Technical Management (M.Sc.) für Studieninteressierte

Exkursionen


Südafrika 2017 - Kapstadt

- von Andre Ernst (MTM) –

Am 12. Mai 2017 geht es für 11 Studierende des Masterstudiengangs Technical Management und Prof. Dr.-Ing. Rolf Blumentritt auf nach Kapstadt. Nach knapp 14 Stunden Flug und einer Distanz von 10 000 km erreicht die Gruppe die zweitgrößte Stadt Südafrikas nahe dem Kap der Guten Hoffnung. Aufgrund derselben Zeitzone wie Deutschland ist Jetlag kein Thema.

Erklärtes Ziel der Exkursion ist es, die kulturellen Besonderheiten sowie die Unterschiede der ansässigen Produktionsunternehmen gegenüber deutschen Firmen kennenzulernen. Das Organisationsteam hat es dabei geschafft, sämtliche Interessen der Gruppe zu bedienen.

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Kulturelle Höhepunkte

Der Rundgang auf Robben Island - die Gefängnisinsel auf der während der Apartheid Nelson Mandela und andere politische Gefangene inhaftiert waren – wird von einem ehemaligen Häftling begleitet, der eindrucksvoll den Gefängnisalltag und das dort Erlebte schildert.

Kapstadts Hausberg ist der über 1 000 m hohe Tafelberg. Um auf den Tafelberg zu gelangen und die überragende Aussicht auf Stadt, Berge und Ozean zu genießen, entscheiden sich alle für die Besteigung über den anspruchsvollen, klettersteigähnlichen Skeleton Gorge Trail.

Das Kap der Guten Hoffnung befindet sich 45 km von Kapstadt entfernt. Bei einer Kap-Tour besichtigen wir eine Straußenfarm und den berühmten Pinguinstrand Boulders Beach. Eine Schwimmeinlage mit den Pinguinen ist dabei Pflicht. Am südwestlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents entsteht das obligatorische Gruppenbild.

Vor Ort entschließt sich die Mastergruppe an einer geführten Tour durch die Townships, den Armenvierteln von Südafrika, teilzunehmen. Dabei wird die gravierende Kluft zwischen Arm und Reich in Südafrika nochmals deutlich.

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Back to business

Das Organisationsteam konnte im Vorfeld Kontakt zu drei in Kapstadt ansässigen Unternehmen herstellen, die einer Besichtigung gegenüber offen standen. Die Studierenden können so in drei verschiedene Branchen hinein schnuppern und Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten zu deutschen Unternehmen feststellen. Als vierte Besichtigung steht außerdem ein Weingut auf dem Programm.

SEW EURODRIVE GmbH & Co KG

SEW EURODRIVE GmbH & Co KG mit Sitz in Bruchsal ist ein weltweit agierendes Unternehmen, das verschiedene Komponenten für die Antriebstechnik fertigt. In Kapstadt besitzt das Unternehmen ein Montagewerk. An den Montagelinien werden vorgefertigte Bauteile nach deutschen, firmeninternen Standards montiert und im Anschluss geprüft. Zusätzlich werden an diesem Standort Wartungen und Reparaturen von Getrieben und Elektromotoren angeboten. Es findet ein intensiver Austausch mit den Kollegen in Bruchsal statt. Einige Studierende kennen das Montagewerk in Bruchsal und können entsprechende Parallelen und Unterschiede erkennen.

Nautic South Africa Werft

Die Nautic South Africa Werft hat sich auf die Fertigung von kundenspezifischen Schiffen spezialisiert. Dabei zählen insbesondere Schiffe, die von Küstenwachen zur Patrouille und von der Öl- und Gasindustrie zum Austausch der Besatzungen auf den Förderplattformen eingesetzt werden, zum Produktportfolio. Zusätzlich fertigt Nautic South Africa Fähren wie sie auch zur Überfahrt nach Robben Island genutzt werden.

Beim Rumpfbau kommen je nach Anforderungen an das Schiff verschiedene Materialien zum Einsatz. Highlight ist die Besichtigung einer Fähre und eines Schiffes, die kurz vor der Auslieferung im Hafen liegen.

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Atlantis Foundries (PTY) Ltd

Bei Atlantis Foundries (PTY) Ltd handelt es sich um eine Gießerei, die bis 2015 zur Daimler AG gehörte. Nach wie vor produziert das Unternehmen Kurbelgehäuse (130-410 kg) aus Grauguss, die unter anderem in den Nutzfahrzeugen von Daimler verbaut werden.

Unter höchsten Sicherheitsbestimmungen darf die Gruppe die Produktion besichtigen. Bei der Produktion der Kurbelgehäuse kommt das Formsandverfahren zum Einsatz.

Weingut Groot Constancia

Dieses historische Weingut liegt an den Hängen des Tafelbergs. Es ist das älteste Weingut Südafrikas und zählte schon Napoleon und Friedrich der Große zu seinen Stammkunden. Ein Großteil der heutigen Jahresproduktion von 500 000 Flaschen geht inzwischen nach Deutschland. Neben der Besichtigung modernen Kellertechnik gehört natürlich auch eine Weinprobe dazu.

Resümee

Alle Teilnehmer sind sich einig: die Südafrika Exkursion 2017 nach Kapstadt war ein voller Erfolg! Ein großes Dankeschön geht an das Organisationsteam und an Herrn Prof. Blumentritt, die es der Gruppe ermöglicht haben, die Faszination Südafrikas hautnah zu erleben.

- Danke an Herrn Ernst für diesen Bericht! -


Türkei 2016 - Istanbul

- von Fatih Arikcan, Antonia Otte und Sophia Zapf (MTM) -

Am 29. April 2016 beginnt für 10 Studierende des Masterstudiengangs Technical Management (MTM) und des Bachelorstudiengangs Produktion- und Prozessmanagement (PPM) in Begleitung von MTM-Studiengangleiter Prof. Dr. Rolf Blumentritt eine Exkursion in die Türkei. Reiseziel ist die 2210 km entfernte Weltmetropole Istanbul – die einzige Weltstadt, welche sich über zwei Kontinenten erstreckt. Hauptaugenmerk liegt während dieser Studienfahrt auf dem Transfer der theoretisch erlangten Vorlesungsinhalte aus Intercultural Management (MTM) in die Praxis. Sieben aufregende Tage mit Unternehmens- und Universitätsbesuchen sowie kulturellen Einblicken helfen dabei, eine Kultur näher kennenzulernen und zu bewerten.

Kulturelle Höhepunkte

Die Bosporus-Tour - neben den Sehenswürdigkeiten wie der Rumelischen Festung (Rumeli Hisari), dem Leanderturm (Kiz Kulesi), der Ortaköy-Moschee und dem Dolmabahce Palast prägen die idyllische Grünanlage des Yildiz Parks und der Klang vom Muezzin vermengt mit dem immerwährenden Verkehr das Stadtpanorama. Nach einem Blick in die Altstadt mit der ehemals byzantinischen Kirche Hagia Sophia, dem Topkapi-Palast, dem Regierungssitz der Sultane sowie der Blauen Moschee tauchen wir ein in die Welt des Verhandelns auf dem Großen- und ägyptischen Bazar. Der Ausflug auf die 23 km entfernten Prinzeninseln (Adalar) im Marmarameer stellt eine mögliche Flucht aus der pulsierenden Millionenmetropole dar. Sogar ein türkisches Erstligafußballspiels im Sükrü Saracoglu Stadion steht auf dem Programm.

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Back to business

Der offizielle Teil der Studienexkursion findet bei dem einheimischen Traktorenhersteller HATTAT TARIM, der Niederlassung von Bosch in Bursa sowie der technischen Universität Yildiz Teknik Universite statt.

Das Ziel ist v. a. Unterschiede zwischen der deutschen und türkischen Kultur in den sechs Dimensionen (Power Distance, Individualism, Masculinity, Uncertainty Avoidance, Long Term Orientation and Indulgence) nach Hofstede festzustellen. So können Rückschlüsse auf Unternehmen mit deutschen als auch türkischen Wurzeln gezogen werden - insbesondere im Hinblick auf die Unternehmensführung. Unterstützt werden diese Eindrücke durch den Universitätsbesuch mit einer Führung und den direkten Kontakt zu Studierenden und Professoren.

Hattat Tarim Istanbul – Cerkezköy

Hattat Tarim ist ein sehr spannender, aufsteigender Traktorenhersteller. Das Besondere hier ist, dass fast alle Bauteile selbst gefertigt und die Traktoren zu 100% in der Türkei produziert werden. Dementsprechend umfangreich und interessant ist die Werksführung. Von der hauseigenen Gießerei, über die eigene Wärmebehandlung für Zahnräder, einer Lackiererei, der Montage bis hin zum Rollenprüfstand und dem Testfeld für die fertigen Traktoren erleben wir die gesamte Fertigungskette. Erwähnenswert ist der große Fokus, der auf der Schulung der Mitarbeiter im Six Sigma Management liegt. Auch die interkulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und der Türkei sind deutlich zu spüren.

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Bosch Injektorenfertigung - Bursa

Das zweite besuchte Unternehmen ist das Boschwerk in Bursa. Der Standort besteht aus mehreren Fabrikhallen, in denen Injektoren für Diesel-Fahrzeuge, Benzineinspritzungen und Komponenten für Antriebs- und Steuerungstechnikfertigt gefertigt werden. Vorträge aktueller Themen von Mitarbeitern der Abteilung „Technische Funktionen“, wie Projekte der Industrie 4.0, erwarten die Studentengruppe. Nach einem gemeinsamen Mittagessen folgt die Werksbesichtigung der Fertigungshalle für Hochdruckeinspritzungen von Diesel-Pkws europäischer Automobilhersteller. Bei dieser Art von Injektor wird der Kraftstoff mit einem Druck von bis zu 2000 bar eingespritzt. Das ist so viel Druck als würde ein Elefant auf einem Fingernagel stehen.

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Yildiz Teknik Universitesi Istanbul – Besiktas

An der technisch orientierten Universität Yildiz (Stern) wird die Gelegenheit geboten, mit den dortigen Studenten Kontakte zu knüpfen. Heutzutage studieren 30.000 Studenten auf drei Campussen. Die Besichtigung erfolgt am Standort im Istanbuler Stadtteil Besiktas. Dieser setzt sich aus den Fakultäten Architektur, Maschinenbau, Wirtschaft sowie Schiffbau und Maritime zusammen. Durch den Kontakt zum YTÜ Racing Team als Pendant zum HHN Racing genossen wir eine Führung durch die einzelnen Fakultäten und Labore. Während des Mittagessens sowie im anschließenden Verdauungslaufs durch den Yildiz Park bis hin zur Ortaköy-Moschee nutzen alle die Gelegenheit mit den Studierenden sowie Professoren der YTÜ Networking zu betreiben und Kontakte zu knüpfen.

Resümee

Abschließend gilt es sich bei dem Masterstudenten Fatih Arikcan recht herzlich zu bedanken. Er hat sich der gesamten Organisation und Planung der Exkursion freiwillig angenommen und die Kontakte zu den Unternehmen sowie der Universität hergestellt. So konnten wir besondere Impressionen aus unterschiedlichen Blickwinkeln in der Türkei – Land, Kultur und Industrie – mitnehmen.

- Danke an Frau Otte und Zapf sowie Herrn Arikcan für diesen Bericht! -


Brasilien 2015 - Rio de Janeiro und São Paulo

- von Fatih Arikcan (MTM) -

Natur


Die Tour ist geplant, die Koffer sind gepackt. Am 09. Oktober starten 14 Studierenden des Bachelorstudiengangs Produktion- und Prozessmanagement und des Masterstudiengangs Technical Management in Begleitung von MTM-Studiengangleiter Prof. Dr. Rolf Blumentritt nach Südamerika. Reiseziel ist Brasilien, das 9.758 km entfernte WM-Gastgeberland aus den Jahren 1950 und 2014. Mittelpunkt der Exkursion bilden die beiden multikulturell geprägten Millionenstädte Rio de Janeiro und São Paulo. Zehn aufregende Tage auf einem fremden Kontinent stehen bevor.

Kulturelle Höhepunkte

Das Zusammenspiel der idyllischen Natur in direkter Nähe zum Meer gepaart mit einem hohen Verkehrsaufkommen und einer schwachen Infrastruktur, die von Armut geprägten Favelas und die künstlerisch sehr anspruchsvoll wirkenden farbenfrohen Malereien fallen uns Studierenden in Rio de Janeiro besonders ins Auge. Ausgangspunkt der Stadtrundfahrt ist die Copacabana. Das berühmteste Bauwerk, die Christusstatue (Höhe von 30 m, Gewicht von 1145 t), und der 394 m hohe Zuckerhut dürfen dabei nicht fehlen. Und natürlich das Maracanã-Fußballstadion, in dem sich Deutschland 2014 den Weltmeister-Titel erkämpfte. Der Besuch bei einem Bewohner der Favelas hinterlässt bleibenden Eindruck und verdeutlicht den hohen Lebensstandard, den wir in Deutschland genießen dürfen.

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Back to business

Da man auf einer Studienexkursion nicht nur zum Vergnügen ist, stehen auch Besuche bei den Unternehmen VW, DÜRR und SCANIA im Fokus. Ziel ist es, produktionsseitige Einblicke zu erhalten aber auch die Gelegenheit zu nutzen, das persönliche Netzwerk zu erweitern. Mit 11 Mio. Einwohnern und einer Konzentration von knapp 1.000 deutschen Unternehmen gilt São Paulo als das größte industrielle Ballungszentrum von Lateinamerika, worunter sich namhafte OEMs wie VW, Mercedes (LKW), MAN sowie 1-Tier Lieferanten wie Dürr, Bosch, Siemens und ThyssenKrupp befinden. An dieser Stelle wird das Stichwort Globalisierung für alle Unternehmen, welche sich dazu bewogen haben ein Produktionsstandbein in Brasilien aufzubauen als Leitmotiv angesehen.

Produktionswerk von VW in São Bernardo do Campo

16.ooo Mitarbeiter – Produktion von täglich 1.300 Fahrzeugen (Polo IV, Polo Classis, Go, Saveiro) – Karosseriebau, Lackiererei, Endmontage, Motoren- & Getriebebau etc.

Aufgrund von Geheimhaltungsrichtlinien sowie den auferlegten Sicherheitsvorkehrungen von VW dürfen wir ausschließlich den Karosseriebau besichtigen. Dieser Abschnitt der Produktion ist zweigeteilt:

1. Pressenstraßen der Firma Schuler für diverse Karosseriekomponenten in einem vollautomatisierten Prozess mittels Roboterarme (Kuka) und Fließbänder, um die fünfphasige Umformung durch Stanzen zu realisieren.

2. erfolgt durch die Werker teilautomatisiert eine 100%-ige Qualitätskontrolle aller Karosseriebauteile mit dem Ziel, zahlreiche Werker in die wertschöpfenden Prozessschritte einzubinden. Dies führt zu einer Win-Win-Situation. Einerseits wird den Einheimischen vor Ort eine Arbeitsmöglichkeit angeboten, andererseits spart sich der OEM durch geringeren Automatisierungsgrad finanzielle Mittel – wenn man sich vor Augen hält, dass ein Angestellter im Durchschnitt 500 €/Monat verdient.

VW


DÜRR in Jurubatuba

Automobil- und Zulieferindustrie – Entwicklung, Fertigung und Montage ganzer Lackierlinien

Die Lackierlinien für Nass- und Pulverlackapplikationen bestehen aus standardisierten, modular aufgebauten Komponenten wie z.B. Entstaubungsautomaten, Lackierrobotern für elektronische und pneumatische Applikationen, Handlackierstationen oder Qualitätsmessungen. Außerdem bietet DÜRR hier innovative und energiesparende Lösungen für individuelle Kundenlösungen an, um sowohl niedrigere Kostenziele als auch eine höherwertige Qualität am Produkt zu gewährleisten.

SCANIA São Paulo

Kunde von DÜRR - Hersteller von Nutzfahrzeugen – u.a. Lastkraftwagen MAN

Den Vorträgen bei DÜRR folgt die Begehung der zweistöckigen Lackiererei für die Produktion der MAN-Fahrerkabinen bei SCANIA. Im direkten Austausch mit den begleitenden DÜRR-Mitarbeitern erhalten die Studierenden auch einen persönlichen Einblick in das Arbeiten vor Ort auf diesem Teil des Kontinentes.

Resümee

Abschließend gilt es die Impressionen aus Brasilien aus den unterschiedlichen Blickwinkeln Revue passieren zu lassen, bevor als Fazit ausgesprochen werden kann, dass wir während dieser Exkursion umfassende Einblicke in Land und Kultur gepaart mit industriellen Erkenntnissen sammeln durften. Eine Reise, die sich gelohnt hat…!!!

- Danke an Herrn Arikcan für diesen Bericht! -