Wer nutzt Fitnesstracker und warum? Ergebnisse zur zweiten Trolli-Studie veröffentlicht

Ein Team aus Mitarbeitenden und Studierenden der Medizinischen Informatik forschten weiter: Im Fokus stand diesmal das Vertrauen in die Technik, warum Tracker genutzt werden und wem die Marathon-Teilnehmer ihre Fitness-Daten anvertrauen würden. Insgesamt nahmen 845 Trolli-Läufer teil.

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GPS-Sportuhren, Smartwatches und Smartphones sind bei den Marathon-Läufern  beliebt. Foto: HMG / Michael Schaffert.

Heilbronn, Oktober 2018. Der Trollinger Marathon, als größtes Lauf-Event der Region, bot auch 2017 wieder eine optimale Grundlage für die Verschmelzung von Forschung und Lehre. Bereits beim Lauf 2016, untersuchten die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter der Hochschule Heilbronn (HHN), Monika Pobiruchin und Martin Wiesner, gemeinsam mit Studierenden, welche Marathon-Teilnehmer Fitnesstracker, Lauf-Apps, oder GPS-Sportuhren nutzen und wie genau solche „Wearables“ überhaupt messen. 2017 startete das Forschungsteam in die zweite Runde: 845 Trolli-Läufer wurden befragt - diesmal zu neuen Forschungsfragen, aber wieder mit tatkräftiger Unterstützung von Studierenden der HHN. Die Gruppe der befragten Marathonläufer stellt eine repräsentative Stichprobe dar. Der Begutachtungsprozess zur 2017er-Auflage der wissenschaftlichen Studie rund um den Trollinger-Marathon und die dortige Nutzung von mobiler Technologie ist nun abgeschlossen. Die Ergebnisse der Studie sind kürzlich im internationalen Journal of Medical Internet Research mHealth and uHealth veröffentlicht worden und unter https://mhealth.jmir.org/2018/12/e201 abrufbar.

Ergebnisse der Studie: Vertrauen, Grund der Nutzung und Datenschutz

Von den insgesamt 845 Läuferinnen und Läufer nutzen etwa 75 Prozent technische Unterstützung, 25 Prozent verzichten hingegen komplett darauf. Besonders affin und offen für Fitness-Technologien, sind junge Männer im Alter zwischen 30 und 39 Jahren. Unter allen Läufern sind konventionelle GPS-Sportuhren am beliebtesten.

Geht es um das allgemeine Vertrauen in die Messgenauigkeit, haben dreiviertel der Gerätenutzer ein hohes Vertrauen in die aufgezeichneten Werte. Bei der Forschungsfrage Warum die Lauf-Begeisterten einen Tracker nutzen, hatten die Studienteilnehmer mehrere Antwortmöglichkeiten. Die meist gewählte Antwort war, mit 54,2 Prozent, die individuelle Trainingskontrolle. Zudem am häufigsten angekreuzt wurde mit 20,5 Prozent die Selbstmotivation. Mit 9,5 Prozent schafft es die reine Neugier auf Platz drei der Hauptgründe. Für den Studienleiter Martin Wiesner und sein Team war ein Aspekt so nicht vorhersehbar: „Wir hätten den Beweggrund „Gesundheitsaspekte“ stärker eingeschätzt, aber immerhin war dieser Punkt für 8,2 Prozent ausschlaggebend. Beim Thema Weitergabe der getrackten Daten gehen die Meinungen auseinander: Mehr als die Hälfte würde ihre Fitness-Daten mit Familie und Freunde teilen, hingegen nur ein Drittel mit Ärzten. Nur 12 Prozent wären jedoch bereit, ihre Krankenkasse einzubeziehen. Ein Ergebnis, welches Martin Wiesner ebenfalls erstaunt: „Mich hat überrascht, dass das Vertrauen in die Krankenkassen vergleichsweise gering ist. Ich hätte erwartet, dass die Bereitschaft hier durchaus höher läge.“ Was die Offenheit gegenüber dem Arbeitgeber angeht, war ihm hingegen von vornherein klar: „Das Ergebnis von 1,5 Prozent hat mich weniger überrascht.“ Auf Online-Plattformen, Social Media oder sonstigen Fitness-Portalen, würden 15 Prozent der Studien-Teilnehmer/ -innen ihre Ergebnisse posten.

Rückblick Forschungsfrage 2016: Genauigkeit

Gerade die so beliebten GPS-Sportuhren sind in der Trolli-Studie von 2016 auf Platz 1 gelandet, als es um die Präzision der Messung ging. Auch diese Ergebnisse sind im internationalen Journal of Medical Internet Research mHealth and uHealth unter https://mhealth.jmir.org/2017/2/e24/ veröffentlicht worden. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse können Sie unter https://www.hs-heilbronn.de/trolli-studie-2017 einsehen.

Wissenschaftlicher Ansprechpartner

Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik

Mit ca. 8.500 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An drei Standorten in Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis gut vernetzt.

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