Hochschulkommunikation 

Fragen an die neue Gleichstellungsbeauftragte: Prof. Dr. Anke Ostertag 

Zum 1. April 2016 tritt Prof. Dr. Anke Ostertag ihr Amt als neue Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule Heilbronn an. Die 46-jährige Ingenieurin wünscht sich mehr Professorinnen und mehr weibliche Studierende in den technischen Studiengängen. Daneben möchte sie sich für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen. Anke Ostertag ist Professorin im Studiengang Energiemanagement am Campus Künzelsau.

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Was bedeutet für Sie Gleichstellung?

In meiner Funktion als Gleichstellungsbeauftragte ist der Fokus durch den Paragraph 4 des Landeshochschulgesetzes festgelegt auf Chancengleichheit von Frauen und Männern.

Welche Ziele haben Sie in Ihrer neuen Funktion als Gleichstellungsbeauftragte?

Ich sehe hohen Handlungsbedarf darin, neue Professorinnen für die Hochschule zu gewinnen. Deren Anteil liegt derzeit bei 16,9 % an der Hochschule Heilbronn. Das ist ein Gap von rund
33 % zur Parität. Besonders dringlich sehe ich die Erhöhung der Zahl der Professorinnen in den technischen Fächern.

Als berufstätige Mutter von zwei Kindern liegt mir zudem die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Tätigkeit in der Hochschule Heilbronn besonders am Herzen.

Was treibt Sie in dieser Position an?

Mich treibt an, wenn Frauen gegenüber Männern benachteiligt werden, z. B. weil sie geringere Gehälter erhalten. Aber auch auf der anderen Seite, wenn z. B. Männer von ihrer Wahlfreiheit für mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, nicht Gebrauch machen können.

Warum ist eine Gleichstellungsbeauftragte für eine Hochschule wichtig?

Die Hochschule hat eine Vorbildfunktion. Wenn das Gesetz Chancengleichheit von Frauen und Männer vorschreibt, dann sollte eine Hochschule dies vorleben. Es würde zu lange dauern, wenn wir darauf warten, dass es sich von alleine regelt. Aus diesem Grund muss eine Gleichstellungsbeauftragte aktiv auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinwirken, auch wenn dies ab und zu zu Konflikten führen kann.

Wo sehen Sie im Bereich Gleichstellung und Diversität an der HHN die größten Herausforderungen?

Wir müssen Prioritäten setzen und Synergien nutzen. Dazu haben wir kürzlich eine  Senatskommission gegründet. Wir werden unsere Ziele aber nur mit der Unterstützung der gesamten Hochschule erreichen können.