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#FlaggefürVielfalt  - Interview zum Diversity-Tag

Torsten Robert|16.05.2021

Zum 9. Deutsche Diversity-Tag am 18. Mai haben wir zum Thema Vielfalt mit unserer Prorektorin für Internationales und Diversität, Frau Professorin Ruth Fleuchaus (RF) und der Leiterin des Referats Gleichstellung und Diversität, Frau Dr. Wibke Backhaus (WB), gesprochen.

Frau Fleuchaus, Sie sind Prorektorin für Diversität und Internationales. Was bedeutet „Diversität“ für die Hochschule Heilbronn?

RF: Bei uns studieren und arbeiten Menschen mit ganz unterschiedlichen Bildungsbiographien, Erfahrungen und Lebenssituationen. Unsere Aufgabe ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass wirklich alle Studierenden bei uns optimal lernen, an sich wachsen und Neues entdecken können. Auch für die Mitarbeiter*innen und Professor*innen der HHN ermöglicht ein aufmerksamer Blick auf Diversity ein wertschätzendes Arbeitsumfeld, das die ganze Person in den Blick nimmt. So wird Vielfalt zu unserer Stärke und unserem Potenzial.

Was genau verbirgt sich eigentlich hinter der Idee von „Diversity Management“?

WB: Diversity Management ist ein Versuch, die Bedeutung, die Chancengerechtigkeit für die Zukunftsfähigkeit von Institutionen hat, anzuerkennen und strukturell abzubilden. Tatsächlich fassen wir unter dem Begriff eine ganze Reihe von Themenfeldern – Geschlechtergerechtigkeit, Antirassismus, religiöse Vielfalt, Inklusion, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Verhinderung von Altersdiskriminierung, Familiengerechtigkeit oder Bildungsaufstieg. Diversity Management versucht, diese Themen zusammenzudenken. Eine Kunst dabei ist, nicht selbst auf Stereotype zurückzugreifen. Vielmehr ist das Ziel, Menschen in ihrer Individualität wertzuschätzen. Das ist unglaublich bereichernd, kann aber auch anstrengend werden, denn damit das gelingt, müssen wir uns ernsthaft mit Diskriminierungserfahrungen und strukturellen Benachteiligungen auseinandersetzen. Eine diversitätssensible Hochschule ist nicht nur schön und bunt, sie kann auch Konflikte aushalten, mit Ambivalenzen umgehen, Perspektiven wechseln und Veränderungen zulassen.

Wie sieht Diversity Management konkret an der HHN aus?

RF: Gelingendes Diversity Management setzt voraus, dass es als Leitungsaufgabe ernst genommen wird. Deshalb haben wir 2015 eine Stabsstelle für das Thema geschaffen und die Senatskommission für Gleichstellung und Diversität eingerichtet. Das ist eine Struktur, die viele verschiedene Akteur*innen vernetzen kann. Diversity Management umfasst letztendlich alle Bereiche der Hochschule und kann nur von uns allen gemeinsam umgesetzt werden. 

WB: Wir als Stabsstelle entwickeln Konzepte, schreiben Berichte und beraten fachlich zum Thema Diversity. Außerdem koordinieren wir Initiativen im Themenfeld, zum Beispiel das Audit familiengerechte Hochschule, die Antidiskriminierungsarbeit oder auch fakultätsübergreifende Projekte, die überwiegend drittmittelfinanziert sind. Aktuell haben wir Projekte in den Themenfeldern Gleichstellung, Antidiskriminierung, Familienservice und Angebote zur Verbesserung der Studiensituation internationaler Studierender. 

Für Menschen, für die das Thema Diversität noch recht neu ist, haben Sie einen Tipp, wie man sich gut informieren kann?

RF: Da kann ich direkt auf die „Charta der Vielfalt“  verweisen, eine Initiative, die sich für die Chancengleichheit in der Arbeitswelt einsetzt. Wir haben diese Selbstverpflichtung 2015 unterschrieben und beteiligen uns regelmäßig am „Deutschen Diversity Tag“, der heute stattfindet.

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