Orient Institut für Interkulturelle Studien (OIS)

Aktuelle Projekte

Beantragte Projekte (Stand: Februar 2013)

Identitätsbildung in der EU (EU)

Frauen vertrauen? (MWK)

XENOS Integration und Diversität (abgeschlossen)

Das zweijährige Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem Europäischer Sozialfond (ESF) finanziert. Es wird im Februar 2010 beginnen und beinhaltet eine Zusammenarbeit mit Unternehmen in Baden-Württemberg. Die Ziele des Projekts sind:

Konzepte des Diversity Managements im Zusammenhang mit der Integration von ethnischen Minderheiten zu erfassen;

Gelungene Konzepte des Diversity Management zu identifizieren („Best Practices“);

Ein Diversity Management Training für die Ausbildung von Multiplikatoren zu erarbeiten

Diversität bezieht sich im Projekt auf muslimische Arbeitnehmer in ausgewählten Betrieben des Landes Baden-Württembergs. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden verwendet, um ein Diversity Management Training zu entwickeln, dass den Unternehmen und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Stichwörter: Integration, Muslime, Diversity Management, Diversity Training, Multiplikatoren

Der Interkulturelle Karl-May Effekt (abgeschlossen)

Das einjährige Forschungsprojekt wird von der Landesstifung Baden-Württemberg gefördert. Das Ziel besteht darin, Kulturratgeber (Kulturknigge) mit Bezug auf den arabischen Raum zu analysieren und Empfehlungen zur Erstellung von Kulturratgebern zu erarbeiten. Nachfolgend findet sich die gekürzte Fassung eines Vortrags zum Forschungsprojekt.

Im Unterschied zu Ethnologen, die ihre Informationen vor allem in der Feldforschung von den Trägern der von ihm untersuchten Kultur erhält, beziehen Orientalisten ihre Informationen aus Texten. Oder wie Peter Heine es formuliert: Die Realität des Orientalisten sind die Texte (Heine 1989, S. 10) . Verfasser von Kulturkniggen beziehen ihre Informationen ebenfalls aus Texten und sie stellen allgemeine Behauptungen über die Träger der thematisierten Kultur auf. Beides, die Vorrangstellung des Textes auf der einen und die Verallgemeinerungen auf der anderen Seite machen es für mich Plausibel, die Verfasser von Kulturkniggen interkulturelle Orientalisten zu nennen.

Der interkulturelle Karl-May Effekt liegt dann vor, wenn das Sprechen von Interkulturalisten über den Orient in den Kulturkniggen und interkulturellen Trainings im wirtschaftlichen Kontext folgende Merkmale aufweist (aus verständlichen Gründen richten interkulturelle Orientalisten ihr Augenmerk auf den wirtschaftlichen Kontext):

a.) Die andere Kultur wird als das gänzlich Andere darstellt und

b.) die Darstellung unterliegt dabei einer Kulturalisierung, die darin besteht, dem Orient Kulturmerkmale zuzuordnen und diese als kausale Gründe für Denken, Fühlen und Handeln der Akteure zu betrachten;

Wichtig ist dabei, dass die Kulturalisierung am Ende misslingt, sprich: Es gelingt nicht, Denken, Fühlen und Handeln der Akteure auf vermeintliche Kulturmerkmale zurückzuführen. Das Misslingen der Kulturlaisierung zeigt sich daran, dass soziale, wirtschaftliche und politisch-rechtliche Faktoren sowie neuere Entwicklungen in Ländern des Orients schlicht ausgeblendet werden;

Das Sprechen über den Orient weist zwar fundierte Kenntnisse auf, diese Kenntnisse werden jedoch eher über Sekundärquellen angeeignet und mit viel Fleiß zusammen getragen. Eigene empirische Arbeiten liegen in der Regel nicht vor (bei Karl May: Keine Reisen!). Des Weiteren: Das Sprechen der interkulturellen Orientalisten über den Orient zeugt von einem phantasievollen Umgehen mit Konzepten bzw. Ansätzen von Ethnologen, interkulturellen Psychologen, Forscher des interkulturellen Managements etc. (Die Gründe dafür im Falle der Romane Karl Mays sind natürlich bei dem Autor und dessen literarischen und sonstigen Ambitionen zu suchen. Bei den interkulturellen Orientalisten liegen die Gründe u.a. in der Profession selbst);

Das Sprechen über den Orient birgt in sich ein missionarisches Überlegenheitsdenken, auch wenn darin eine Sympathisierung mit dem Orient zum Ausdruck kommt. Dies führt zu einer Ambivalenz in den Texten, die sich in Anlehnung an Heitmeyers Begriff der bedrängten Toleranz mit bedrängtem Respekt beschreiben lässt.

Die dem nun genehmigten Forschungsprojekt zugrundeliegende These lautet: Die Konstruktionen kultureller Differenz der interkulturellen Orientalisten sind von dem Karl-May Effekt durchzogen. Es sollen im Laufe eines Jahres zahlreiche Kulturkniggen und Lernsoftware-Pakete analysiert und Vorschläge erarbeitet werden, wie Lehr- und Lernmaterialien erstellt werden können, ohne dem Karl-May Effekt zu erliegen.

Interkulturelle Vorbereitung von Studierenden auf den Auslandseinsatz (abgeschlossen)

Ziel des zweijährigen Projekts ist es, interkulturelle Vorbereitungstrainings für Studierende zu entwickeln, durchzuführen und zu evaluieren. Es handelt sich stets um Kultur spezifische Trainings u.a. für die Kulturräume: Arabscher Raum,hispanophoner Raum und frankophoner Raum.

Determinanten deutsch-arabischer Vertrauensbildung (abgeschlossen)

Vertrauen ist die Grundlage jeglicher sozialer Beziehungen. Forschungen belegen die hohe Relevanz von Vertrauen nicht nur für den privaten Bereich, sondern ebenso für wirtschaftliche Kooperationen. Vertrauen spielt nun gerade in den arabischen Staaten eine besondere Rolle. Die Kompetenz, auf Vertrauen basierende Beziehungen aufbauen zu können, wird zur Schlüsselkompetenz für wirtschaftliches Handeln in den arabischen Ländern.

Die Faktoren, die den Aufbau von Vertrauen in deutsch-arabischen Kooperationen beeinflussen, sowie die Nutzung der Forschungsergebnisse für die Entwicklung eines interkulturellen Trainings, das einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, ist das Ziel des Projektes.

Zeitraum: April 2006 - Juni 2009

Länder: Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Libyen, Ägypten

Förderung: Landesstiftung Baden-Württemberg

Im Rahmen des Projekts fand am 10. Januar ein interkulturelles Vertrauenstraining statt. Dadurch sollten die in der Theorie und Empirie zugrunde liegende Befunde in der Praxisanwendung überprüft werden.

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