Forschung an der Hochschule Heilbronn

Mitarbeitergewinnung

Ein Forschungsprojekt an der Hochschule wird i.d.R. mit einem (oder mehreren) Mitarbeitern bearbeitet. Wünschenswert ist dabei, dass sich dieser Mitarbeiter aus den Absolventen der Hochschule rekrutiert. Das LHG regelt in § 52, dass in Forschungsprojekten „akademische Mitarbeiter“ eingestellt werden können. Die Eingruppierung/ Vergütung kann bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen bis zu E13 erfolgen (vgl. Entgeltordnung zum TV-L, Teil II Nr. 6).

Zunächst aber stehen die Absolventen nicht unbedingt dann zur Verfügung, wenn ein Projekt starten soll bzw. wenn die Finanzierung des Projektes beginnt. Mit den meisten Förderern kann man jedoch über einen Projekt- bzw. Finanzierungsstart verhandeln, so dass sich dieses Problem relativiert.

Mitunter tritt der umgekehrte Fall ein: man muss eine Überbrückungsfinanzierung für einen Absolventen finden, damit dieser später ins (neue) Projekt einsteigen kann. Eine Lösungsmöglichkeit wäre hier z.B. die kurzfristige Einstellung über ein Steinbeis-Transferzentrum oder eine Beschäftigung auf einer Stelle in einem anderen Projekt (ggf. Personaltausch zwischen Projekten).

Anreize für Mitarbeiter

Viel schwieriger ist es – vor allem in den Ingenieurwissenschaften – einen geeigneten Absolventen überhaupt zu finden. Die Besoldung nach TV-L bietet hier leider - vor allem für hochqualifizierte Absolventen, die in der Industrie keine Probleme haben, einen guten Job zu finden - keine großen Anreize. Somit muss die Hochschule bzw. der Projektleiter sich noch das eine oder andere einfallen lassen: für Master-Absolventen die Möglichkeit zu einer Promotion (s.u.); für Diplom- oder Bachelor-Abgänger die Möglichkeit, den Master zu machen. Nach derzeitiger Rechtslage können z.B. Studierende eines Masterstudienganges neben ihrem Studium als Mitarbeiter in einem Forschungsprojekt beschäftigt werden. Überschreitet eine solche Beschäftigung nicht 50 % einer Vollzeitstelle, ist § 60 Abs. 2 Nr. 4 LHG, der Hindernisse für die Zulassung zum Studium regelt, in jedem Fall gewahrt.

Weitere Anreize können sein:

  • Reisen zu Kongressen und Tagungen,
  • Kontakte zur Industrie in einem Kooperationsprojekt (die dann für eine spätere Bewerbung bei diesen Partnern genutzt werden können)
  • Weiterbildung nicht nur auf fachlicher Ebene, sondern auch bei anderen „Schlüsselqualifikationen“
  • in Nebentätigkeit in einem Transferprojekt mitzuwirken und dabei zusätzlich Geld zu verdienen.

Gastwissenschaftler

Wenn alle Stricke reißen, kann man auch versuchen, für das Projekt einen Gastwissenschaftler (z.B. Stipendiaten) aus dem Ausland einzustellen. Hierzu gibt es bereits einschlägige, meist sehr gute Erfahrungen an unseren Hochschulen. Für diesen Fall sollte man mit dem Akademischen Auslandsamt seiner Hochschule und direkt mit dem Ausländeramt der Kommune rechtzeitig Kontakt aufnehmen, damit die Frage der Aufenthaltserlaubnis nicht erst dann geklärt werden muss, wenn die Person schon im Land ist. Manche Projektleiter versuchen auch, eventuelle „Durststrecken“ mit studentischen bzw. wissenschaftlichen Hilfskräften zu überbrücken. Die Bezahlung für solche ist ebenfalls nicht sehr berauschend und auch hier muss der Projektleiter mitunter weitere Anreize bieten, um Leute zu gewinnen.