Ein Luftbild der Stadt Heilbronn

Heilbronn wird ein Jahr lang "Hauptstadt der Folgenlosigkeit"

|16.03.2022

Initiiert von Friedrich von Borries, Autor und Professor für Designtheorie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, dem Dramatiker Tobias Frühauf und Regisseur Philipp Wolpert haben sich zahlreiche Heilbronner Akteurinnen und Akteure sowie Institutionen als "Bund der Folgenlosen" zusammengefunden. Sie gehen der Frage nach: Wie sähe ein Leben aus, das keine negativen Folgen für andere hat - und was macht das mit unserer Stadt?

Unter der Schirmherrschaft von Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel veranstalten sie das Festival "Hauptstadt der Folgenlosigkeit", das im Mai beginnt. Es ist ein diskursives Kunst- und Stadtentwicklungsprojekt, an dem sich ein Jahr lang die ganze Stadtbevölkerung beteiligen kann. Der polarisierende Begriff der Folgenlosigkeit eröffnet einen Diskussions- und Möglichkeitsraum, der eine lebendige Diskussion darüber anregen soll, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen.

Dabei geht es um die Frage, wie wir vor dem Hintergrund von drängenden Herausforderungen wie dem Klimawandel und der globalen Ungleichheit in Zukunft leben wollen: Wie sieht ein Leben aus, das keine negativen Folgen für andere Menschen, Lebewesen und Materie hat? Könnte Folgenlosigkeit ein neues, regulatives Ideal werden wie Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit? Unerreichbar, aber dennoch erstrebenswert? Welche Auswirkungen hätte ein solches Streben auf die materielle und immaterielle Gestaltung des Alltags, auf die Wirtschafts- und Sozialordnung, auf den Glauben, auf die Art des Umgangs miteinander? Der Abschied von Erfolg als erstrebenswertes Ideal? Oder Folgenlosigkeit als Erfolg? Müssen folgenreiche Entscheidungen getroffen werden, um ein folgenloses Leben führen zu können?

Oberbürgermeister Harry Mergel begrüßt die Projektidee: "Die Folgen unseres Handelns zu bedenken, begleitet intensiv unsere tägliche Arbeit in allen Bereichen. Ich freue mich auf die künstlerische Auseinandersetzung in allen Dimensionen der Folgenlosigkeit, zu der dieses Projekt breiten Raum öffnet. Heilbronn zählt zu den dynamischsten Städten in Deutschland mit vielen positiven Folgen. Die Veranstaltungsreihe kann gute Impulse geben und so Bestandteil unseres Stadtentwicklungsprozesses werden."

Das Programm reicht von Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, Festen, Performances und Workshops, die sich alle um das Nicht(s)tun und Vermeiden drehen. Im Zentrum steht ein Stipendium für Bürgerinnen und Bürger als Erprobungsversuch freudvoller Unterlassung - das Stipendium für Nicht(s)tun. Es soll Angang Mai 2022 in der Stadt ausgeschrieben werden. 5.000 Euro sollen drei Bürgerinnen oder Bürger erhalten, um etwas nicht zu tun. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden in einem basisdemokratischen Experiment von allen Teilnehmenden ermittelt. Einzige Teilnahmebedingung: Alle, die mitmachen, müssen am Ende auch für drei Monate dem Vorbild der Gewinnerin oder des Gewinners folgen.

Der Stadtschreiber des Projekts Alexander Estis, der Projektfotograf Nico Kurth, ein KI-Sprach-Bot-Projekt in Zusammenarbeit mit der Globalbases.com GmbH und ein FIlmteam (NFP neue filmproduktion GmbH / Regie: Rebecca Panian) dokumentieren die geplanten Aktivitäten und die sich daraus entwickelnden Dynamiken.

Die Kooperation ist eine Kernkompetenz der Gegenwart, um sich den großen Zukunftsfragen zu stellen. Die interdisziplinären, interinstitutionellen und generationsübergreifenden gemeinsamen Arbeiten vernetzen die Stadtgesellschaft und führen Institutionen zusammen.

Kulturbürgermeisterin Agnes Christner blickt mit Zuversicht in das Jahr 2022. "Wir sind optimistisch, dass diese spannende Veranstaltungsreihe auch mit vielen Beteiligten und Besuchern stattfinden kann. Der auf den ersten Blick widersprüchliche Projekttitel ist beabsichtigt. Wir wollen in Heilbronn Kunst und Kultur als Forum der Nachhaltigkeit nutzen."

Das Auftaktwochenende findet vom Freitag, 6. Mai, bis Sonntag, 8. Mai, statt und beginnt mit einer Lesung mit Friedrich von Borries aus seinem Roman "Fest der Folgenlosigkeit" im Literaturhaus. Im Anschluss daran wird innerhalb des performativen Clubevents "Fest der Folgenlosigkeit" im Mobilat Club weitergefeiert. Am 7. Mai findet mit der Hochschule Heilbronn und zahlreichen Projektpartnerinnen und Projektpartnern das "Town Hall Event - Hauptstadt der Folgenlosigkeit" in der Maschinenfabrik statt. Es ist die größte Eröffnungsshow des Projekts, bei der sich die Zuschauenden über das Stipendium für Nicht(s)tun informieren können, das im Anschluss daran ausgeschrieben wird. Am 8. Mai schließt das Württembergische Kammerorchester mit einem Benefiz-Naturkonzert in der Aula auf dem Bildungscampus den Projektauftakt ab.

Projektpartner des einjährigen Festivals sind das Schul-, Kultur- und Sportamt sowie städtische Kulturinstitute und die Stabstelle für Integration und Partizipation, das Württembergische Kammerorchester, die Hochschule Heilbronn, das Demokratiezentrum Heilbronn, der Kunstverein, das Theaterschiff, das Arthaus Kino, die Lokale Agenda 21, die Volkshochschule Heilbronn, die Antidiskriminierungsstelle Heilbronn, die 42Heilbronn, die Akademie für Innovative Bildung und Management (aim), die Campus Founders, Daishin Zen Heilbronn und viele mehr.

Das Projekt wir unterstützt von der Baden-Württemberg Stiftung, der Stadt Heilbronn, der Paul-und-Anna-Göbel-Stiftung der Stadt Heilbronn, der Kulturstiftung der Kreissparkasse Heilbronn und der Dieter Schwarz Stiftung.

Das Projekt entwickelt sich im Laufe des Jahres weiter, weitere Programmpunkte Aktionen und Kooperationen werden fortlaufend veröffentlicht. Weitere Informationen und den Veranstaltungskalender finden Sie untenstehend.

Foto: Heilbronn Marketing GmbH / Roland Schweizer

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Mit über 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An vier Standorten in Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr stark vernetzt. 

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