Projekt beSt

Der PDCA-Zyklus als Instrument der kontinuierlichen Verbesserung

Das Instrumentarium der Begleitforschung greift sowohl bei der Programmkonzeptionierung als auch bei der Qualitätssicherung der Weiterbildungsprogramme auf Ansätze zurück, die dem strategischen und operativen Management entstammen.

Mit dem Plan-Do-Check-Act-Zyklus wurde eine klassische Vorgehensweise aus dem operativen Management gewählt, die im Sinne eines interdisziplinären Ansatzes auf die Weiterentwicklung von Studienprogrammen angewandt wurde. Die diesem Vorgehen zugrunde liegende Philosophie geht auf das japanische Kaizen-Konzept zurück. Im deutschen Kontext wird von kontinuierlichen Verbesserungsprozessen (continuous improvement processes) gesprochen. Bei dieser Philosophie handelt es sich nicht lediglich um die "mechanische" Anwendung von Verbesserungswerkzeugen, sondern vielmehr umfasst Kaizen eine ganzheitliche geistige Einstellung, die sich mit der permanenten Suche nach Verbesserungen, die überall möglich sind, beschäftigt (vgl. Imai, 1986). Es wird davon ausgegangen, dass ständig alles verbessert werden kann, was in einem komplexen, dynamischen (Lern- und Lehr-)Umfeld, in dem Hochschulen operieren, eine Selbstverständlichkeit sein sollte. In diesem Forschungsprojekt wurde bewusst diese Geisteshaltung gewählt, die dem Erkenntnisgewinn in einem innovativen, dynamischen Umfeld zuträglich ist.

Verbesserungen beziehen sich im Kontext dieses Forschungsprojektes nicht nur auf die Evaluation von Lehrveranstaltungen anhand von standardisierten Fragebögen. Vielmehr soll eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung unter Beteiligung aller Akteure geschaffen werden, d.h. unter Einbeziehung wichtiger Stakeholder wie der Studiengangsleiter, den Studienprogramm-Managern sowie natürlich Studierende, Unternehmensbetreuer und Dozierende.

In den berufsbegleitenden Studiengängen nach dem Heilbronner Modell gibt es verschiedene Skalierungen des PDCA-Zyklus, die sich auf Semesterebene und operativer Ebene abbilden lassen. Der größere Regelkreis bezieht sich auf den Zeitraum eines gesamten Semesters. Die hier angewandten Instrumente sind Fokusgruppen mit Studierenden und Unternehmensbetreuern, sowie Einzelinterviews mit Dozierenden. Das Feedback, das durch die verschiedenen Instrumente, die auf Semesterbasis angewandt werden, entsteht, kann teilweise direkt in den operativen Zyklus eingespeist werden oder findet seinen Eingang in den Regelkreis zum nächsten Semester.

Die operativen Zyklen sind durch den regelmäßigen, zweiwöchentlichen Austausch der Projektmitarbeiter mit den Studienprogramm-Managern gekennzeichnet. In diesem Rahmen werden - soweit möglich - organisatorische Verbesserungen direkt im laufenden Studienbetrieb umgesetzt. Die folgende Graphik gibt einen Überblick über die Umsetzung des PDCA-Ansatzes im Rahmen der Begleitforschung.

6_PDCA Zyklus

Die Fokusgruppendiskussionen rückten Problembereiche ins Bewusstsein, die entweder gar nicht oder nicht in diesem Ausmaß bekannt waren. Dies gilt zum Beispiel für das Themenfeld des Übergangsmanagements. Es wurde deutlich, dass im Bereich Studierfähigkeit schnell mehr getan werden muss, zum Beispiel im Rahmen eines Mathematik-Vorkurses, der die Studieneingangsphase für beruflich Qualifizierte erleichtern soll. Auch wurde deutlich, dass im Bereich Studienberatung mehr getan werden muss, zum Beispiel mithilfe eines Beratungsleitfadens.

Der Mathematik-Vorkurs wird (Stand März 2015) bereits in der vierten Überarbeitungsversion angeboten und wird weiterhin kontinuierlich verbessert. Derzeit bestehen Überlegungen, den Vorkurs zusätzlich mit dem Ansatz von Blended Learning zu erweitern.

Im Bereich Beratung hat der PDCA-Regelkreis zur Erstellung und Anpassung eines Beratungsleitfadens zur Qualitätssteigerung der Beratung für Studieninteressierte geführt.

Im Bereich des Work-based Learning hat der Qualitätsmanagement-Regelkreis dazu beigetragen, die On-the-Job Projekte zügig zu verbessern. Bei den On-the-Job Projekten hat das Feedback aus den Fokusgruppen, den Dozierendeninterviews und der gezielten Interviewrunde im Januar 2014 zur Erarbeitung eines On-the-Job Projekt Leitfadens geführt, der an die zweite Kohorte der MBA Studierenden bereits in der Studieneingangsphase ausgegeben wurde.