Master Maschinenbau / Mechatronik / Electronic Systems Eng.

Studyweek

Seit 2012 findet die gemeinsame Studyweek der Fakultäten für Mechanik und Elektronik sowie Wirtschaft und Verkehr statt.

Ziel ist es, Kontakte zu Universitäten und der Wirtschaft zu vertiefen, und die interkulturellen Kompetenzen der Studenten zu fördern.

Die Studyweek ist in allen 3 Masterstudiengängen als Wahlfach (3 ECTS) zu belegen, und beinhaltet den Besuch von einem Vorbereitungsworkshop sowie die benotete Präsentation der Bachelor- oder Projektarbeit vor Ort auf Englisch.

Die bisherigen Studyweeks führten hierher:

2012 China

2013 USA + Japan

2014 China + Brasilien

2015 Kanada/USA

2016 Indien + China


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Studyweek Deutschland 2017

Kurz zusammengefasst:

• 1. Studyweek in Deutschland

• Gäste von 2 chinesischen Partnerunis: Hefei University of Technology und Xiamen University

• Insgesamt 24 Ingenieursstudenten und 8 Professoren

• Heilbronn, Stuttgart, Friedrichshafen, Lindau, Oberstaufen

Ihre Eindrücke haben die mitgereisten Studenten im folgenden Bericht aufgeschrieben:

Montag

Am 12.06.2017 empfing die Hochschule Heilbronn offiziell ihre Gäste aus China in der Aula der Hochschule Heilbronn. Nach einem entspannten Sonntag wurde ein arbeitsreicher Montag eingeläutet. Der Tag startete um 9 Uhr mit einer Begrüßungsrede von Prorektor Prof. Ulrich Brecht. Darauf folgten Vorstellungen der beiden chinesischen Universitäten aus Xiamen und Hefei durch die jeweiligen chinesischen Professoren. Auf Seiten der Hochschule Heilbronn wurden die beiden Universitäten durch die Professoren Ansgar Meroth und Peter Ott herzlich begrüßt und durch den Studenten Marvin Köhler auf die kulturellen Aspekte Deutschlands und auf die bevorstehende Reise vorbereitet. Nach dem offiziellen Austausch der Gastgeschenke, welcher in der chinesischen Kultur eine wichtige Rolle im Aufbau und der Pflege von Beziehungen einnimmt, startete die Gruppe mit einer Führung durch verschiedene Labore der Hochschule Heilbronn.

Um vier Uhr wurde die letzte Präsentation beendet und damit auch der offizielle Teil des Tages abgeschlossen. Die Studenten verabschiedeten sich zum gemeinsamen Einkaufen in der Stadt Heilbronn. Nachdem einige Mitbringsel errungen wurden, traf man sich zum typisch deutschen Abendessen im Blockhaus Seeger in Abstatt. Das deftige schwäbische Essen, welches sich rund um Schweinshachsen und Schlachtplatten drehte, wurde von allen Beteiligten sehr genossen.

Zum Ausklingen des schönen Abends wurde auf dem Rückweg die Burg Stettenfels besichtigt, die eine tolle Aussicht auf das schöne Schwabenland und die angelegten Weinberge bietet.

Um 23 Uhr verabschiedeten sich die Studenten an der Jugendherberge am Trappensee in freudiger Erwartung auf die nächsten gemeinsamen Tage.

Dienstag

Nachdem wir mit unserem Reisebus die Firma Marbach erreicht hatten, wurden wir freundlich vom Firmenchef persönlich empfangen. Zunächst wurde anhand einer Präsentation die Firma vorgestellt, wodurch man einen guten Eindruck über die Tätigkeitsfelder und die globalen Standorte der Firma erhielt. Die Firma Marbach bietet Kompetenzen und jahrelange Erfahrung für die Sonderanfertigung im Bereich Stanzformtechnik und Thermoformwerkzeuge, mit denen diverse Verpackungen zum Beispiel für Parfums, Medikamente, Lebensmittel, etc. produziert werden. Während der anschließenden Führung durch die Fertigungshallen wurden uns tiefe Einblicke in die Produktion der speziellen Maschinen und Geräte gewährt. Auch auf Fragen wurde während der Führung detailliert und fachmännisch eingegangen. Zum Schluss wurde uns ein Video gezeigt mit dem uns auf eine humorvolle Art verdeutlich wurde, wie abhängig die Welt von der Verpackungsindustrie ist.

Nach der Firmenbesichtigung stand ein Rundgang in den Laboren der Hochschule Heilbronn auf dem Programm. Hierbei konnten die chinesischen Austauschstudenten die Ausstattung unserer Labore bewundern und in einigen Laboren aktuelle Projekte der HHN-Studenten begutachten. Da unsere Gaststudenten auch ein Studium mit einem technischen Profil absolvieren, gab es viele interessante Fragen und kleine Diskussionsrunden. Es wurden Labore aus den Fachgebieten Robotik und Automation, Technische Optik, Fertigung mit 3D-Druckern und Laserschneidemaschinen und Werkstofftechnik gezeigt.

Im Anschluss an die ca. zweistündige Führung gab es ein Mittagessen in unserer HHN-Kantine, bei dem die chinesischen Studenten neue Eindrücke über das deutsche Essen sammeln konnten. Im Anschluss sind wir mit dem Reisebus zur DJH Jugendherberge nach Friedrichhafen gefahren, um dort die folgenden zwei Tage zu verbringen. Nach der Ankunft an der Jugendherberge wurden schnell die Betten bezogen und in einem naheliegenden Supermarkt notwendige Lebensmittel für den Aufenthalt in Friedrichshafen eingekauft. Anschließend gingen wir zunächst gemeinsam in einem lokalen Restaurant etwas essen und verbrachten den restlichen Abend bei ein paar kühlen Getränken an einer Uferpromenade des nahegelegenen Bodensees.

Mittwoch

Tag vier der 6. „International StudyWeek“ der Hochschule Heilbronn begann mit einem kurzen Bustransfer von der Jugendherberge zum drittgrößten deutschen Automobilzulieferer ZF in Friedrichshafen. Nach einem freundlichen Empfang erfuhren die Studierenden der drei Hochschulen in einer eindrucksvollen Präsentation mehr über den Gastgeber. Neben den verschiedenen Tätigkeitsfeldern des Unternehmens interessierten sich die Studierenden dabei vor allem auch für die möglichen Einstiegschancen bei ZF. Im Anschluss besichtigte die deutsch-chinesische Delegation das ZF-Museum und erhielt damit einen Einblick in die Historie des Unternehmens. Herr Lenz, Lehrbeauftragter an der HHN und ehemaliger ZF-Mitarbeiter führte die Gruppe mit großer Leidenschaft durch die Ausstellung und beantwortete zahlreiche Fragen.

Nach der Mittagspause ging es für die Teilnehmer mit dem Bus direkt weiter zur Continental-Niederlassung in Lindau am Bodensee. Von 14:00 bis 18:00 Uhr erfuhren die Studierende in mehreren, äußerst interessanten Präsentationen mehr zum Thema Fahrerassistenzsysteme und den dazu benötigten Sensorsystemen. Im Anschluss an die theoretischen Präsentationen schloss sich eine praktische Vorführung verschiedener Assistenzsysteme an. Highlight war hierbei sicherlich der Conti Notbremsassistent, welchen die Teilnehmer Live als Beifahrer erleben konnten. Den Abschluss des Tages bildete eine weitere Präsentation zum Thema Spurhalteassistent („lane keeping“).

Um uns auf die anstehende Wanderung am kommenden Tag vorzubereiten, wurde auf dem Rückweg zur Jugendherberge ein gemeinsamer Halt zum Einkaufen eingelegt. Um größere Fehlkäufe der Gaststudenten zu vermeiden, mussten einzelne Produkte erklärt oder deutsche Produktbeschreibungen übersetzt werden.

Der Abend verbrachten die Studenten zusammen in gemütlicher Atmosphäre in einem Biergarten in Friedrichshafen in Sichtweite zum Bodensee. Im Biergarten hatten die Gaststudenten die Möglichkeit, typische deutsche Gerichte zu kosten.

Donnerstag

Der Donnerstagmorgen startete zuerst mit einem Stadtrundgang durch die Inselstadt Lindau. Die Lindauer Hafeneinfahrt gilt dabei als die schönste Hafeneinfahrt am Bodensee. Zu den Wahrzeichen gehören der 36 Meter hohe neue Leuchtturm und der sechs Meter hohe Bayerische Löwe. Die meisten Geschäfte waren aufgrund des Fronleichnams geschlossen, dafür wurde die Stiftskirche besucht, welche sich im östlichen Bereich der Insel Lindau befindet.

Weiter ging es zur knapp 40 km entfernten Urlaubsregion Oberstaufen, genauer gesagt zum Bergdorf Steibis, welches bekannt für Landschaft und seine Skigebiete ist. Vom Parkplatz der Hochgratbahn-Talstation beginnend wurde dabei eine Bergwanderung zum Staufner Haus begonnen. Die Studenten und Professoren konnten bei der mehr als zwei Stunden dauernden Wanderung das sonnige Wetter und die Natur genießen. Oberhalb der Staufner Hütte wurde beim Hochgrat-Gipfel eine wunderschöne Aussicht über die gesamte Bergregion geboten.

Am Abend wurde dann zusammen vor der Staufner Hütte gegessen und gesungen.


Freitag

Nach dem geselligen Hüttenabend vom Vortag haben wir uns am frühen Morgen auf den entspannten Marsch bergab zum Reisebus vorbereitet. Doch leider machte uns das Wetter (starker Sturm und Regen) einen Strich durch die Rechnung, weshalb wir für den Abstieg die Hochgratbahn genutzt hatten. Hierbei konnten wir die Landschaft trotz leichtem Schuckeln der Gondeln sehr genießen. Danach machte sich der Bus auf nach Stuttgart.


Dort angekommen, hatten wir wieder absolut wolkenfreien Himmel mit herrlichem Sonnenschein. Deshalb nutzten wir noch ungefähr zwei Stunden für einen kurzen Stadtbummel in der legendären Königsstraße. Anschließend stand die Besichtigung des architektonisch besonders gelungenen Mercedes-Benz Museums auf dem Plan. In einer 80 minutigen Tour wurden wir durch die 130 jährige Automobilgeschichte geführt. Im Anschluss daran sind wir dann mit dem Reisebus zurück nach Heilbronn gefahren.

Zu guter Letzt fand im Wirtshaus Lehner’s das gemeinsame Abschiedsessen statt. Es war für uns alle eine sehr ereignisreiche Woche, in der prägende Erfahrungen gesammelt wurden und neue Freundschaften entstanden sind.