Prof. Zöllner, MDB Hentschel, MDL Achterberg, Rektor Lenzen (v.l.)

Klimaneutrale Antriebstechniken: Wir brauchen den Technologiemix

red|20.07.2022
  • Informative Diskussionsrunde mit Grünen MdL Gudula Achterberg und MdL Thomas Hentschel
  • Leuchtturm der e-Mobilität in Baden-Württemberg an der Hochschule Heilbronn
  • Vielschichtigkeit im Bereich der klimaneutralen Antriebe

Ginge es nur um die Effizienz alternativer Antriebsformen, wäre die Lage eindeutig: Der Elektromotor mit einem Wirkungsgrad von 80 Prozent läge unschlagbar vorne im Vergleich mit Brennstoffzellen, Hybridlösungen oder herkömmlichen Verbrennern. Das Thema „Klimaneutrale Antriebe“ sei aber vielschichtig, erklärte Professor Raoul Zöllner von der Hochschule Heilbronn anlässlich einer Veranstaltung zu diesem Thema auf dem Bildungscampus. Gemeinsam mit der Heilbronner Landtagsabgeordneten Gudula Achterberg und MdL und Sprecher für alternative Antriebstechniken, Thomas Hentschel, diskutierte Zöllner mit einem sehr interessierten Publikum über diesen Teilaspekt der Verkehrswende – und zwar jenseits des vereinfachenden Schlagworts „Verbrenner-Aus“.

"Wir brauchen den Technologie-Mix"

Zöllners Vortrag zu „Zukunftstechnologien und Wirkung“ alternativer Antriebe zeigte auf, dass es nicht nur darum geht, unterschiedliche Antriebstechniken bezüglich Wirkungsgrades, Motorenleistung oder Gesamtenergiebilanz zu erforschen und zu bewerten. Vor allem gelte es, für unterschiedliche Anwendungsbereiche – vom Individual- über den öffentlichen Verkehr bis hin zum Transport-, Schiffs- oder Flugverkehr – zu klären, ob man mit Batterie-, Brennstoffzellen oder auch e-Fuels im Wortsinn am besten elektrisch fährt. Für den innerstädtischen oder den Überlandverkehr sieht er bei e-Motoren: „Es ist kein Problem mehr, zu laden“. Auch die Variante, Benzinmotoren mit moderatem Aufwand zu ertüchtigen, müsse man einbeziehen oder e-Fuels beim Schiffs- oder Flugverkehr. „Wir brauchen den Technologie-Mix“, ist Zöllner überzeugt und stellte Hochschulprojekte vor, die im Feld der alternativen Antriebe und der CO2-Einsparung am Start sind. Gute Zukunftsprognosen erkennt er beim Oberleitungs-Lkw, den die HHN genauso testet wie eine Lok, die auf so genannten Zero-Emission-Betrieb umgerüstet wird oder die autonomen Fahrzeuge, die in gesonderten Stadtgebieten in Heilbronn schon auf der so genannten letzten Meile unterwegs sind. E-Lkw etwa erreichen schon Reichweiten, die denen von Dieselfahrzeugen entsprechen. „Spediteure könnten schon umsteigen“, so Professor Zöllner – seien aber skeptisch, was die Praxistauglichkeit betrifft. Hier bedürfe es Überzeugungsarbeit: „Antriebstechnologien kommen in der Gesellschaft an, wenn man die Einsatzmöglichkeiten erklärt.“ Die Industrie mache es vor, zum Beispiel, indem Fahrzeughersteller Reichweitenrechner anbieten, um Kunden für e-Mobilität zu gewinnen.

Als „Leuchtturm der e-Mobilität in Baden-Württemberg“ würdigte MdL Thomas Hentschel die Hochschule Heilbronn, und stellte die Antriebswende als unverzichtbaren Baustein auf dem Weg zum Fit-for-55-Ziel dar, bis 2030 den Treibhausgasausstoß in der Europäischen Union um mindestens 55 Prozent zu senken. 30 Prozent der CO2-Emissionen gehen auf den Verkehr zurück und es brauche die Verdoppelung des ÖPNV-Verkehrs oder den Umstieg auf Rad- und Fußverkehr ebenso wie die Reduktion des Kfz-Verkehrs und eben den Umstieg auf klimaneutrale Autos und Transportmittel im Güterverkehr. Die Achillesferse, regenerative Energien zu heben, die es auch für andere Sektoren wie Industrie oder Bau brauche, wurde im Anschluss an die Vorträge diskutiert. Einig waren sich Politik und Wissenschaft: Es muss jetzt darum gehen, den Einsatz von Verbrennungsmotoren zu reduzieren. Auch bei diesem Thema stehen die Zeichen auf Zeitenwende. Gerade weil der Verbrenner so gut sei, setze der Klimawandel den entscheidenden Anreiz, neue Antriebstechnologien anzuwenden. Zertifikatehandel und CO2-Abgabe, Ladesäuleninfrastruktur, Lieferkettengesetz oder der Nutzen von Fördermitteln waren unter anderem Themen in der angeregten Diskussion mit den Gästen der Veranstaltung. Gudula Achterbergs Fazit: „Klimaschutz ist unser großes Anliegen, für das wir an vielen Stellen kämpfen. Aber wir alle sind auch gefragt, unsere eigene Mobilität zu überdenken.“

Die Zeiten stehen auf Zeitenwende

Als „Leuchtturm der e-Mobilität in Baden-Württemberg“ würdigte MdL Thomas Hentschel die Hochschule Heilbronn, und stellte die Antriebswende als unverzichtbaren Baustein auf dem Weg zum Fit-for-55-Ziel dar, bis 2030 den Treibhausgasausstoß in der Europäischen Union um mindestens 55 Prozent zu senken. 30 Prozent der CO2-Emissionen gehen auf den Verkehr zurück und es brauche die Verdoppelung des ÖPNV-Verkehrs oder den Umstieg auf Rad- und Fußverkehr ebenso wie die Reduktion des Kfz-Verkehrs und eben den Umstieg auf klimaneutrale Autos und Transportmittel im Güterverkehr. Die Achillesferse, regenerative Energien zu heben, die es auch für andere Sektoren wie Industrie oder Bau brauche, wurde im Anschluss an die Vorträge diskutiert. Einig waren sich Politik und Wissenschaft: Es muss jetzt darum gehen, den Einsatz von Verbrennungsmotoren zu reduzieren. Auch bei diesem Thema stehen die Zeichen auf Zeitenwende. Gerade weil der Verbrenner so gut sei, setze der Klimawandel den entscheidenden Anreiz, neue Antriebstechnologien anzuwenden. Zertifikatehandel und CO2-Abgabe, Ladesäuleninfrastruktur, Lieferkettengesetz oder der Nutzen von Fördermitteln waren unter anderem Themen in der angeregten Diskussion mit den Gästen der Veranstaltung. Gudula Achterbergs Fazit: „Klimaschutz ist unser großes Anliegen, für das wir an vielen Stellen kämpfen. Aber wir alle sind auch gefragt, unsere eigene Mobilität zu überdenken.“

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