisierung und elektrische Antriebe, kurz IDA. Es gehört zur Hochschule Heilbronn (HHN) und ist am Campus Künzelsau, der Reinhold-Würth-Hochschule, angesiedelt. Nun ist IDA 2 Jahre alt geworden und blickt auf große Meilensteine zurück.

Das Team hinter IDA bilden der Direktor des Instituts Professor Jürgen Ulm, der stellvertretende Direktor Professor Ingo Kühne und die Doktorin Anna Konyev. Nun hat das IDA-Trio zur digitalen Jubiläumsfeier eingeladen. Dabei wird deutlich: Bei IDA steht der Kurs auf Wachstum. HHN-Rektor Professor Oliver Lenzen: "IDA hat es geschafft, eine Marke zu setzen. Nämlich darin, den Elektromagnetismus in der Wirtschaft zur Anwendung zu bringen.“

Neue Meilensteine

IDA gehört mittlerweile zu einem der Institute, mit dem größten Impact auf die Region. "Unsere Aktivitäten liegen in der angewandten Forschung und Entwicklung in den Themenfeldern Digitalisierung, elektrische Antriebe, Sensorik und Messtechnik. Ergänzend zu laufenden Institutstätigkeiten bieten wir Symposien, Kolloquien und Weiterbildungsangebote an“, fasst Geschäftsführer Professor Ulm den Mehrwert von IDA für die Region zusammen.

Als Institut mit lokalem Bezug gestartet, ist IDA nun auch überregional ein gefragter Partner. Nicht nur in der freien Wirtschaft, auch Bildungseinrichtungen sind mittlerweile fest involviert. Jüngstes Beispiel ist eine Anfrage vom CERN über die Mitarbeit zur Berechnung eines neuen Teilchenbeschleunigers, der in Darmstadt gebaut wird. Eine Berechnungsmethode, die mit Master-Studierenden für Elektromagnetische Systeme im Rahmen von Laborarbeiten entwickelt wurde, kommt dabei zum Einsatz. "Hier haben wir uns bereits ein hohes Niveau erarbeitet, welches hierbei zum Einsatz kommt“, sagt Professor Ulm.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut zum Thema "Hochdrehzahlantrieb für Brennstoffzellen-Luftverdichter in Nutzfahrzeug- und Luftfahrt-Anwendungen“ ist begonnen worden. Hier fließen die gefragten Expertisen vom IDA ebenfalls mit ein.

Ein weiteres neues IDA-Forschungsprojekt stellt auch "MEPOFERRI“ dar. Hier sollen elektronische Bauelemente mit Hilfe neuer Fertigungsverfahren hergestellt werden. IDA ist für Modellierung und Simulation der keramischen Werkstoffe verantwortlich. Partner sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Würth Elektronik und das Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung.

So profitieren Unternehmen

IDA arbeitet ab sofort auch übergreifend mit dem benachbarten HHN-Institut für Intelligente Cyber-Physische Systeme (ICPS) zusammen. Dessen Schwerpunkte liegen auf den zukunftsweisenden Technologien wie der Automatisierung. Professor Ulm: "Wir sind uns gegenseitig eine sehr wertvolle Ergänzung für all die Unternehmen, die dringend innovative Wege gehen müssen und wollen, um sich von ihren Wettbewerbern abzugrenzen.“

Für Firmen lohnt sich die Kooperation mit IDA aus verschiedenen Gründen: Forschung und Entwicklung wird denen zugänglich gemacht, die keine eigene Abteilung dafür aufweisen oder zusätzliche Kapazitäten aufgrund ihres hohen Tagesgeschäfts benötigen. IDA unterstützt nicht nur bei der Umsetzung, sondern dockt schon früher an und sucht bei Bedarf nach Partnern und Fördermöglichkeiten. Dabei öffnet sich eine weitere Tür: Die Thematik der Patentrechte. Die fallen ab sofort auch in den Tätigkeitsbereich von IDA und werden entsprechend vergeben.

Viele Vorteile auch für Studierende

Mit IDA gibt es an der HHN nun insgesamt 23 Forschungsinstitute, die es derzeit 61 Studierenden ermöglichen, ihren Doktortitel anzugehen. Die Kooperation mit der Technischen Universität Bergakademie Freiberg hat es ganz besonders in sich: HHN-Master-Absolvent*innen können sich dort für ihren Doktor-Abschluss betreuen lassen. Studierende können sich aber auch in ihren Abschlussarbeiten den IDA-Forschungsprojekten widmen und stehen im engen Kontakt zur Industrie, also einem potentiellen Arbeitgeber. Doch die Forschung beeinflusst selbstverständlich auch die Lehre der Hochschule Heilbronn. So lernen und forschen HHN-Student*innen immer am Puls der Zeit. Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeitende stehen ihnen offen. Davon zählt die HHN derzeit 500 Stück.

Ausblick

Derzeit angestrebt wird die Unterstützung für Start-up-Unternehmen. Auch das IDA soll ein Ort für Neues werden, in dem die Gründungskultur aufleben- und gestärkt werden soll. Daneben steht die Beantragung eines sogenannten "Gastwissenschaftler-Status“ im Raum. Bereits 4 solcher Anträge sind gestellt worden. Der Titel befähigt dazu, als Außenstehende*r die Forschungsräumlichkeiten von IDA nutzen zu dürfen.

Partner des Instituts sind die Firmen Ziehl-Abegg, Würth Elektronik und ebm-papst. Sie haben sich bereit erklärt, das Institut bis 2025 finanziell zu fördern, um den Ausbau weiter voran zu treiben. 

Foto: Wilhelm Feucht

Ansprechpartner
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Mit über 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An vier Standorten in Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr stark vernetzt. 

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