Projekt beSt

Das Heilbronner Modell

Im Heilbronner Modell wurden betriebswirtschaftliche mit bildungswissenschaftlichen Ansätzen verknüpft, um dadurch Effizienz- und Agilitätsvorteile[1] zu erzielen, was zu einer gesteigerten Effektivität der Hochschule Heilbronn, aber auch insgesamt von Hochschulen führen kann.

Das Heilbronner Modell unterscheidet sich von bisherigen Angeboten in der wissenschaftlichen Weiterbildung durch die Einbeziehung von berufspraktischen Fähigkeiten in das Studium von Beginn an und ist insbesondere auf die Bedürfnisse von Unternehmen ausgerichtet. Es besteht aus drei Komponenten, die miteinander interagieren:

Heilbronner Modell_Hr.Bräuer
  1. Theoretisch-fachliches Wissen
  2. Methodenkompetenz
  3. On-the-Job Projekte

Durch die On-the-Job Projekte soll ein direkter Wissenstransfer des Erlernten durch Work-based Learning ins Unternehmen geschaffen werden. Das vermittelte theoretisch-fachliche Wissen aus der Hochschule wird in den On-the-Job Projekten auf aktuelle Problemstellungen aus dem Unternehmen übertragen und Gelerntes kann direkt in die Praxis umgesetzt werden. Dies geschieht parallel zur Vermittlung des theoretisch-fachlichen Wissens, sodass der Studierende schrittweise das Erlernte umsetzen und wieder in die Theorie zurückspiegeln kann. In der Gruppe der Studierenden kann der Wissenstransfer am Ende jedes Semesters reflektiert werden und die Studierenden erlangen dadurch neue Sichtweisen auf praktische Problemstellungen. Die sich daraus ergebenden Vorteile liegen vom Lehr- und Lerndesign her in folgenden Punkten:

  • Das Studium ist stark anwendungsbezogen (hoher Praxisbezug).
  • Die Inhalte des Studiums sind an die beruflichen Erfordernisse angepasst.
  • Studierende können bereits während des Studiums ihre Handlungs- und Methodenkompetenz an konkreten Aufgabenstellungen aus dem Arbeitsalltag unter Beweis stellen, was die Motivation stärkt.
  • Die Studierenden vergegenwärtigen sich durch den ständigen Transfer kontinuierlich die Studieninhalte, was zu nachhaltigem Lernerfolg im Sinne des Kompetenzerwerbs führt.
  • Die intensive fachliche Betreuung durch Professoren der Hochschule Heilbronn, insbesondere im Rahmen der On-the-Job Projekte, ermöglicht die starke Individualisierung des Lernprozesses, was wiederum zu effektiverem Lernen führt.
  • Flexible Studienstrukturen und offene Prüfungsgestaltung lassen Raum für die persönliche Work‐Life‐Learning‐Balance der Studierenden.

Dieser didaktische Ansatz stellt besondere Anforderungen an ein berufsbegleitendes Studienprogramm. Bisher wurde ein solcher Ansatz in Baden-Württemberg nicht in dieser Form umgesetzt (siehe Köster et al. 2014). Es gilt, die besonderen Anforderungen bei der Programmkonzeptionierung zu berücksichtigen, insbesondere bei der Bedarfserhebung, der Programmgestaltung, der Programmimplementierung sowie dessen Weiterentwicklung im Sinne der kontinuierlichen Verbesserung. Dabei sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Integration von zwei Lernorten in das Studium
  • Curriculare Gestaltung des Programms unter Berücksichtigung der On-the-Job Projekte
  • Gestaltung und Organisation der fachlichen Betreuung seitens der Hochschule durch Mentoren / Betreuer
  • Einbindung des Lernortes Unternehmen durch aktive Beteiligung von Unternehmensbetreuern
  • Ausrichtung des Studiums auf die besonderen Lernbedingungen der Studierenden.


[1] Agilität im Sinne einerseits einer schnellen Konzeption und Einführung eines bedarfsgerechten und nachfrageorientierten Studienprogramms, andererseits einer Haltung zur kontinuierlichen und dynamischen Verbesserung im Studienbetrieb.