Wirtschaftsinformatik (WIN)

Praktikum in Bangalore, Indien

Auslandserfahrung und Praktikum verbinden

Auslandsaufenthalte in Form von Praktika und Studiensemestern sind heutzutage aus dem Alltag Studierender nicht mehr wegzudenken. Möchte man später möglicherweise in einem internationalen Umfeld beruflich tätig sein, liegt es nahe, Auslandsaufenthalt und Pflichtpraktikum zu verknüpfen. Der größte Vorteil liegt jedoch in den Erfahrungen, die im interkulturellen Austausch gesammelt werden.

Indien – Schwellenland und IT-Metropole

Indien ist mit seinen 1,3 Mrd. Einwohnern neben China das bevölkerungsreichste Land der Erde. Das Land ist als Wachstumsmarkt in aller Munde und hat sich im IT-Markt einen Namen durch Offshoring und Outsourcing gemacht. In diesem Zusammenhang erlangte die Stadt Bangalore einen weltweiten Ruf als Silicon Valley Indiens.

Bangalore ist die Hauptstadt des Bundesstaates Karnataka im Süden Indiens; geschätzte Einwohnerzahl 8,5 Millionen. Mit mehreren hundert IT-Firmen – darunter alles was international Rang und Namen hat -, in denen rund 160 000 Fachkräfte arbeiten, ist es Indiens unbestrittene IT-Metropole. Vier Universitäten, 24 ingenieurstechnische Colleges sowie einige der renommiertesten Forschungsinstitute des Landes sind hier ansässig.

Arbeiten in Indien

Mein Praktikum habe ich bei DaimlerChrysler Research and Technology India Pvt. Ltd in Bangalore absolviert. Das Team setzt sich überwiegend aus Indern und Ausländern aus Deutschland und USA zusammen. Das Arbeiten gestaltet sich in Indien kulturell bedingt deutlich anders als in Deutschland. In Indien sind die Gemeinschaft und hierarchische Strukturen wesentlich bestimmendere Faktoren als in Deutschland. Gespickt wird das ganze noch durch die in der Kolonialzeit entstandene ausgeprägte Bürokratie. Das Arbeitsklima gestaltet sich jedoch sehr angenehm. Wie bei uns Studierenden üblich nimmt der Arbeitseinsatz mit zunehmend näher rückenden Deadlines exponentiell zu. Generell muss man sich auf wesentlich längere Arbeitszeiten als in Deutschland einstellen – in manchen deutschstämmigen Großunternehmen sogar auch am Samstag.

Leben in Indien

Indien bietet eine sehr große kulturelle Vielfalt. An den Wochenenden kann man je nach Fortbewegungsmittel beschwerlich oder komfortabel Kurztrips unternehmen, z.B. an den Strand nach Goa. Die Unterkunft am Arbeitsort wird in der Regel durch den Arbeitgeber gestellt. Meist werden Studierende in WGs oder unternehmenseigenen Herbergen untergebracht. Kontakte zu internationalen Studierenden lassen sich so leicht knüpfen.

Das Leben in Indien ist aber nicht jedem Europäer zu empfehlen, die Unterkünfte sind auf niedrigem Standard, die städtische Infrastruktur katastrophal (gerade in der Monsunzeit) und die sozialen Unterschiede in den Bevölkerungsgruppen erschreckend.

Auf einen Blick

Praktikum in Indien?

  • Indische Unternehmen oder Tochterfirmen internationaler Unternehmen direkt kontaktieren.
  • Studentenvereinigungen wie AIESEC bieten ebenfalls Möglichkeiten.
  • Unkomplizierte Visa-Beantragung über die indische Botschaft
  • Unterkunft und Praktikantengehälter werden üblicherweise vom Unternehmen bezahlt, der Flug jedoch nicht.
  • Englischkenntnisse werden verbessert – ein indischer Akzent bleibt.
  • Kennen lernen einer vielfältigen Kultur – mitunter auch ein Kulturschock.
  • Wertvolle Kontakte (Unternehmen, internationale Studenten von Elite-Universitäten).
  • Gewöhnungsbedürftige Lebensverhältnisse.
  • USP im Lebenslauf – gerade für uns Wirtschaftsinformatiker.

Torsten Wolter