Hochschule Heilbronn

HHN Inside: So studiert sich‘s in St. Petersburg!

Eintauchen in die märchenhafte Kulisse Russlands – IBIS-Studierende (Internationale Betriebswirtschaft- Interkulturelle Studien mit Spezialisierung Osteuropa) dürfen sich dahingehend gerne mal abseilen. Für sie kann es nämlich an die St. Petersburger Uni für Wirtschaft gehen. Prof. Dr. Grigorii Feigin erzählt, wie der russische Hase wirklich läuft. 

WEB-Foto.JPG

Prof. Dr. Anna Hayduk und Dr. Grigorii Feigin von der Fakultät International Business am Bildungscampus besuchen den Sontheimer Standort. Foto und Text: Vanessa Offermann

Dank der Partnerschaft mit der staatlichen Universität für Wirtschaft in St. Petersburg ist IBIS-Studis der Traum vom Russland-Abenteuer quasi gesichert. Professor Feigin ist russischer Dozent an dieser besagten Uni und war in diesem Wintersemester Gastdozent in der Fakultät International Business am Bildungscampus. Im Gespräch klärt er direkt auf: „Im generellen Lehrsystem gibt es kaum Unterschiede zwischen Deutschland und Russland, eher an den Studierenden selbst.“

Tatsächlich ist es so, dass es in Russland auch Vorlesungen gibt, ein ECTS-Punkte-System über Erfolg und Misserfolg entscheidet sowie die obligatorische Abschlussarbeit, die wohl überall auf der Welt ein paar Nerven kostet. Dennoch gibt es einen gravierenden Unterschied: „In Russland absolviert man bereits mit 17 Jahren sein Abitur und geht dann direkt ins Studium über. Die Studierenden in Russland sind daher deutlich jünger als hier.“

Ob’s am Alter liegt?

Auch was das „Kontern“ dem Prof gegenüber angeht, ist Russland etwas zurückhaltender. Laut Feigin seien unsere russischen Freunde nämlich um einiges bescheidener wenn es darum geht, etwas in Frage zu stellen oder die eigene Meinung explizit in Vorlesungen zu äußern. Wenn er an der HHN dagegen Studierende zur mündlichen Beteiligung in den Lehrveranstaltungen auffordert, habe er hier ein leichteres Spiel.

Täuschungsversuche während dem Studium

In Russland ergattert man seinen Bachelor in 4, den Master in 2 Jahren. Wer dabei schummelt, wird nicht ganz so hart bestraft wie das bei uns der Fall ist. Feigin erklärt: „Täuschungsversuche werden hier in Deutschland extrem bestraft. Bei uns in Russland ist man da oft gnädiger.“ Die Exmatrikulationsrate ist mit 20 Prozent generell sehr gering. Das liegt übrigens am guten, alten Cash: Wer laut Feigin in Russland nicht gut genug sei um kostenlos zu studieren, könne sich einen Studienplatz kaufen. Bezahlt wird beim Staat und der sagt bekanntlich ungern nein.

Blick zu uns: Wie schneidet Heilbronn als Gastgeber-Stadt so ab?

Prof. Feigin schwärmt von der Stadtentwicklung. „Im April 2016 war ich das erste Mal an der HHN und lernte Heilbronn kennen. Es ist Wahnsinn, wie schnell sich die Stadt weiterentwickelt.“ Seinen persönlichen Lieblingsplatz hat er hier schnell gefunden: „Mein Büro“, sagt er und lacht dann herzlich. In Russland hätten Professoren nämlich gar kein eigenes Büro.