Telearbeit an der Hochschule Heilbronn – Vor- und Nachteile des Heimarbeitsplatzes

Der Spagat zwischen Familie und Beruf stellt viele Berufstätige vor eine große Herausforderung. Die Hochschule Heilbronn möchte mit ihrem Angebot der Telearbeit für eine bessere Vereinbarkeit sorgen und Stresssituationen entgegenwirken.

Telearbeit ist dabei als eine auf Informations- und Kommunikationstechniken gestützte Tätigkeit definiert, die regelmäßig an einem häuslichen Arbeitsplatz des Mitarbeiters verrichtet werden kann. Dadurch können sich die Mitarbeiter die Arbeitszeit flexibler einteilen. Um auf das Thema Telearbeit aufmerksam zu machen, hat unsere Mitarbeiterin aus der Hochschulkommunikation Regina Dome (RD) eine Mitarbeiterin aus der Fakultät Wirtschaft und Verkehr befragt. Unsere Ansprechpartnerin (A) möchte gerne anonym bleiben.

RD: Bitte stellen Sie sich kurz vor.

A: Ich arbeite im Dekanat der Fakultät Wirtschaft und Verkehr und bin für das Fakultätsmanagement zuständig. Ich bin 37 Jahre alt, verheiratet und habe ein sechsjähriges Kind.

RD: Wie funktioniert Telearbeit bei Ihnen?

A: Mein Sohn war etwa 8 Monate alt, als ich wieder angefangen habe zu arbeiten. Begonnen habe ich mit 50 Prozent und hatte damals schon Telearbeit einrichten lassen, um mehr Flexibilität zu haben, falls das Kind krank wird. Aber auch um Aufgaben in Ruhe abarbeiten zu können, wie Protokolle schreiben, Präsentationen für Sitzungen vorbereiten und ähnliche Tätigkeiten.

RD: Wie sind Sie dazu gekommen, Telearbeit zu betreiben?

A: Bei uns in der Fakultät ist das weit verbreitet. Die meisten Kolleginnen mit Kinder haben ein Home-Office eingerichtet. Unsere Fakultät ist da sehr offen. Bevor ich das Kind bekommen habe, war ich bereits 2-3 Jahre an der Hochschule tätig. Daher war mir das Thema Telearbeit schon durch Kolleginnen bekannt.

RD: Wie oft arbeiten Sie zuhause?

A: Ich habe zwei halbe Tage in der Woche das Home-Office genehmigen lassen, nutze es jedoch nur nach Bedarf. In der Regel nutze ich es einmal im Monat. Als das Kind kleiner war, habe ich die Telearbeit öfters genutzt.

RD: Welche Vor- und Nachteile gibt es dabei?

A: Die Vorteile sind, dass man sehr frei in der Planung und Organisation seiner Arbeitszeiten und in den Tätigkeiten ist, die man zu Hause erledigen kann. Die Nachteile sind die, dass das Vorurteil der bezahlten Freizeit existiert.

RD: Was könnte man aus Ihrer Sicht verbessern?

A: Man könnte tatsächlich versuchen, das Image der Telearbeit und die kritische Sicht diesbezüglich zu verbessern. Man sollte den Leuten klarmachen, dass es Arbeit ist und dass es sehr viel mit Vertrauen zum Mitarbeiter zu tun hat. Wenn es funktioniert, ist es zudem auch wesentlich effektiver. Nur durch die Möglichkeit des Home-Offices können Frauen außerdem wieder zurück in ihre Position und ihre ehemaligen Tätigkeiten vollständig, trotz Kind, wieder ausführen. Man sollte die Leute auf den aktuellen Stand bringen, wie Frauen heutzutage arbeiten und dass Unternehmen auch durchaus darauf angewiesen sind, berufstätige Frauen und Mütter wieder zurück in den Beruf zu bringen.

RD: Würden Sie Telearbeit weiterempfehlen?

A: Ja, auf jeden Fall, wenn der Vorgesetzte dahintersteht. Das ist ganz wichtig. Wenn dieser es nur halbherzig unterstützt, wird es meiner Meinung nach nicht funktionieren.