Juni 2016: "Es ist nicht unmöglich": Studieninformierte Flüchtlinge informieren sich an der HHN

- 150 Interessierte beim Informationsabend der Hochschule Heilbronn für Flüchtlinge - im Juli startet ein Deutschkurs, Studierende bieten Austausch-Treffen und Alltagshilfe an - drei Flüchtlinge studieren bereits an der Hochschule Heilbronn

Heilbronn, Juni 2016. Etwa 150 junge Flüchtlinge sitzen in der Aula der Hochschule Heilbronn und folgen aufmerksam den in Deutsch, Arabisch und Englisch vorgetragenen Informationen zu Studienmöglichkeiten und nötigen Voraussetzungen, um in Deutschland zu studieren.

„Eine große Hürde sind die Sprachkenntnisse: Sie müssen als erstes Deutsch lernen – auch wenn das schwer ist“, erklärt Gudrun Heller vom International Office. „Aber es ist nicht unmöglich!“ – kommt sogleich als ermutigender Zuruf von einem Interessierten aus dem Publikum. Das kann als Motto des Abends gelten. „Wir stellen fest, die Interessierten sind diesmal bereits gut vorbereitet. Sie wissen, dass sie ihre Zeugnisse anerkennen lassen müssen und dass sie gute Deutschkenntnisse für die Zulassung benötigen“, berichtet Wibke Backhaus, Referentin für Gleichstellung und Diversität der Hochschule Heilbronn und Organisatorin der Veranstaltung.

Individuelle Beratung an Infoständen

„Der Ansturm an studieninteressierten Flüchtlingen war diesmal nicht so groß wie bei der ersten Veranstaltung dieser Art im Dezember“, sagt Prof. Dr. Ruth Fleuchaus, Prorektorin für Internationalisierung, Fundraising und Studentische Angelegenheiten. „So können wir diesmal gezielter auf individuelle Fragen eingehen“. Was kann ich mir für den Studiengang Maschinenbau anrechnen lassen, wenn ich Flugzeugbau in Syrien studiert habe? Was kostet ein Zimmer im Wohnheim? Wo kann ich einen Deutschkurs machen? All diese Fragen prasseln auf die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Hochschule sowie der Agentur für Arbeit, des Studierendenwerks Heidelberg und des Welcome Centers Heilbronn-Franken, der IHK und der Handelskammer als Partner der Veranstaltung an ihren jeweiligen Infoständen ein. Damit die Verständigung klappt, übersetzen zehn Welcome Guides der Stadt Heilbronn sowie arabischsprachige Studierende der Hochschule.

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Wibke Backhaus, Referentin für Gleichstellung und Diversität an der Hochschule Heilbronn (rechts) erklärt studieninteressierten Flüchtlingen die Zulassungsvoraussetzungen für ein Studium an der HHN.

Studienvorbereitender Deutschkurs

Bislang mangelte es an Deutschkursen, die für das zum Studium erforderliche Sprachniveau fit machen: Ab Juli bietet nun die Technische Akademie Heilbronn e.V. (Institut für berufliche Weiterbildung an der Hochschule Heilbronn) einen studienvorbereitenden Deutschkurs an. Nach insgesamt fünf Monaten, also Ende November, sollen die Teilnehmer den Test DSH erfolgreich bestehen können. Dieser ist Zulassungsvoraussetzung für das Studium in einem Bachelorstudiengang der Hochschule Heilbronn. Der Kurs ist vom DAAD gefördert und für die Teilnehmer kostenfrei.

Im Master kann auch auf Englisch studiert werden

Atauala Sultani aus Güglingen muss sich nicht um einen der 15 Plätze im Deutschkurs bemühen: Der 28-Jährige Afghane ist seit November 2015 in Deutschland und bewirbt sich für einen Studienplatz im englischsprachigen Masterstudiengang Software Engineering and Management: „Ich habe in meiner Heimat bereits einen Bachelorstudiengang in Informatik auf Englisch absolviert und muss jetzt nur noch meine Englischkenntnisse nachweisen“.

Drei Flüchtlinge studieren bereits an der Hochschule Heilbronn

Ja, es ist möglich: Zwei Flüchtlinge aus Syrien sind derzeit bereits an der Hochschule Heilbronn im ersten Semester in einem Bachelorstudiengang eingeschrieben: Sie studieren Verfahrens- und Umwelttechnik sowie Software Engineering. Daneben hat zudem ein geflüchteter Afghane im englischsprachigen Master Software Engineering begonnen.

Studierende engagieren sich

Ende des vergangenen Jahres hat sich in der Verfassten Studierendenschaft ein „Referat für geflüchtete Studieninteressierte“ gegründet. Neben der Organisation eines regelmäßigen Austausch-Treffens für Flüchtlinge und Studierende, genannt Café International, baut das sieben Studierende umfassende Team gerade eine Art digitales schwarzes Brett auf: „Darüber wollen wir Gasthöreranfragen aber auch Freizeitaktivitäten organisieren sowie Hilfestellung für den Bewerbungsprozess und für den späteren Studienalltag anbieten“, erklärt Alisa Trefz, Initiatorin des Teams. Umgekehrt sollen dort auch Flüchtlinge Fragen stellen und ihrerseits „Gesuche“ veröffentlichen können.

Weitere Informationen
Informationen für geflüchtete Studieninteressierte sind in Deutsch und Englisch auf der Webseite der Hochschule unter www.hs-heilbronn.de/info-fluechtlinge bzw. unter www.hs-heilbronn.de/info-refugees abrufbar.

Partner der Veranstaltung
Agentur für Arbeit Heilbronn, Welcome Center Heilbronn-Franken, Stadt Heilbronn, Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken, Studierendenwerk Heidelberg, Landkreis Heilbronn, Handwerkskammer Heilbronn-Franken.


Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik

Mit nahezu 8.300 Studierenden ist die staatliche Hochschule Heilbronn die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. 1961 als Ingenieurschule gegründet, liegt heute der Kompetenz-Schwerpunkt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. Angeboten werden an den drei Standorten Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall und in sieben Fakultäten insgesamt 46 Bachelor- und Masterstudiengänge. Die enge Kooperation mit Unternehmen aus der Region und die entsprechende Vernetzung von Lehre, Forschung und Praxis werden in Heilbronn großgeschrieben.

Ansprechpartnerin: Wibke Backhaus, Referentin für Gleichstellung und Diversität, Hochschule Heilbronn, Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 07131-504-6748,
E-Mail: wibke.backhaus@hs-heilbronn.de, Internet: https://www.hs-heilbronn.de/info-fluechtlinge

Pressekontakt Hochschule Heilbronn: Johanna Besold (Kommunikation und Marketing), Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 07131-504-6774,
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