Auslandssemester an der Partnerhochschule Windesheim University of Applied Sciences in den Niederlanden

Simone Rock (23) aus Burgstetten bei Backnang studiert aktuell im 8.Semester an der Hochschule Heilbronn, Campus Schwäbisch Hall, Management und Vertrieb: Industrie. Sie verbringt gerade ihr Auslandssemester in Zwolle (NL). Zwolle ist die Hauptstadt der Provinz Overijssel.

Simone, Sie verbringen gerade Ihr Auslandssemester an unserer Partnerhochschule in Zwolle. Wo wohnen Sie dort genau?

Ich lebe hier mit 31 weiteren Austauschstudenten zusammen in einem Studentenwohnheim. Zwolle hat 120.000 Einwohner und ist eine sehenswerte Stadt mit vielen kleinen Cafés und tollen Parks die besonders im Sommer zum Picknicken einladen. Mein Auslandssemester hat Ende Januar begonnen und geht bis Ende Juni. Allerdings werde ich erst Mitte Juli zurück nach Deutschland kommen, da ich im Anschluss meines Auslandssemester noch reisen werde.

Warum haben Sie sich für ein Auslandsemester entschieden?

Durch das Auslandssemester möchte ich mein Englisch verbessern und Auslandserfahrung sammeln. 2014 habe ich während einer Exkursion die Hochschule Windesheim besucht und bereits dort Gefallen an Land und Leuten gefunden. Nachdem dann Windesheim eine Partnerhochschule des Campus Schwäbisch Hall wurde, war für mich klar, dass ich mich für ein Auslandssemester bewerbe.

Wie kommen Sie in den Vorlesungen zurecht?

Wenn man sich für ein Auslandssemester in den Niederlanden entscheidet, entscheidet man sich auch für ein komplett anderes Schulsystem. Die Vorlesungen für Austauschstudenten finden hier alle auf Englisch statt. Man sollte allerdings ausreichend Englischkenntnisse mitbringen, damit man dem Unterricht problemlos folgen kann. Auch muss man sich darauf einstellen, dass man wöchentlich Zusammenfassungen einreichen muss, die am Ende zur Abschlussnote zählen. Ich musste mich die ersten zwei Wochen erst an die neuen Methoden gewöhnen, doch mit Hilfe der niederländischen Studierenden hat das gut geklappt. Was mich hier besonders erstaunt hat, dass Projekte gemeinsam mit Firmen erarbeitet werden. Während meines Studiums hier erarbeite ich gemeinsam mit 5 weiteren Studierende aus den Niederlanden, Spanien und Südkorea für eine Firma eine Marktanalyse und einen Marketingplan für die Hanseatic Days 2017 in Kampen. Hierzu gehören neben den Recherchen auch ein Werbevideo und eine Kostenaufstellung über die anfallenden Kosten unseres Vorhabens.

Wie erleben Sie dort den Alltag? Gibt es Unterschiede zu Deutschland?

Mein Alltag hier unterscheidet sich zu dem in Deutschland natürlich. Während ich in Deutschland neben dem Studium noch arbeiten war, kann ich mich hier ganz auf das Studium konzentrieren und habe auch etwas mehr Freizeit. Aber grundsätzlich kann ich sagen, dass ich wie in Deutschland Vorlesung habe, danach - anders wie in Deutschland - auch Hausaufgaben zu erledigen habe und an den unterschiedlichen Projekten für die Hochschule arbeiten muss. An den Wochenenden unternehme ich viel mit den anderen Austauschstudenten. Hierzu gehören neben reisen und feiern auch gemeinsame Kochabende oder gemütliche Runden ums Lagerfeuer.

Während meinen ersten zwei Monaten hier war ich schon in verschiedenen Städten wie Amsterdam, Giethoorn, Urk, Den Haag und Scheviningen. Auch Campen war eines meiner Ziele bisher. Dennoch sind noch weitere Städtetrips geplant. Für die letzten drei Monate stehen noch Rotterdam, Utrecht, Groningen und die Provinz Friesland mit ihren Inseln auf meinem Plan. Auch Keukenhofen möchte ich noch besichtigen. Zwolle hat eine gute Zuganbindung, weshalb es nicht schwierig ist alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu besichtigen.

Das klingt spannend. Aber gibt es auch Schwierigkeiten oder Probleme?

Schwierigkeiten gibt es kaum, ich habe die Niederländer als sehr freundlich und entgegenkommend und hilfsbereit kennen gelernt. Auch Sprachbarrieren gibt es kaum. Die Hochschule bietet ein eigenes Buddy-Programm an, in dem niederländische Studierende gemeinsam etwas mit den Austauschstudenten unternehmen. Hier sind Veranstaltungen wie die Einführungswoche, in der wir gemeinsam die Stadt erkunden, sowie Schlittschuhlaufen oder eine Multi-Culti-Food Nightzu nennen. Auch außerhalb des Buddy-Programms stehen die niederländischen Studierenden uns bei Fragen zur Verfügung oder gehen mit auf Städte-trips und zeigen die Ecken die normale Touristen nicht entdecken.

Was nehmen Sie aus dem Auslandsaufenthalt mit? Sind Sie zufrieden mit Ihrer Wahl?

Die Entscheidung nach Zwolle und somit ins Ausland zu gehen war die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Das Auslandssemester hat mir die Welt geöffnet, da ich Studierenden von überall auf der Welt kennen gelernt habe. Auch den Gedanken an den Abschied verdränge ich bisher noch, obwohl die Zeit an mir quasi vorbei rennt. Ich habe hier eine Familie mit Mitgliedern von überall auf der Welt gefunden worüber ich sehr glücklich bin. Neben meinen „social skills“, konnte ich auch mein theoretisches Wissen im Bereich International Business erweitern sowie meine Sprachkenntnisse in Englisch deutlich verbessern.

Wenn Sie die Chance hätten, nochmal ins Ausland zu gehen, würden Sie diese nutzen?

Ich kann jedem der die Möglichkeit hat einen Auslandsaufenthalt zu machen nur empfehlen die Koffer zu packen und los zugehen. Auch wenn das Ziel am Anfang nicht ganz so attraktiv sein sollte. Ein Semester im Ausland kann das Leben nur bereichern. Es kann die Sicht auf die Welt verändern und es macht einen stärker. Ich würde definitiv wieder ins Ausland gehen, denn mein Auslandssemester in Zwolle war der erste Schritt auf einer langen Reise. Wie auch in meinem neuen Motto: The Journey of a thousand miles begins with a single step.

Logo des Audits familiengerechte Hochschule. Die HHN ist seit 2005 zertifiziert.
Logo der weltoffenen Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit
Logo der Charta der Vielfalt mit Stempel unterzeichnet
Logo der Hochschulföderation Süd-West (HfSW)