Projekt beSt

Stakeholderanalyse

Im Rahmen der Konzeption des ersten Weiterbildungsprogramms an der Hochschule Heilbronn, dem berufsbegleitenden Bachelor Maschinenbau, wurde der Ansatz der Stakeholderanalyse als Element des Programmkonzeptionierungsrahmens angewandt. In den Phasen der Ideenentwicklung und des Programmanlaufs wurden systematisch alle relevanten internen und externen Stakeholder identifiziert und deren Einfluss auf die Weiterbildung und das in der Entwicklung befindliche Studienprogramm bewertet. Dies erfolgte, wie bei komplexen Projekten üblich, in Form von Matrix-Darstellungen, auf denen Kriterien wie Macht/Einfluss auf das Vorankommen des Projektes sowie die Interessenlage der verschiedenen internen und externen Stakeholder abgetragen wurde.

Wichtige Stakeholder im Fall der wissenschaftlichen Weiterbildung sind die berufsbegleitend Studierenden, die Hochschule und Unternehmen, wobei diese sich noch in weitere Untergruppen untergliedern lassen. So hat beispielsweise die Hochschulverwaltung andere Interessen an der Weiterbildung als die Professoren. Darüber hinaus existieren im weiteren Kreis Stakeholder wie die Gesellschaft im Allgemeinen, Politik und Verbände, die jeweils ihre eigenen Interessen mit der wissenschaftlichen Weiterbildung verfolgen.

In einem dynamischen VUKAD2-Umfeld geht es nicht nur darum, die Stakeholder zu identifizieren und deren Einfluss einzuschätzen, sondern durch beständiges Monitoring der sich verändernden Haltungen, Bedürfnisse und Interessen der unterschiedlichen Stakeholder ein gegebenes Studienprogramm fortlaufend zu verbessern (vgl. Köster 2010: 195 ff.). Somit gilt es, in regelmäßigen Abständen gewichtete Stakeholderanalysen durchzuführen.

Als unmittelbar für das Studienprogramm relevant („nah“) bzw. von großer Bedeutung wurden - unter anderem - folgende Stakeholder eingestuft:

  • Berufsbegleitend Studierende (beruflich Qualifizierte)
  • Regionale KMU (kleine und mittlere Unternehmen) und MNC’s (Multinationale Unternehmen)
  • Professoren/Professorinnen, Dozenten/Dozentinnen bzw. Hochschulmitarbeiter/innen im Allgemeinen
  • Arbeitsagentur

Diese bewertete Stakeholder-Analyse bildete die Basis für die weiteren Schritte, im Zuge derer die Stakeholder im Rahmen von informellen Gesprächen und qualitativen Leitfadeninterviews kontaktiert wurden. Ziel der Befragung war zum einen, sich ein Bild über das Bewusstsein zum Thema wissenschaftliche Weiterbildung und Programmkonzeption zu schaffen und zum anderen, Bedarfe für die berufsbegleitenden Studienprogramme zu erheben.

Die systematische Stakeholderanalyse und -bewertung hat sich für die Gestaltung, Entwicklung und die kontinuierliche Verbesserung von Studienprogrammen als nützliche Methode erwiesen. In der Programmanlaufphase hat der moderierte Workshop, in dessen Rahmen die gewichtete Stakeholder-Analyse erarbeitet wurde, dazu beigetragen, alle wesentlichen Anspruchsgruppen zu identifizieren und im Weiterbildungsteam ein erhöhtes Bewusstsein für die Rolle der diversen Stakeholder zu schaffen. Der Einsatz einer externen Moderatorin war sehr hilfreich.

Die informellen Gespräche und qualitativen Interviews mit Unternehmensvertretern und mit potenziellen Studieninteressierten trugen dazu bei, ein realistisches Bild bezüglich der Nachfragesituation für einen berufsbegleitenden Bachelorstudiengang im Bereich Maschinenbau zu erhalten. Dabei konnte im Gespräch mit Unternehmensvertretern die Bereitschaft abgefragt werden, als Partner bei der Implementierung von wissenschaftlicher Weiterbildung gestaltend mitzuwirken. Das positive Feedback in dieser Phase hat sich durch die Zahl der Studienanfänger bestätigt.