Fakultät für Technik und Wirtschaft (TW)

25 Jahre Campus Künzelsau

Wir feierten vom 04. bis 16. November 2013 mit einem großen Rahmenprogramm

In einem Festakt feierte der Künzelsauer Campus der Hochschule Heilbronn nun sein 25-jähriges Bestehen. Mehr als 300 Gäste waren der Einladung in das große Foyer der Reinhold-Würth-Hochschule gefolgt. Gäste aus Politik, Wirtschaft und baden-württembergischer Hochschullandschaft ließen mit Professoren und Mitarbeitern der Hochschule Vergangenes Revue passieren und blickten gemeinsam in die Zukunft.

Talkrunde mit Blick zurück und Perspektiven für die Zukunft
In einer illustren Talkrunde begrüßte Moderatorin Bernadette Schoog neben Hochschulrektor Prof. Dr.-Ing. Jürgen Schröder und Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Ernst, Dekan der Künzelsauer Hochschulfakultät Technik und Wirtschaft, die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, die Unternehmerpersönlichkeiten Prof. Dr. Reinhold h.c. mult. Reinhold Würth und Gerhard Sturm als große Unterstützer und Visionäre der Hochschule sowie Hauke Hannig als Künzelsauer Absolvent, heute Pressesprecher der ebm-papst Unternehmensgruppe.

Gemeinsam diskutierten die Gäste die Vorteile einer akademischen Ausbildung im ländlichen Raum. Rektor Schröder betonte hier insbesondere die Notwendigkeit von Studienplätzen fern von Metropolstädten um vor Ort langfristig das Potential der innovativen Unternehmen sichern und ausbauen zu können. Auch Wissenschaftsministerin Bauer unterstrich die Wichtigkeit der Hochschulen im ländlichen Raum und die notwendige Verstetigung der Studienplätze, die im Rahmen des Ausbauprogramms „Hochschule 2012“ zunächst temporär eingerichtet wurden. „Der Status der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften hat sich verändert, in der Vielfalt der Hochschulen muss sie ihren neuen Platz noch finden,“ erläuterte Hochschulstandortmitbegründer Gerhard Sturm und forderte mehr Forschung für den Künzelsauer Campus: „Wir dürfen nicht nur angewandte Technologie betreiben.“

Ehrensenatorwürde für Prof. Dr. Reinhold Würth und Gerhard Sturm
Eine besondere Überraschung gab es am Ende der Talkrunde für die beiden Unternehmer Würth und Sturm. Rektor Schröder verlieh beiden in Anerkennung ihrer Verdienste um die Hochschule die Ehrensenatorwürde. In seiner Laudatio betonte Schröder neben der finanziellen insbesondere auch die ideelle Unterstützung beider in den vergangenen 25 Jahren.

25 Jahre Campus Künzelsau - Reinhold-Würth-Hochschule
Der Campus Künzelsau boomt. Waren es zu Beginn vor 25 Jahren gerade einmal 52, so kann heute auf die stattliche Zahl von knapp 1600 Studierenden geblickt werden - Tendenz steigend. Kaum jemand hatte in der Gründerzeit Ende der 1980er Jahre an einen solch überragenden Erfolg geglaubt. Ganz im Gegenteil: Manch einer unterstellte der damaligen Landesregierung unter Ministerpräsident Lothar Späth gar einen Wahlgag. Doch warum gerade eine FH-Außenstelle in Künzelsau, einer kleinen Stadt mitten in der ländlichen Provinz? Tatsächlich war es so, dass die Stadt Künzelsau bei einer Bewerbung zum Hochschulstandort mit der Konkurrenz von Schwäbisch Hall, Crailsheim und Bad Mergentheim zu rechnen hatte. Doch die Hohenloher hatten gute Argumente in der Tasche: Im Hohenlohekreis gäbe es eine große Anzahl an besonders leistungsfähigen Betrieben, die dringend Ingenieurwissen bräuchten; Studierende der Fachhochschule Heilbronn würden von Stuttgarter Firmen abgeworben, für die ländliche Region Heilbronn-Franken bliebe kaum einer übrig; Künzelsau sei in der Region zentral gelegen, also der ideale Standort. Trotz einigem Hin und Her in der Standort- und Finanzierungsfrage wurde eine Lösung gefunden und die FH-Außenstelle Künzelsau der damaligen Fachhochschule Heilbronn war geboren.

Planmäßig wurde Anfang Oktober 1988 mit drei Professoren im Studiengang „Elektrotechnik“ gestartet. Standort zu Beginn war das ehemalige Berner-Areal in der Hofratsmühle. Rund 50 Millionen Mark versprach das Land in den neuen Standort zu investieren. Als Ministerpräsident Späth im Frühjahr 1987 ankündigte, den ländlichen Raum durch eine „Regionalisierung der Bildungsangebote“ auch strukturpolitisch fördern zu wollen, nahmen die Dinge schnell ihren Lauf: Zwei Hörsäle, Arbeits- und Aufenthaltszimmer sowie Sekretariat wurden im ehemaligen Technikgebäude der Firma Berner eingerichtet. Für das Folgejahr stand die Übernahme des Verwaltungsgebäudes in Aussicht. Die geplanten Investitionen, davon zehn Millionen Mark für das Berner-Areal, bezogen sich auf eine Einrichtung, an der später einmal 500 Studierende Vorlesungen besuchen sollten: Heute sind es mehr als dreimal so viele - eine beispielhafte Erfolgsstory für den gesamten Hohenlohekreis

Optimistischer Blick nach vorn: Ausbau in jeder Hinsicht
Und der Campus blickt auch optimistisch in die Zukunft: Seit 2012 plant die Hochschule zusammen mit dem Land Baden-Württemberg die Weiterentwicklung des Künzelsauer Campus - sowohl die der Gebäude als auch die inhaltliche Ausrichtung - bis ins Jahr 2022. Die Vision „Campus am Fluss“ sieht ein geschlossenes Areal mit verschiedenen Gebäudekomplexen vor. Sowohl Gebäude für Lehre und Forschung, wie auch Wohnraum für Studierende und Gastdozenten fließen in die Planung mit ein. Dank der großzügigen Zusage von Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth - seit 2005 auch Namensgeber des Campus -, den Ausbau mit 10 Millionen Euro zu unterstützen, können diese Pläne Realität werden. Der Campus hätte dann eine Kapazität für bis zu 2.500 Studierende.

Jubiläumsbroschüre zum 25jährigen Bestehens des Campus Künzelsau zum Download