Projekt beSt

Begleitforschung

Im Laufe der ersten Förderphase wurden empirischen Daten mit folgenden Stakeholdern erhoben.

0_Key Facts Forschung1

7.1 Kriterien zur Auswahl der Studienprogramme

Die Auswahl der Studienprogramme für die Begleitforschung des Projektes erfolgte anhand folgender Kriterien:

  • Fachrichtung / Thema
  • Format / Abschluss
  • Didaktisches Konzept
  • Zugangsvoraussetzungen / Zielgruppen (beruflich Qualifizierte, Personen während/nach Familienzeiten, arbeitsuchende Bachelorabsolventen)
  • Geplanter Start
  • Studiendauer in Semestern
  • Integraler Bestandteil der (Weiterbildungs-)Strategie der Hochschule Heilbronn
  • Forschungsschwerpunkt an der Hochschule / Reputation der Hochschule in diesem Themengebiet vorhanden
  • Durchführung innerhalb der Projektlaufzeit von beSt möglich

Folgende Fragestellungen haben die endgültige Auswahl maßgeblich beeinflusst:

  • Ist der didaktische Ansatz des Heilbronner Modells im jeweiligen Weiterbildungsformat implementierbar? Wenn ja, wie muss das Programm curricular ausgestaltet werden?
  • Welche Angebote eignen sich für die vertiefende Erprobung und Adjustierung des Programmkonzeptionierungsrahmens?

7.2 Probanden

Die Teilnehmerzahl der Programme, die gestartet werden konnten, entwickelte sich positiv, sodass die Begleitforschung Erkenntnisse auf der Grundlage einer soliden Basis gewinnen konnte. Im Verlauf des Projektes konnten alle Studierenden als Probanden in die Begleitforschung einbezogen werden. Dies erfolgte in unterschiedlicher Intensität, was die Kontaktdichte des Projektes zu den Probanden betrifft, und war abhängig vom jeweiligen Forschungskontext.

7.2_Probanden

7.3 Forschungsverlauf

Im Herbst 2012 und Frühjahr 2013 wurden die ersten Fokusgruppendiskussionen durchgeführt, wobei hier unter anderem Themen wie der Lernort Hochschule, das Lehr-Lerndesign und Work-Based Learning im Allgemeinen betrachtet wurden. Die Ergebnisse dieser ersten Erhebungen legten nahe, den Fokus der weiteren Forschung auf die tiefere Betrachtung der On-the-Job Projekte zu legen.

Im Herbst 2013 wurden zum einen Dozierende in leitfadengestützten Interviews zu ihrer Erfahrung mit dem berufsbegleitenden Studium und den On-the-Job Projekten befragt. Das Thema On-the-Job Projekte wurde auch mit den Studierenden und Unternehmensbetreuern in den Fokusgruppen diskutiert.

Aus den Fokusgruppen und Dozenteninterviews ergaben sich für die Betreuung und Durchführung der On-the-Job Projekte und zur Sicherung eines förderlichen Lerntransfers folgende Themenfelder, die für die Ausgestaltung des Heilbronner Modells von Bedeutung sind:

  • Kooperationsstrukturen: Aufgaben und Zuständigkeiten der einzelnen Akteure / Stakeholder müssen näher definiert werden (Hochschule und Unternehmen)
  • Kommunikationsstrukturen zwischen den Betreuenden (Hochschule/Unternehmen) müssen weiterentwickelt werden
  • Die Beschreibung und Ansprüche eines On-the-Job Projektes müssen konkreter sein und sich an den Gegebenheiten sowohl in der Hochschule als auch dem Unternehmen orientieren
  • Betreuungsform und -aufwand in der Hochschule und im Unternehmen muss dem Anspruch eines individuellen On-the-Job Projektes besser Genüge leisten.

In der folgenden Darstellung finden sich die verschiedenen Forschungsaktivitäten in chronologischr Reihenfolge:

7.4 Werkzeuge

Die Begleitung des Bachelorprogramms durch das Forschungsprojekt machte bereits frühzeitig deutlich, dass zur Ableitung und Initiierung von Verbesserungsmaßnahmen zunächst sehr vielfältige Perspektiven der Stakeholder eruiert werden müssen. Das bestätigte sich bei der Aufnahme der MBA-Programme in die Begleitforschung. Dem wurde insofern Rechnung getragen, als die jeweilige Einzelfallkonstellation zwischen Studierendem und Unternehmen in das Forschungsdesign integriert wurde. In diesem Sinne sah sich das Projekt für die Erreichung der gesteckten Ziele im Forschungskontext mit multidimensional-heterogenen Konstellationen der Stakeholdergruppen und den damit verbundenen Anforderungen und Ansprüchen an ein berufsbegleitendes Studium nach dem Heilbronner Modell konfrontiert. Hierbei handelte es sich um die Heterogenität zwischen den Stakeholdergruppen an sich und darüberhinaus auch der Stakeholdergruppe in sich selbst. Diese Konstellationen werden in folgender Abbildung dargestellt.

7.4Stakeholder Matrix01

Um diesen multidimensionalen-heterogenen Konstellationen Rechnung zu tragen musste das Projekt im Rahmen des Ansatzes der Aktionsforschung [1] im Forschungsumfeld neue und umfangreichere Einflussfaktoren und Anforderungen der Stakeholder in die Forschungstätigkeit integrieren, die zu Beginn des Projektes so nicht absehbar waren und die die Identifizierung und Initiierung von Verbesserungsmaßnahmen zu einem umfangreicheren und zeitlich ausgedehnteren Entwicklungsprozess werden ließen.

Durch diese neu ins Bewusstsein gerückten forschungsrelevanten Rahmenbedingungen wurde auch die Modifizierung und Erweiterung des einzusetzenden Erhebungsinstrumentariums notwendig.

Für den Durchlauf des Regelkreises (PDCA-Zyklus) auf Semesterbasis wurden im weiteren Forschungsverlauf neben den vorgesehenen Instrumenten der Fokusgruppendiskussionen mit Studierenden und Unternehmensbetreuern teilstrukturierte Interviews mit Dozierenden auch Tandem-Interviews (Studierender/Unternehmensbetreuer) sowie schriftliche Befragungen von Studierenden aufgenommen. Der Einsatz und Mix dieser Instrumente war abhängig von den jeweiligen Entwicklungsfortschritten in der Programmdurchführungsphase und dem jeweils aktuellen Erkenntnisinteresse. Für das Forschungsprojekt bedeutete dies, dass sich bezugnehmend auf die Forschungsfragen Verschiebungen ergaben, d.h. dass die Forschung zu den Rahmenbedingungen des Lernorts Hochschule aufgrund der Markteinführungen der beforschten Studienprogramme in der ersten Hälfte der Projektlaufzeit von besonderem Interesse waren und ebenso der didaktische Ansatz der On-the-Job Projekte in der Startphase der Studienprogramme.

Der Forschungsschwerpunkt verlagerte sich im zeitlichen Verlauf mit zunehmender Reife der Studienprogramme und der voranschreitenden Etablierung der Weiterbildung an der Hochschule hin zur fokussierten und facettenreicheren Beforschung der On-the-Job Projekte unter dem Blickwinkel der Kompetenzentwicklung. Dementsprechend wurde auch das Forschungsinstrumentarium angepasst.

Unter Berücksichtigung der Stärken der einzelnen Instrumente und des Ressourcen-Aufwandes in Abhängigkeit zum erwarteten Output wurde das Instrumentarium modifiziert. Während zu Beginn der Pilotphase[2] eines Programms durch die Fokusgruppendiskussionen Erkenntnisse gewonnen werden konnten, die durch einen standardisierten Fragebogen nicht in der Qualität und Aussagefähigkeit hätten ermittelt werden können, sank der Erkenntnisgewinn bei repetitiven Fokusgruppendiskussionen, was eine entsprechende Anpassung bei der Auswahl der Erhebungsinstrumente zur Folge hatte. Dies geschah in Richtung quantitative Erhebungsmethodik, auch im Hinblick auf die perspektivische Integration der Weiterbildung in die Qualitätssicherungsprozesse der Hochschule Heilbronn, in der standardisierte quantitative Instrumente die Basis der Qualitätssicherungsprozesse bilden.

Die folgende Abbildung (Emergenz des Forschungsinstrumentariums) veranschaulicht die oben beschriebene Entwicklung hinsichtlich des verwendeten Erhebungsinstrumentariums:

7.4_Werkzeuge

7.5 Interviewpartner

Um der dargestellten angestiegenen Komplexität des Forschungs-Designs Rechnung zu tragen, stieg die Zahl der Einzel- und Tandeminterviews im Forschungsverlauf an. Insgesamt wurden in Verlauf der ersten Förderphase die Hauptanspruchsgruppen interviewt, nämlich die berufsbegleitend Studierenden, die Unternehmensvertreter sowie die Dozierenden. Folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Gesamtzahl der Interviews, die mit den wichtigsten Stakeholdergruppen geführt wurden.


[1] Unter Aktionsforschung wird die Zusammenarbeit von Wissenschaft (Projekt beSt) und der Praxis (berufsbegleitende Studierende, Unternehmen, Dozierende, Studiengangleiter u.a.) zur Erforschung der Praxis verstanden. Dabei sind die Forschenden ein Teil des Systems und generieren dadurch praxisrelevantes Wissen.

[2] Als Pilotphase wird hier der komplette Durchlauf eines Studienprogrammes durch die erste Kohorte verstanden.