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Prof. Dr. Kathrin Köster

Bewussteinsbasiertes Lernen und Internationale BWL-Studiengänge

Ich lehre hauptsächlich in den Bachelor-Studiengängen IBIS (Internationale BWL – Interkulturelle Studien), IBO (Internationale BWL – Osteuropa) sowie dem Master-Studiengang IBIM (International Business – Intercultural Management).

Das Organisieren, Führen und Managen im internationalen Kontext erfordert per definitionem ein exzellentes Verständnis eines Umfeldes, das von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität, Diversität und Dynamik (kurz VUKAD2) geprägt ist, und zwar nicht nur in analytischer Hinsicht, sondern auch im Sinne der Handlungskompetenz. Möchte man in international agierenden Organisationen erfolgreich tätig sein, gilt es, ein solches Umfeld zu nutzen, um kreativ und innovativ zu sein, und somit Wert für sich und die Organisation zu schaffen.

Dem Umgang mit Diversität, im Kontext der oben genannten Studiengänge, vor allem der Multikulturalität, fällt eine Schlüsselrolle zu, da es sich bei Kultur um ein Phänomen handelt, das uns in der Regel im unterbewusst beeinflusst. Um etwas über andere Kulturen zu lernen, ist es mehr als hilfreich, die eigene Kultur bzw. in Fällen von Bi-Kulturalität (z.B. Personen mit Migrationshintergrund) die eigenen Kulturen zu kennen. Das erfordert einen Selbsterkundungsprozess, in dem die Studierenden analysieren, welche ihrer Werte und Verhaltensweisen den gesellschaftlichen Normen ihrer kulturellen Wurzeln entstammen, den so genannten Kulturstandards. Dieser Erkenntnisprozess befähigt die Studierenden dazu, sich selbst besser zu verstehen, und eine intellektuelle und emotionale Distanz zwischen dem sozialen Konstrukt „Kultur“ und ihrer eigenen Persönlichkeit zu bringen.

Eine Kombination dieser Studieninhalte mit dem Bewusstseins-Basierten Lernprozess führt somit zu gewinnbringenden Synergien. Durch diese Symbiose bringen die Absolventen der oben genannten Studiengänge über ihre fachlichen Kompetenzen hinaus auch und besonders durch ihre sozialen und personalen Kompetenzen Fähigkeiten in die Organisationen, die diese dringend benötigen, um ihre Kreativität und Innovationskraft zu stärken:

Offenheit

Die Studierenden erfahren mehr über sich und lernen zu eruieren, welche Vorurteile sie in sich tragen und wie sie diese überwinden. Sie lernen (kulturell bedingte) Andersartigkeit kennen, insbesondere durch die intensive Zusammenarbeit in multikulturellen Teams, ob beim Lernen oder Arbeiten.

Perspektivwechsel

Die Studierenden lernen, sich selbst mit ihren teilweise kulturell bedingten Stärken einzuschätzen und Aufgaben im Team dementsprechend zu verteilen. Sie entwickeln Bewusstsein dafür, wie die Welt aus einem anderen Land und einer anderen Kultur betrachtet aussieht und erweitern so ihren Horizont.

Flexibilität

Unter Zeitdruck werden in multikulturellen Teams Lösungen ausgearbeitet, wobei die Studierenden lernen, dass verschiedene Wege zum Ziel führen. Im Abgleich mit anderen Teams stellen sie fest, dass es unterschiedliche Ansätze gibt, mit denen ein erwünschter Erfolg erreicht werden kann. Dies steigert die Akzeptanz von „sowohl – als auch“, was das Arbeiten in einem vieldeutigen Umfeld erleichtert.

Agilität

Ein intensiver Selbsterkundungsprozess, ausgehend von der kulturellen Prägung, der in diesen Studiengängen durchlaufen wird, steigert die persönliche Resilienz und erhöht die Aktionsgeschwindigkeit. Es wird weniger Zeit auf Grundsatzdiskussionen verwendet. Die Studierenden sind darin erfahren, sich außerhalb ihrer Komfortzone zu bewegen, und tun dies auch bereitwillig.

Experimentierfreudigkeit

Die Studierenden sind es gewohnt, verschiedene Perspektiven aus aller Welt zu berücksichtigen. Im Organisationskontext können daraus Produkt- und Prozessideen resultieren. Es herrscht ein Geist der Risikofreudigkeit, der Bewährtes an neue Gegebenheiten anpasst, Altes loslässt und Neues hervorbringt.

Innovation

Insgesamt resultiert aus der Gesamtheit der unterschiedlichen Erfahrungs- und Lernbereiche eine Innovationskraft, die die Absolventen in die Organisationen, in denen sie tätig sind, hineintragen und diese damit stärken. Neue Horizonte werden entdeckt, Altes mit Neuem kombiniert, das Unbekannte unerschrocken angegangen - zum Wohle der Organisation und der Allgemeinheit.

Effekte bewusst gehandhabter Multikulturalität