Projekt beSt

Der multiperspektivische Programmkonzeptionierungsrahmen

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Entwicklung eines marktorientierten Studienprogramms ist die Multiperspektivität der Personen, die mit der Ausgestaltung und Entwicklung von Weiterbildungsprogrammen betraut sind, was sich in der Multiperspektivität der verwendeten Werkzeuge widerspiegelt.

Die Aufgabe des Weiterbildungsteams besteht darin, die Besonderheiten der globalen und regionalen Umwelt zu berücksichtigen, die zunehmend von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität, Dynamik und Diversität (VUKAD2) geprägt ist und Studienprogramme zu gestalten, die konsequent kompetenz- und marktorientiert ausgerichtet sind.

Je heterogener das Weiterbildungs-Team, desto multipler die Perspektiven und Impulse, die bei der Konzeptionierung von Weiterbildungsprogrammen berücksichtigt werden können, was insbesondere bei dem Programmzuschnitt auf heterogene Zielgruppen hilfreich ist. Die Vielfalt der Perspektiven und Impulse speisen sich aus Erfahrungen, die die Teammitglieder mitbringen, unter anderem geprägt von unterschiedlichen Organisationskulturen, wahrgenommenen Megatrends und Bildungshintergründen.

Das Weiterbildungsteam kann als eine Art Schnittstelle zwischen der Hochschulwelt und der Umwelt/Organisationen gesehen werden, die jeweils einen unterschiedlichen Grad an Formalisierung und Agilität aufweisen. Es ist daher erforderlich, dass das Weiterbildungsteam über einen Erfahrungsschatz und einen Werkzeugkasten verfügt, der dazu angetan ist, Brücken zwischen der Hochschulwelt und den Organisationen, aus denen die berufsbegleitend Studierenden kommen, zu schlagen.

Die Unterschiedlichkeit des privaten und des öffentlichen Sektors, die sich in verschiedenen Organisationskulturen niederschlägt, stoßen im Weiterbildungsteam, das eine eigene Organisationsform haben kann und somit eine Art Hybrid darstellt, aufeinander. Das Weiterbildungsteam moderiert zwischen "beiden Welten" mit der Zielsetzung, den Bedürfnissen der Organisationen und der daraus stammenden berufsbegleitend Studierenden gerecht zu werden, ohne die Bedürfnisse und die Rahmenbedingungen der Hochschule aus den Augen zu verlieren.

Es erreicht seine Ziele in einer öffentlich-rechtlichen Organisation wie der Hochschule dabei durch laterale Führung und gewaltfreie Kommunikation, indem es mit Persistenz immer wieder bei den unterschiedlichen Stakeholdern für die Bedeutung der Weiterbildung wirbt und Bewusstsein schafft für diese recht neue Säule der Hochschule. Insofern benötigt das Weiterbildungsteam neben der oben angesprochenen Multiperspektivität folgende Sozial- und Selbstkompetenzen, mit denen das Werkzeug des Programmkonzeptionierungsrahmens effektiv eingesetzt und umgesetzt werden kann:

  • Kritisches Denken: Beherrschung von Komplexität, Priorisierung und Beurteilung von Situationen
  • Selbständigkeit, Autonomie und Entscheidungssouveränität: Mutige Umsetzung des Transformationsmanagements in Eigenverantwortung
  • Teamfähigkeit: Zuhören und Verstehen, Empathie, Beziehungen aufbauen und pflegen
  • Kommunikationsfähigkeit: gewaltfreie Kommunikation, Reflektionsfähigkeit
  • Umsetzungsstärke: Beständigkeit, Beharrlichkeit, hohe Frustrationstoleranz
  • Offenheit: Verlassen tradierter Wege und Beschreiten neuer Pfade

Zusammenfassend fungiert das Weiterbildungsteam also als “change agent” für eine offenere Hochschule. Es versteht dabei die unterschiedlichen Stakeholder aus Organisationen aller Art und der Hochschule in ihrer Sprache zu adressieren und unter Berücksichtigung ihres Veränderungspotentials für die Ziele der Weiterbildung zu gewinnen, indem es den Mehrwert von Weiterbildung für die jeweilige Organisation, aber auch den größeren gesellschaftlichen Nutzen von Weiterbildung aufzeigt.

Die Themenfelder des Programmkonzeptionierungs-Werkzeugs gekoppelt mit den Selbst- und Sozialkompetenzen, die für die Umsetzung notwendig sind, werden in dieser Tabelle zusammengefasst dargestellt.